Material- und Technologiebasierte Produktentwicklung

Lehrgebiet der Studienrichtung Industriedesign des Bachelor-Studiengangs Industriedesign

Prof. Mareike Gast

Um Zukunft kritisch, aktiv und wirkungsvoll mitzugestalten, halte ich für den Schwerpunkt Material und Technologie in der Lehre und Forschung vier Aspekte für zentral:

Unabdingbar ist es, die heutigen Standard-Materialien und -Technologien zu kennen und in ihrer ganzen Bandbreite anwenden zu können – nicht zuletzt zur Beurteilung und Einordnung aller neuen Materialien und Technologien, denn nichts ist wirklich neu. Gleichbedeutend sind das Wissen über und ein Grundgefühl für Nachhaltigkeitsaspekte – über das Material und die Technologie hinaus, um der Verantwortung aber auch den Chancen von uns Designer*innen gerecht zu werden.

An zweiter Stelle steht das Experimentieren, um ein Gefühl für die jeweiligen Materialien und Technologien zu bekommen, um Grundlagen tatsächlich zu verstehen und um diese hinterfragen und weiterdenken zu können und vor allem, um explorativ zu forschen.

Drittens ist es (mir) wichtig zu wissen, was in (naher) Zukunft technologisch möglich sein wird, um aktiv an Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung mitzuwirken. Besonders die Biotechnologie im Zusammenspiel mit digitalen Entwurfs- und Fertigungstechnologien schreitet mit großen Schritten voran und wirft viele herausfordernde Fragen zum Umgang mit ihrem großen Potential auf. Nachwachsende Materialien, lebendige

Herstellungsweisen, adaptive und resiliente Produkte und Systeme stellen eine zentrale Rolle in meiner Lehre und Forschung dar. 2020 soll im Rahmen der BURGlabs das von mir initiierte BioLab eröffnet werden, um es Studierenden zu ermöglichen, sich experimentell und forschend mit den Möglichkeiten der Biotechnologie auseinanderzusetzen. Ein zweites von mir geplantes Lab, das SustainLab, wird sich mit der Beforschung der Transformation hin zu einer nachhaltigen und ressourcenleichten Gesellschaft auseinandersetzen.

Schlussendlich ist mir viertens die Kommunikation und Kooperation wichtig, das inter- und transdisziplinäre Arbeiten, der Austausch mit Experten anderer Disziplinen, auch hochschulintern. Nur durch Synergien ergeben sich meiner Meinung nach Innovationen und relevante Zukunftsvisionen.