180 Ideen für Sachsen

Staatliche Kunstsammlungen Dresden: Aufgabe ist es, ein partizipatives und interaktives künstlerisches Projekt mit Modellen, Entwürfen oder Gegenentwürfen einer nahen Zukunft zu konzipieren und in einem bestimmten Zeitraum in Abstimmung mit dem Auftraggeber konkret zu planen und vor Ort umzusetzen. Bewerbungsschluss: 2. September 2019

180 Ideen für Sachsen

Fliegende Autos, Drohnen-Schwärme, Weltallkolonien, Kryonik und Krypotwährung – Utopie, Vision oder schon Gegenwart? Dem großen Thema „Zukunft“ widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) aktuell die Ausstellung Die Erfindung der Zukunft im Japanischen Palais in Dresden. Anhand von den Themen Zeit, Grenzen des Wachstums, Umwelt sowie Krieg und Werte zeigt die Ausstellung nicht nur Wege der Zukunft auf, sondern auch die Kraft von Kunst, bestehende Diskurse und Systeme zu hinterfragen und neue Perspektiven auf die Vergangenheit und Gegenwart zu öffnen. Die Grundlage des Ausstellungskonzepts bildete eine sachsenweite Befragung, in der die subjektiven Wahrnehmungen der Gegenwart, die Sorgen, Wünsche und Erwartungen an die Zukunft der 15 bis 35-Jährigen gesammelt wurden.

Im Rahmen der Ausstellung starten die SKD ein umfangreiches Programm in der ganzen Region: „180 Ideen für Sachsen“. Die „180 Ideen“ verstehen sich hierbei als Modelle, Entwürfe oder Gegenentwürfe einer nahen Zukunft. Motor des Outreach-Programmes sind sowohl die wechselwirkende Beziehung von Land und Stadt als auch eine selbstkritische Überlegung zum Museum: Wie sieht das Museum der Zukunft aus? Gerade vor dem Hintergrund der rasch voranschreitenden Digitalisierung und der globalen, dichter werdenden Vernetzung muss man das zukünftige Museum nicht auch dezentraler und interaktiver denken?

Ausgehend von dem erfinderischen Geist Sachsens und dem historischen Potential der Sammlungen der SKD sollen neue, positiv aufgeladene Visionen der Gesellschaft und der Demokratie gemeinsam mit den Bürger*innen Sachsens erarbeitet und vorgestellt werden. Prägende Erfindungen in Sachsen waren beispielsweise 1650 die erste Tageszeitung in Leipzig, 1708 das erste europäische Porzellan in Meißen, die Kaffeefiltertüte (1908) oder der Teebeutel (1929). Die „180“ neuen Ideen und Zukunftsentwürfe sollen in Form von Workshops, Vorträgen, Diskussionen, künstlerischen Interventionen und kleinen Ausstellungen sowie Kursen und weiteren Vermittlungsformaten stattfinden. Über die Kooperation mit regionalen Partner*innen sollen damit auch diejenigen erreicht werden, denen ein Zugang zu den Museen der SKD möglicherweise erschwert wird, sei es durch gefühlte oder tatsächliche Hindernisse. Das Programm ist bewusst offen und flexibel angelegt, um auf die Wünsche der Partner in der Region reagieren zu können. Es sammelt Stimmen der Menschen ein und gibt diesen eine Plattform.

Aufgabe und Anforderungen

Die Bewerber*innen sollen für das Outreach-Projekt „180 Ideen für Sachsen“ der SKD ein partizipatives und interaktives künstlerisches Projekt konzipieren und im genannten Zeitraum in Abstimmung mit dem Auftraggeber konkret planen und vor Ort umsetzen:

  • Möglich sind künstlerische Formate aller Art in der ländlichen Region von Sachsen.
  • Die Projekte müssen partizipativ und interaktiv angelegt sein, sich an den oben genannten Themen sowie an der Zielgruppe orientieren und einen regionalen Bezug haben.
  • Kooperationen mit Partnern vor Ort sind ausdrücklich erwünscht.
  • Das Projekt wird im Rahmen des Outreach-Projektes „180 Ideen für Sachsen“ durchgeführt. Die diesbezügliche Kooperation mit anderen Projektteilnehmern, Partnern und Akteuren, bspw. im Rahmen des Marketing/Pressearbeit, wird vorausgesetzt.

Wettbewerbsleistungen

Jeder Bewerber*in kann einen Entwurf einreichen. Erwartet werden ein Konzept zu einem partizipativen und interaktiven Kunstprojekt (gern mit Bildern/Skizzen) mit Vorschlag eines Ortes der Umsetzung, ein detaillierter Zeitplan für die Umsetzung sowie eine detaillierte Kostenaufstellung; diese darf das für die Realisierung zur Verfügung stehende Gesamtbudget von 10.000 Euro (brutto) nicht übersteigen.

Entwürfe, die den oben genannten Anforderungen nicht entsprechen, können im Rahmen des Wettbewerbs nicht berücksichtigt werden.

Bewertungskriterien

Die drei Preisträger*innen werden nach folgenden Kriterien ausgewählt:

  • Konzept (Ästhetik und Innovation, Passgenauigkeit zum Projekt der „180 Ideen für Sachsen“ anhand Partizipation, Interaktion, Zielgruppenspezifik und thematischer Bearbeitung, Realisierbarkeit): 70%
  • Zugänglichkeit der Leistung für Menschen mit Behinderung und/oder nachhaltige Eigenschaften: 30%
  • Wirtschaftliches Angebot: 10%

Honorar

Unter den Bewerber*innen werden drei Projekte von der Jury ausgewählt, welche bis Ende des Jahres umgesetzt werden sollen.

Die drei Preisträger*innen erhalten jeweils ein Honorar von 2.500 Euro (netto).

Die Honorare können nur bei Einhaltung dieser Wettbewerbsbedingungen ausgezahlt werden.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite.