Den Zahlen einen Namen geben
– Ein Wettbewerb für einen Gedenkort in Neinstedt

Die Evangelische Stiftung Neinstedt und die Burg Giebichenstein Kunsthochschule
Halle loben für Studierende und Absolvent*innen beider Fachbereiche der Hochschule, einen zweistufigen Wettbewerb „Den Zahlen einen Namen geben“ für einen Gedenkort in Neinstedt aus.

Andreas Damm, Evangelische Stiftung Neinstedt

Bitte beachten Sie den geänderten Zeitplan!

Ausschreibung
Seit mehr als neun Jahren widmet sich der Historiker Prof. Reinhard Neumann der intensiven Aufarbeitung der Geschichte der damaligen Neinstedter Anstalten. Hunderte Menschen aller Altersgruppen wurden hier im Rahmen der NS-Euthanasie-Mordaktionen in Zwischenanstalten „entlassen“ und die meisten sind danach in der Euthanasie-Anstalt Bernburg anonym ermordet worden. Zwischen dem 30. September 1938 und dem 26. November 1943 fanden „die Verlegungen“ von 920 Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen aus den damaligen Neinstedter Anstalten statt.

In der Evangelischen Stiftung Neinstedt soll ein Gedenkort entstehen, der mit allen Sinnen erfasst werden kann. Den Opfern soll gewürdigt werden, indem man ihnen ihre Namen zurückgibt.

Der zukünftige Gedenkort befindet sich an der Lindenhofkirche der Evangelischen Stiftung Neinstedt. Für den Wettbewerb stehen der Außenraum um die Kirche herum zur Verfügung. Teile des Innenraums können ebenfalls genutzt werden, jedoch muss dabei beachtet werden, dass dieser meist verschlossen ist. Der hintere Teil der Außenfläche der Kirche soll zukünftig als Garten für Autist*innen genutzt werden und steht daher nur eingeschränkt für die Kunst zur Verfügung. Der Gedenkort soll dauerhaft sichtbar sein und für die nächsten Jahre bestehen bleiben.

 

Wettbewerbsart
Der Wettbewerb ist ein zweistufiger anonymer Wettbewerb. Aus dem offenen Ideenwettbewerb der ersten Wettbewerbsstufe werden bis zu fünf Teilnehmer*innen für die zweite Wettbewerbsphase zur weiteren Ausarbeitung ausgewählt. Aus dieser zweiten Runde wird eine Arbeit realisiert. Die Übergabe wird der Gedenktag der Euthanasie am 20. September 2020 sein.

 

Teilnahmeberechtigung
Der Wettbewerb ist für alle Student*innen der Fachbereiche Kunst und Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und Absolvent*innen bis fünf Jahre nach dem letzten Abschluss offen. Einzeleinreichungen und Künstler*innen- und Projektgruppen sind gleichermaßen zugelassen und gelten als eine Teilnehmer*in.

 

Realisierungsbeträge
Die Teilnehmer*innen der zweiten Wettbewerbsstufe erhalten eine Aufwandsentschädigung von 1.000 Euro (netto). Für die Realisierung „Den Zahlen einen Namen geben“ stehen 25.000 Euro (netto) bereit.

 

Kontakte
Evangelische Stiftung Neinstedt

(Öffentlichkeitsarbeit und Koordination Evangelische Stiftung Neinstedt)
Irene Heilemann
irene.heilemann@neinstedt.de
www.neinstedt.de

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
(Ausschreibung, Wettbewerbsdurchführung, Vorprüfung)
Ulrike Mohr
kunstambau@burg-halle.de

Projektkoordination im Projekt „Burg gestaltet! Qualitätspakt Lehre
(Wettbewerbskoordination)
Franziska Eichhorn
eichhorn@burg-halle.de

 

Termine
Rückfragenkolloquium: 15.01.2020 / 11:00 - 15:00 Uhr in Neinstedt (Anmeldungen: kunstambau@burg-halle.de)

Rückfragen: Schriftliche Rückfragen möglich bis 31. Januar 2020 an Ulrike Mohr (kunstambau@burg-halle.de)

Beantwortung der Rückfragen bis: 07. Februar 2020 

Abgabe erste Wettbewerbsphase:  07. April 2020

Jurysitzung erste Wettbewerbsphase: 14. April 2020
Benachrichtigung der Nominierten am Tag der Jurysitzung

Abgabe zweite Wettbewerbsphase: 14. Juni 2020 (es gilt der 15. Juni 20202)

Jurysitzung zweite Wettbewerbsphase: 22. Juni 2020
Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse am Tag der Jurysitzung

Realisierungszeitraum: bis September 2020

Feierliche Übergabe der künstlerischen Arbeit: 20. September 2020

 

Jury
Fachpreisrichter*innen:
Dr. Annegret Laabs (Direktorin Kunstmuseum Magdeburg)
Prof. Rolf Wicker (Bildender Künstler, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle)
Renate Wolff (Bildende Künstlerin)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Thomas Kirchner, Bildender Künstler

Stellvertretender Fachpreisrichter:
Uwe Gellner (Kurator Kunstmuseum Magdeburg)

Sachpreisrichter*innen:
Natalie Gaitzsch (Kuratorin und Dozentin Stiftung Neinstedt)
Friederike Sehmsdorf (Stiftungsrat Stiftung Neinstedt)

Ständig anwesende stellvertretende Sachpreisrichterin:
Irene Heilemann (Öffentlichkeitsarbeit Stiftung Neinstedt)

Sachverständige und Berater:
Paul Ulrich Grimm (Architekt Stiftung Neinstedt)
N.N. (Gedenkstätte Bernburg)
Reinhard Neumann (Historiker, Geschichte - Ethik - Theorie der Sozialen Arbeit Fachhochschule Bethel)

Vorprüfung:
Ulrike Mohr (Bildende Künstlerin, Lehrbeauftragte „Kunst am Bau“ Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle)

 

Bitte entnehmen sie alle Details zum Wettbewerb den Unterlagen im Downloadbereich.