Zweitausendundfünfundzwanzig

Textildesign ab 3. Studienjahr / Master - SoSe 2018

Design: Daryna Alokhina Foto: Matthias Durynek

 

Wie und wo wohnt man im Jahr Zweitausendundfünfundzwanzig?

Welche Rolle spielen dabei die Textilien und was sollen sie können?

Dies sind die Fragen, die von der theoretischen Auseinandersetzung über die Zukunft des Wohnens mit Hilfe von experimenteller Materialentwicklung zu intelligenten Stoffen für den imaginären Wohnbereich des Jahres 2025 führten. Zweitausendundfünfundzwanzig klingt weit in der Zukunft und doch sind es nur sieben Jahre. Doch für diese sieben Jahre stehen viele Veränderungen in den Startlöchern: Die Digitalisierung schreitet voran - Diskussionen um künstliche Intelligenzen und selbstorganisierende Systeme beherrschen die Wissenschaft; die Biologie eröffnet das Wachsen neuer Materialien; Textilien ersetzen mehr und mehr andere Rohstoffe wie Metall und ermöglichen mehr Funktionalität; Nachhaltigkeit gilt als selbstverständlich zu berücksichtigender Aspekt auch für High-Performance-Materialien.

Teil Eins des Projektes beinhaltet eine eher allgemeine Auseinandersetzung mit der ferneren und der näheren Zukunft, insbesondere mit der Zukunft des Wohnens. Es wurden Texte recherchiert, gelesen und ausgetauscht. Ein Aspekt, der sehr beeindruckend ist oder als besonders wichtig erscheint, wurde durch ein persönliches Essay beschrieben. Dieser musste nicht zwangsläufig etwas mit Textilien zu tun haben.

Für Teil Zwei wurde eine Idee für ein textiles Material entwickelt, die auf einen speziellen Bedarf zielt. Dabei wurden Fragen nach dem Bedarf aus den Fragen der Zukunft des Wohnens erarbeitet: z.B. Wie verändern Digitalisierung, Synthetische Biologie und Nachhaltigkeit unseren Wohnalltag? Welche Funktion hat der zukünftige Raum als solcher? Welche Funktion kann textiles Material übernehmen? Können Textilien neue Bedürfnisse wecken? Welche Rolle spielt die Ästhetik des Funktionsstoffes?

Aus den folgenden Bereichen wurde ein persönlicher Schwerpunkt ausgewählt und zu einer Materialstudie weiterentwickelt:

  • DIGITALISIERUNG: Generatives Design; Stoff als Medium für Informationen; Augmented Reality oder ähnliche
  • BIOLOGIE: Wachsende Materialien; Organismen hinterlassen Spuren; noch nicht für Textilien genutzte nachwachsende Rohstoffe; Bionik; manipulierte Natur oder ähnliches
  • SMART HOME: Textile Sensoren; Coding; Audio oder ähnliches
  • BEWEGUNG; durch Formgedächtnisdraht; durch Piezokeramiken; durch Magnetfelder oder ähnliches

Die Auseinandersetzung mit Smarten Technologien und Materialen wurde durch das Modul „Smart Materials“ begleitet. Ein Referat zum jeweils gewählten Thema bereicherte die Recherche. Des weiteren gab es einen Vortrag zu Zukunftstrends von Niels Holger Wien und eine Exkursion in die Textilinstitute nach Greiz und Chemnitz.

Neben der Materialentwicklung und der Auseinandersetzung mit den Textarten - Essay, Sachtext, Exposé - bestand die obligatorische Teilnahme am Wettbewerb House of Textile des Heimtextil-Verbandes. Hierzu wurde ein Exposé über die Projektidee und den dazu notwendigen Entwicklungsprozess erstellt und ein Materialchart für die Einreichung gestaltet.

Drei der am Projekt beteiligten Studierenden – Magdalena Orland, Lars Dittrich und Anne-Sophie Carle - haben als Preis eine Teilnahme und Präsentation an der Messe Heimtextil im Januar 2019 in Frankfurt gewonnen. Sie waren die einzigen Textildesignstudierenden neben sieben aus der Innenarchitektur. Anne-Sophie Carle gewann obendrein noch ein Parktikum, welches sie bei der Firma Gebrüder Munzert, einer Jacquardweberei absolvieren wird.