ganz schön politisch

Design zwischen Ohnmacht und Ermächtigung oder
zur (praktischen) Ästhetik des Politischen

Projekt Komplexes Gestalten im Sommersemester 2019
Prof. Dieter Hofmann, Philipp Stingl
ab 3. Studienjahr Bachelor, ab 1. Studienjahr Master

Was ist an Gestaltung politisch?

Design als kulturelle Praxis ist auch immer ein Abbild gegenwärtiger und beabsichtigter Machtverhältnisse. Wir werden uns intensiv mit der gesellschaftlichen Wirkweise von Gestaltung auseinandersetzen und dem Mehr oder Weniger an Teilhabechancen, die sie ermöglicht. Denn Design ist auch stets verankert in systemischen Zusammenhängen, seien es wirtschaftliche, soziale, ökologische oder politische, wie z.B. dem globalen Klimawandel, unserem Konsumverhalten, der wirtschaftlichen Realität von Migrationsbewegungen, fließender Geschlechterbildung oder dem Mythos der kulturellen Identität. Gestaltete Objekte und Prozesse steuern und kontrollieren unseren Alltag und bestimmen zu einem Großteil unsere Haltung und Handlungsfähigkeit innerhalb der Gesellschaften. Andererseits brauchen politische Werkzeuge, Gegenstände und Prozesse eine angemessene Gestaltung, um sie wirksam werden zu lassen und zur Partizipation zu motivieren. Deshalb stellt sich für uns auch die Frage der Ästhetik des Politischen.

„Design ist niemals unschuldig.“ Martin Feige

Wir werden uns mit der Rolle von DesignerInnen und Design in Bezug aktuelle und kontinuierliche politische Diskurse beschäftigen. Mit welchen Herausforderungen sieht sich ein*e DesignerIn heute konfrontiert, wenn sie*er eine aktive und verantwortungsvolle Rolle in der Gesellschaft übernehmen möchte? Welche Haltung welche Position kann ein*eine DesignerIn heute und in Zukunft einnehmen? Welche positiven Visionen von Gesellschaft können wir als DesignerInnen entwickeln und was sind mögliche Handlungsfelder?

Wie Paul Watzlawick sagt, dass man nicht nicht kommunizieren kann, könnte man ebenso postulieren, dass man nicht nicht politisch sein kann?

Struktur

Um in der Recherchephase die politische Dimension des Designs in aller Breite zu untersuchen werden wir verschiedene Exkurse unternehmen, bei denen auch schon erste Aktionen statt finden werden. Im Projekt selbst werden uns GastkritikerInnen mit Workshops, Vorträgen, Konsultationen oder anderen Formaten zu etablierten und zeitgenössischen Positionen bei der theoretischen und praktischen Projektarbeit unterstützen. Außerdem erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden artverwandten Strategien des Design, wie etwa social design, universal design, civic design, etc. Im Sinne einer aktiven Teilhabe und erhöhten Wirkfähigkeit des jeweils eigenen Projektvorhabens sind die Studierenden nicht nur „ermächtigt“, sondern ausdrücklich aufgefordert, sich eigene PartnerInnen oder Sparrings-PartnerInnen zu suchen, die über den Projektzeitraum im Rahmen einer Mentorenschaft zusätzlichen Input, Feedback oder Unterstützung beisteuern, sowohl für das eigene Projekt, als auch darüber hinaus.

 Projektpartner können TheoretikerInnen, Vereine, Organisationen und Institutionen, aber auch Unternehmen, Studios oder Privatpersonen sein, die sowohl regional als auch international organisiert sein dürfen. Ein möglicher Projektpartner könnte z.B. auch die Arbeitsgruppe der BURG „weltoffene Hochschule“ sein, die es sich zu einer Aufgabe gemacht hat, kunsthochschuladäquate Ausdrucksformen im Politischen zu entwickeln.

Systemdesign

Politische, gesellschaftliche Systeme funktionieren nach den gleichen systemtheoretischen Prinzipien wie andere Systeme. Die Gäste des Projektes werden ihre Expertise über den Projektbeitrag hinaus auch in hochschulöffentlichen Beiträgen im Rahmen der Veranstaltung Systemdesign einbringen.

Exkursion (geplant)

Konferenzteilnahme „the politics of design“ Triennale Milano

Milano Design Week 2019

Victor Papanek Retrospektive Vitra Design Museum oder Victor J. Papanek Foundation Wien


Treffen für Fragen 

Alle interessierten Studierenden können jederzeit Rückfragen direkt an stingl(at)  burg-halle.  de richten.
Außerdem gibt es die Möglichkeit am Montag, 28.1.19 im Raum 204, Anbau persönlich weitere Informationen zum Projekt zu erhalten.

Prof. Dieter Hofmann,
Philipp Stingl

Lecturer

  • Prof. Dieter Hofmann
  • Philipp Stingl
  • GastkritikerInnen, MentorInnen, N.N.

Additional courses

Lectures

Course year

3rd course year

Final degree

Bachelor and Master

Lecturer

  • Prof. Dieter Hofmann
  • Philipp Stingl
  • GastkritikerInnen, MentorInnen, N.N.

Additional courses

Lectures

Course year

3rd course year

Final degree

Bachelor and Master