Themenwoche: #MeToo in der Wissenschaft?! Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Wissenschaftsinstitutionen

Die Gleichstellungskommission der Burg, die Präventionsstelle Diskriminierung und sexuelle Belästigung und das Gleichstellungsbüro der Martin-Luther-Universität sowie die Gleichstellungskommission der Hochschule Merseburg laden vom 28. September bis zum 6. Oktober zur gemeinsamen Veranstaltung online und vor Ort in Halle.

Gestaltung: Sophie Pischel und Luise Menz

Hintergrund

Hashtags wie #MeToo rücken es ins kollektive Bewusstsein: Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt (kurz: SDG) ist nach wie vor ein aktuelles, jedoch oftmals tabuisiertes Thema. Sie kann in allen gesellschaftlichen Bereichen vorkommen – Wissenschaftsinstitutionen als Studien- und Arbeitsorte sind davon nicht ausgenommen und deshalb verpflichtet, in ihrer räumlichen und kulturellen Infrastruktur Diskriminierung, sexueller Belästigung und Gewalt aktiv entgegenzutreten.

Während es an den Institutionen nur wenige offiziell gemeldete Fälle gibt, legen Untersuchungen nahe, dass die Dunkelziffern hoch sind. Häufig schweigen Betroffene: aus Angst vor negativen Konsequenzen für ihre berufliche oder private Zukunft, Scham, Ohnmachts- und Schuldgefühlen, Selbstzweifeln, weil sie keine Ansprechstellen kennen, sich bei diesen nicht gut aufgehoben fühlen oder es keine ausreichende Struktur gibt, die in einem solchen Fall greift. Erfolgt jedoch keine angemessene Unterstützung, können die Auswirkungen für betroffene Personen und Institutionen gravierend sein: belastende körperliche und psychische Folgeerscheinungen können zu Vermeidungsverhalten, Krankheit, Leistungsabfall und Kündigung bzw. Studienabbruch führen.

Inhalte der Themenwoche

In unserer Themenwoche möchten wir mit Ihnen dieses komplexe und wichtige Thema insbesondere mit Blick auf alle an einer Wissenschaftsinstitution tätigen Menschen beleuchten. Es sollen sowohl rechtliche Rahmenbedingungen, Schutzlücken sowie Handlungspflichten und -möglichkeiten diskutiert als auch Raum für Erfahrungsaustausch geschaffen werden.

Für Handlungssicherheit kommt es auch auf Details an: 

Wir richten daher einen gezielten Blick auf Spezifika sowohl der Diversität von betroffenen Personen (insbesondere bezüglich verschiedener Statusgruppen und unterschiedlicher Betroffenenheit von weiteren Diskriminierungsformen wie Rassismus, Ableismus oder LGBTIQ*-Feindlichkeit) als auch der Verschiedenheit der Wissenschaftsinstitutionen selbst (bezüglich deren Größe, Ausstattung, thematischen Ausrichtung etc.). Dies beabsichtigen wir in allen Programmpunkten mitzudenken und thematisieren es zudem explizit in den Gesprächsrunden am Freitag.

Für wen

Die Themenwoche richtet sich gleichermaßen an Studierende, Leitung, Verwaltung, Lehrende sowie Forschende und zielt auf eine Bestärkung und Befähigung zu (pro)aktivem und sicherem Handeln von Akteur*innen. Sie versteht sich als Grundlage für neue sowie Bekräftigung bereits bestehender Kooperationen und der Auslotung gemeinsamer Vorhaben, Maßnahmen und Regelungen.

Wir möchten dazu einladen, das Thema SDG nicht zu tabuisieren, sondern aktiv Schutz- und Präventionskonzepte zu entwickeln, die einen Umgang ermöglichen, der allen Involvierten weiterhilft, sowie eine Arbeits- und Studienatmosphäre schafft, in der sich alle wohlfühlen und ihre Potenziale nutzen können.

Infos

Die Themenwoche läuft vom 28. September bis zum 06. Oktober 2020 und wird zum größten Teil online stattfinden. An einigen wenige Veranstaltungen wird es möglich sein vor Ort in Halle  teilzunehmen.

Den aktuellen Stand, ein vorläufiges Programmheft einschließlich Beschreibungen zur Themenwoche insgesamt und zu den einzelnen Programmpunkten sowie Informationen zur Teilnahme & Anmeldung finden sich auf: https://diskriminierungsschutz.uni-halle.de/tagung-sdg/

Eine Teilnahme ist über den gesamten Zeitraum oder an einzelnen Programmpunkten möglich. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben. 

Eine Anmeldung ist ab sofort und bis 21.9.2020 möglich (für manche Programmpunkte noch vorbehaltlich). Einige Programmpunkte haben eine begrenzte Teilnehmer*innenzahl.

Veranstalter*innen:

  • Büro für Gleichstellung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: Stabsstelle Vielfalt und Chancengleichheit,das Gleichstellungsbüro, Präventionsstelle Diskriminierung und sexuelle Belästigung der Uni Halle
  • Gleichstellungskommission der Hochschule Merseburg

In Kooperation mit:

Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt
Koordinierungsstelle Genderforschung&Chancengleichheit Sachsen-Anhalt - KGC
FEM POWER
Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Universitätsklinika Sachsen-Anhalt (LaKoG)
Netzwerkstelle AGG Sachsen-Anhalt des Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.
StuRa Uni Halle

Die Themenwoche wird u.a. gefördert durch:

Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V.
GEW Sachsen-Anhalt
ver.di