Wandel / Fanny Hensel & Jannis Scheerbarth

Wandel

Fanny Hensel & Jannis Scheerbarth
Auch wenn das Konzept digitaler Mode abstrakt erscheint, so ist es doch bereits etablierter, als erwartet. In Computerspielen wird bereits seit Jahren mit realem Geld für virtuelle Kleidung bezahlt, es können für die Avatare sogar Designerstücke von Roberto Cavalli, Balmain oder Lagerfeld gekauft werden. Auch soziale Netzwerke wie Instagram bieten die perfekte Plattform sich zu präsentieren, da sie für viele Nutzerinnen zu einer zweiten Lebensrealität geworden sind. Gerade Influencerinnen prägen dabei unseren Alltag; Mode findet zunehmend im virtuellen Raum statt. Digitale Mode kann dabei den schnelllebigen Charakter von Fast-Fashion mit dem immer größer werdenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit koppeln. Wer ein virtuelles Outfit kauft, muss sich keine Sorgen um Produktion, Transport oder wachsende Berge voller Kleidungsmüll machen. Diese Verringerung der Auswirkungen von Mode durch digitale Kleidung betrifft nicht nur das Endprodukt. Auch der Designprozess, der ebenfalls virtuell durchgeführt wird, bewirkt eine deutliche Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und des Textilabfalls. Laut Emissionsdaten aus einem aktuellen Ericsson-Bericht und Berechnungen des Carbon Trusts, liegt der gesamte CO2-Fußabdruck bei der Herstellung eines digitalen Artikels um 95 Prozent unter der durchschnittlichen Produktion eines physischen Kleidungsstücks. Aus dieser Recherche haben sich die zwei Leitfragen der Kollektion entwickelt: Was trage ich, wenn alles möglich ist? Und was ziehe ich an, wenn ich es nie wirklich trage?



Fotos: Fanny Hensel und Jannis Scheerbarth