Maria Kiialainen erhält den Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse 2020

Die Preisträgerin ist Absolventin der Studienrichtung Schmuck. Anerkennungen erhalten Michal Fuchs (Bildhauerei/Metall), Nikos Probst (Kunstpädagogik) und Julia Tiefenbach (Bild Raum Objekt Glas).

Die Preisträgerin Maria Kiialainen (Absolventin Schmuck) sowie die mit Anerkennungen ausgezeichneten Nikos Probst (Absolvent Kunstpädagogik), Julia Tiefenbach (Absolventin Bild Raum Objekt Glas) und Michal Fuchs (Absolventin Bildhauerei/Metall) v.l.n.r.
Foto: Sven Bergelt

Den mit 2.500 Euro dotierten Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse 2020 erhält Maria Kiialainen, Burg-Absolventin der Studienrichtung Schmuck, betreut von Prof. Hans Stofer, für ihre vielteilige Arbeit Zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten. Zudem wurden drei Anerkennungen, jeweils dotiert mit 500 Euro, von der Fachjury an Michal Fuchs, Nikos Probst und Julia Tiefenbach vergeben. Der Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse prämiert jährlich seit 2007 eine herausragende Diplomarbeit im Fachbereich Kunst der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Verleihung fand am Freitagabend, 17. Juli 2020, im Volkspark Halle statt, die per Livestream ins Internet übertragen wurde und somit den Auftakt zur Jahresausstellung 2020 bot.
Die Preisträgerarbeiten sowie weitere Werke von Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs Kunst sind an den drei Ausstellungsorten Burg Galerie im Volkspark, Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und dem Literaturhaus Halle am 18. und 19. Juli von 10 bis 18 Uhr zu sehen sowie vom 24. bis 26. Juli und 31. Juli bis 2. August jeweils von 14 bis 19 Uhr.

Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse 2020
Der diesjährige Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse geht an Maria Kiialainen, Absolventin der Studienrichtung Schmuck bei Prof. Hans Stofer für ihre Arbeit Zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten.
Maria Kiialainen beschäftigt sich in beeindruckender Intensität mit der verborgenen Welt der Pilze und thematisiert sie in der ganzen Vielfalt ihrer unterschiedlichen Charaktere als vielfältige Schmuckobjekte zwischen Biologie und Objekt. Maria Kiialainen lädt die Betrachter ein zu einem Spaziergang durch einen Wald – in diesem Fall durch eine überzeugende Gesamtinstallation aus Objekten, Fotografien und Bewegtbild. Sie transformiert die staunenswerte Welt der Pilze in kleine, objekthafte Wunderwerke der Kunst. Pilze sind durch ihre Myzelien untereinander verbunden und weit verzweigt. Die menschlichen Träger der Kunstwerke Kiialainens werden ebenfalls sichtbar und unsichtbar von ihnen umarmt und vernetzt. Die Narration der Installation, die wissenschaftliche Recherche, die eigenständig entwickelte symbolische Parallele zwischen Pilz-und Menschenwelt bewegen sich auf einem hohen künstlerischen und poetischen Niveau und überzeugte die Fachjury.
Maria Kiialainen wurde 1989 in Helsinki (Finnland) geboren. Von 2009 bis 2012 studierte sie Glasgestaltung am Ikaalinen College of Crafts and Design in Finnland. Ab 2014 studierte sie an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in der Studienrichtung Schmuck bei Prof. Daniel Kruger, Prof. Nanna Meland und Prof. Hans Stofer. Seit 2011 hat sie an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen in Finnland, Deutschland, Portugal und Brasilien teilgenommen. 2020 wurde sie für die Sonderschau Talente auf der Internationalen Handwerksmesse München ausgewählt.

Anerkennungen
Die Jury vergibt eine Anerkennung an Michal Fuchs für ihr Werk Von dem Land hinab zu gehen aus der Studienrichtung Bildhauerei/Metall, betreut von Prof. Andrea Zaumseil.
Die Arbeit handelt von komplexen Feldern der politischen, religiösen und kulturellen Identitäten. Die mexikanische Dreimasterblume heißt auf Englisch und Hebräisch The Wanderung Jew. Dabei handelt es sich um einen christlichen Mythos von einem Juden, der, – von Christus bestraft – ewig wandern muss, ohne Wurzeln und immer in Bewegung. Der aus Aluminium gegossene Kaktusstrauch Tzabar ist seit den 1940er Jahren ein Symbol für den neuen, in Israel geborenen Juden. Michal Fuchs bringt in ihren Arbeiten komplexe und sensible Fragestellungen auf den Punkt, ohne didaktisch zu agieren. Ihre Arbeiten besitzen große Sensibilität für materielle und zeitliche Prozesse. Sie überraschen durch ihre raumbezogenen Lösungen und ihre skulpturalen Qualitäten.
Michal Fuchs wurde 1983 in Israel geboren. Von 2007 bis 2009 studierte sie zunächst an der Kunsthochschule Musrara in Jerusalem, von 2014 bis 2020 studierte sie an der BURG in den Studienrichtungen Buchkunst bei Prof. Sabine Golde sowie Bildhauerei/Metall bei Prof. Andrea Zaumseil, wo sie 2020 mit Diplom abschloss. 2016 gewann sie den ersten Preis im Collagenwettbewerb des Münzenberg Forums Berlin. 2019 erhielt sie den Werner-Sylten-Preis der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland. 2019 zeigte sie die Einzelausstellung Der Wanderer in der Nikolaikirche Eisenach. Sie nahm unter anderem an Gruppenausstellungen im boesner-Projektraum Leipzig, in der Burg Galerie im Volkspark, der Galerie Druck & Buch in Wien, der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig und im Deutschen Hygiene-Museum Dresden teil.

Eine weitere Anerkennung erhält Nikos Probst für seine Arbeit Structure in Motion – Untersuchung von digitalen und analogen Raumvorstellungen aus dem Studiengang Kunstpädagogik, betreut von Prof. Stella Geppert.
Grundlage für seine Auseinandersetzung ist die 3D-Software seines Smartphones, dessen Grenzen und Schwächen er für die Generierung einer neuen Bildsprache nutzt. Ausgehend von ausgewählten Innenräumen der Wissenschaftlichen Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg transformiert er diese analogen Wissensspeicher und Archive mittels digitaler Prozesse in völlig neue Raumvorstellungen und präsentiert diese in zwei- und dreidimensionalen Bildwerken. In seiner Präsentation gibt er den digitalen Ergebnissen, die als Datenmengen ohne Maß und Maßstab sind, wieder einen auf den Betrachter bezogenen installativen Bezugsrahmen.
Nikos Probst arbeitet und lebt in Halle (Saale). Während seines Studiums der Kunstpädagogik bei Prof. Stella Geppert war er von 2015 bis 2017 studentische Hilfskraft im Projekt +Olearius sowie 2018 studentische Hilfskraft im Projekt Silbersalz-Festival bei Prof. Dr. Sara Burkhardt. Seit 2017 arbeitet er neben seinem Studium als Künstler und Kunstvermittler an der Stiftung Bauhaus Dessau und seit 2018 als Dozent an der Jugendkunstschule Erlangen. Während seines Studiums und innerhalb seines Diploms beschäftigte er sich im interdisziplinären Feld der zeitgenössischen Bildhauerei und untersuchte dabei die Schnittstellen von analogen und digitalen Raumdarstellungen.

Julia Tiefenbach aus der Studienrichtung Bild Raum Objekt Glas, betreut von Prof. Christine Triebsch, erhält eine Anerkennung für AGILE FRAGILE.
Die Jury schätzt den spielerischen Umgang bei den drei sehr unterschiedlichen Arbeiten, die jeweils andere Bezüge und Assoziationen hervorrufen. Julia Tiefenbach bewegt sich dabei in einem Terrain zwischen Alltags- und Designobjekten und bedient sich unterschiedlicher Materialien, die sie teils handwerklich, teils industriell perfekt bearbeitet. Auch in ihrer Farbgebung bedient sie sich einer unüblichen und gewagten Palette. In aller Klarheit verhandelt sie in ihren ambivalenten Objekten auch die gesellschaftliche und ökonomische Anforderung nach immer stärkerer Perfektion und Selbstoptimierung des Individuums.
Julia Tiefenbach wurde 1992 in Hof (Saale) geboren und studierte von 2013 bis 2020 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Kunstvermittlung bei Prof. Una Moehrke sowie in der Studienrichtung Bild Raum Objekt Glas bei Prof. Christine Triebsch. 2015/16 erhielt sie das Erasmus-Stipendium für einen Studienaufenthalt an der UMPRUM Prag im Fachbereich Supermédia. Julia Tiefenbach arbeitet als Pädagogin in Schule, Museum und Theater. 2018 zeigte sie die Einzelausstellung Abteilung im Kunstverein Hof. Des Weiteren beteiligte sie sich an den Ausstellungen täglich geöffnet und flow in der Burg Galerie im Volkspark und im boesner-Projektraum Leipzig.

Fachjury
Der diesjährigen Fachjury gehörten an:

  • Thomas Bauer-Friedrich (Direktor, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale))
  • Prof. Dieter Hofmann (Rektor, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle)
  • Prof. Paul McDevitt (Professor für Zeichnung und Druckgraphik, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle)
  • Susanne Quednau (Stiftung der Saalesparkasse Halle)
  • Prof. Rolf Wicker (Prorektor, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Vorsitzender der Jury (ohne Stimmabgabe)
  • Dr. Angelika Steinmetz-Oppelland (Kunstwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin, Jena)

Jahresausstellung 2020
Auch wenn die Türen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle für die Jahresausstellung 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht öffnen können, so lassen sich doch zahlreiche entstandene Positionen der Studierenden sowohl im Netz als auch analog vor Ort entdecken. Ein Teil davon bildet die Diplomausstellung Close to the bone. Diplome der Kunst mit ihren drei Ausstellungsorten. Die digitale Plattform www.burg-halle.de/jahresausstellung stellt ab dem 17. Juli den gesamten Sommer über zudem Arbeiten und Projekte aus der BURG vor, die in dem vergangenen, vorwiegend digital gelehrten Semester sowie im Wintersemester 2019/20 entstanden sind. Auch wird auf Ausstellungen, Veranstaltungen und Aktionen vor Ort hingewiesen.

Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse Halle
Preisverleihung:
Freitag, 17. Juli 2020, ab 18 Uhr
Öffnungszeiten Close to the bone. Diplome der Kunst: 18. und 19. Juli: 10 bis 18 Uhr
24.–26. Juli sowie 31. Juli–2. August: 14 bis 19 Uhr
Ausstellungsorte Close to the bone. Diplome der Kunst: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a; Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Neuwerk 11; Literaturhaus Halle, Bernburger Straße 8
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist für die Gäste jedoch verpflichtend.
Weitere Informationen zur Diplomausstellung: www.burg-halle.de/diplomausstellung

Förderer: Die Jahresausstellung wird gefördert durch die Saalesparkasse Halle. Close to the bone. Diplome der Kunst wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „Burg gestaltet!“ unter dem Förderkennzeichen 01PL17066.