Basse Stittgen

Industriedesigner und Materialforscher
Halbzeit 3.6.2019 18:00

Blood Related – Biokunststoff aus Tierblut

 

Zur Person: Basse Stittgen (1990, Hannover) ist Designer und Materialforscher mit Sitz in Amsterdam. Der gebürtige Deutsche studierte Produktdesign an der HfG Schwäbisch Gmünd und absolvierte danach sein Masterstudium in Social Design an der Design Academy Eindhoven, in dem er seine Faszination für das Material und dessen unterschiedlichen Implikationen vertiefte. An der Schnittstelle von Wissenschaft und Design arbeitete er an Projekten mit der Science Gallery Melbourne und der Wageningen University & Research zusammen. Seine aktuelle Arbeit beschäftigt sich mit dem Potenzial industrieller Abfallströme durch die Linse der Materialität. Er versucht, Narrative zu schaffen, indem er den Status und Kontext der Materie verändert, sie “außer Gefecht setzt” und dadurch unsichtbare Prozesse, oft industrielle und oft mit Verschwendung verbundene Prozesse, beleuchtet.

 


Zum Vortrag: Als gleichzeitige Verkörperung von Leben und Tod ist Blut der ultimative Widerspruch der Natur. Es erzählt tausend Geschichten, durchdrungen von Bedeutung und Mystik. Doch die sehr reale moderne Erzählung von Blut als Massenabfall bleibt ungeklärt. Jährlich werden Millionen Liter Tierblut von der Fleischindustrie verschwendet – eine der größten der Welt. Die Schlachthöfe haben wenig Nutzen dafür. Was wäre, wenn dieser Rohmüll stattdessen zu einem Biomaterial werden könnte? Das ist es, was Basse Stittgen in “Blood Related” untersucht. Durch die Herstellung von Objekten aus Blut wird ein unsichtbarer Abfallstrom ans Licht gebracht, der unser Verhalten als Verbraucher weiter herausfordert. Die Objekte konfrontieren und schaffen Bewusstsein.

Basse Stittgen