Ausschreibung: Zusammenhalt Gestalt verleihen

Im Forschungsprojekt „Das Soziale-Orte-Konzept. Neue Infrastrukturen für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ werden 10.000,- Euro für eine oder mehrere künstlerische Intervention(en) im Thüringer Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zur Verfügung gestellt. Bewerbungsschluss: 31. Oktober 2019

Ausschreibung: Zusammenhalt Gestalt verleihen

Im Forschungsprojekt „Das Soziale-Orte-Konzept. Neue Infrastrukturen für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ werden 10.000,- Euro für eine oder mehrere künstlerische Intervention(en) im Thüringer Landkreis Saalfeld-Rudolstadt zur Verfügung gestellt. Bis zum 31.Oktober 2019 können Bewerbungen digital eingereicht werden.
Drei Jahre lang steht der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt im Fokus eines Forschungsprojekts am Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI). Während in der Öffentlichkeit viel über den Verlust von Zusammenhalt in der Gesellschaft diskutiert wird, legt das Projekt besonderes Augenmerk auf Initiativen, Netzwerke und Orte – Soziale Orte –, die zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen. Im Frühjahr 2020 soll die bisherige Forschung im Landkreis durch die künstlerische(n) Intervention(en) ergänzt werden, deren Ergebnisse und Wirksamkeit in das Forschungsprojekt einfließen werden.
Als Bezugsrahmen und Kooperationspartner fungiert der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen, der im SOFI bereits vor Projektstart durch seine aktive und kooperative Netzwerkarbeit, durch eine Vielzahl engagierter Personen und durch seine Bereitschaft, offensiv kritische Zukunftsthemen anzugehen, bekannt war. Im Frühjahr 2020 dient er als Versuchsraum, in dem lokale, überregionale oder internationale Künstlerinnen und Künstler zusammen mit den Menschen vor Ort der Frage begegnen, wie Zusammenhalt erzeugt wird, wie durch Kunst das Verbindende im sozialen Raum gestärkt und zusammenhaltstiftende Orte – Soziale Orte – sichtbar und vernetzt werden können.
Das Ziel der künstlerischen Intervention ist es, über künstlerische und kreative Projekte oder Beteiligungsprogramme Formen des Zusammenhalts vor Ort sichtbar zu machen. Mit Hilfe der Kunst soll ein Prozess angestoßen werden, der Bindekraft im sozialen Raum entfaltet, im (lokalen) Gedächtnis bleibt und Gesprächsstoff liefert.

Wettbewerbsart/-umfang

Der Wettbewerb ist offen und einstufig. Das Verfahren ist formlos und nicht anonym.
Die den Auftraggeber zur Verfügung stehende Summe über 10.000,- Euro kann an ein einzelnes Projekt vergeben oder auf mehrere verteilt werden. D.h. es können Projektskizzen bis zu einer Obergrenze von 10.000,- Euro (inkl. MwSt.) eingereicht werden.

Teilnahmebedingungen

Zur Teilnahme berechtigt sind natürliche und juristische Personen, also sowohl Einzelpersonen als auch Vereine, Projektgruppen, Initiativen und projektbezogene Zusammenschlüsse aus diesen Gruppen.
Mit einem skizzenhaften Text und ggf. Bildern wird die Idee für eine künstlerische Intervention im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt bis zum 31. Oktober 2019 eingereicht. Dadurch erklären sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einverstanden mit folgenden Bedingungen:
Die Kontaktdaten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden vorläufig gespeichert. Nach Gewinnbekanntgabe werden die Daten gelöscht.
Das von der Jury ausgewählte Projekt wird mit einem pauschalen Honorar (inkl. MwSt. sowie aller Sach-, Fahrt- und Transportkosten) in Höhe von maximal 10.000 € vergütet.
Die Gewinnerinnen und Gewinner nehmen an einem ersten Treffen mit dem Forschungsteam und Landkreisakteuren am 03. Dezember 2019, ab etwa 13 Uhr, in Saalfeld teil. Mindestens soll ein weiteres Treffen dieser Form 2020 stattfinden.
Die Gewinnerinnen und Gewinner sind unter Berücksichtigung der Erfahrungen vor Ort offen für mögliche Anpassungen ihrer Projektskizzen an die lokalen Bedingungen.
Die möglicherweise im Projekt entstehenden Objekte verbleiben in Saalfeld-Rudolstadt und gehen über in das Eigentum der Landkreisverwaltung. Im Beteiligungsprozess entstandene Ideen und Vorschläge können zukünftig von Akteuren vor Ort genutzt werden.
Die Gewinnerinnen und Gewinner erklären sich einverstanden mit der kostenlosen Reproduktion der Kunstwerke und Veröffentlichung der gelieferten Texte zu Person und Werk im Rahmen dieses Projekts, z. B. in der Presse, im Internet, in allen Printprodukten.
Voraussetzungen: Künstlerische Intervention in Saalfeld-Rudolstadt
Voraussetzung für eine Förderung ist die künstlerische Auseinandersetzung mit mindestens einem der folgenden Themen oder Fragestellungen für und in Saalfeld-Rudolstadt:
- Wie werden gemeinschaftliches Engagement, gemeinnützige Zusammenschlüsse und soziale Aktivitäten im Raum sichtbar?
- Raumwirksamkeit von Sozialen Orten und deren Akteuren – Darstellung, Wahrnehmung, Vernetzung
- Soziale-Orte-Netzwerk im ländlichen Raum – Vernetzung in der Region für mehr Zusammenhalt
- Gemeinschaftlicher Einsatz für die Zukunft – Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik, Wirtschaft
- Soziale Orte als Reaktion auf schwindende Infrastrukturen im ländlichen Raum – Zukunftsvisionen?
- Verlust von Zusammenhalt – Gründe, Risiken und Gegenbewegungen
- Räumliches Verständnis/Reichweite von Zusammenhalt – Nachbarschaft, Dorf, Gemeinde, Region, Landkreis, …Europa, Welt
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Was stiftet Zusammenhalt? Wie stärken Initiativen, Netzwerke, Soziale Orte den Zusammenhalt?
- Baukasten für Zusammenhalt: Elemente des idealtypischen Sozialen Ortes
- Soziale Orte = demokratische Orte – Partizipation stärkt Zusammenhalt
Die Auseinandersetzung muss in künstlerischer Form geschehen oder durch das künstlerische Werk angestoßen werden.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Werke frei zugänglich sind und ihre Umsetzung oder Präsentation im öffentlichen Raum stattfindet. Die Projekte sollen für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (z.B. Netzwerke, Orte, Akteure, Themen im Landkreis) konzipiert und dort temporär oder dauerhaft präsentiert werden.
Berücksichtigt werden Projektskizzen für alle künstlerischen Sparten und Ausdrucksformen. Kooperationen und interdisziplinäre Arbeiten sind gern gesehen. Ausgeschlossen sind kommerzielle Vorhaben.
Vorausgesetzt wird für den Zeitraum der künstlerischen Intervention die intensive Auseinandersetzung mit der Region und ihrer Akteure.
Von Vorteil sind aktivierende und „irritierende“ Projekte. Auch eine Kooperation z.B. mit Schülerinnen und Schülern oder anderen Gruppen kann optional angedacht werden. Denn Beteiligung ist ein zentraler Baustein in der Netzwerkarbeit Saalfeld-Rudolstadts.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite.