Privatsammlungen und ihre Rolle im Kunstbetrieb

Prof. Dr. Susanne Pfleger (Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg)
 | Seminar für Studierende der Kunstpädagogik (Diplom) im Hauptstudium (Kunstmanagement) | Blockveranstaltung und Exkursion

David Tenier: Die Bildergalerie des Erzherzogs Leopold Wilhelm in Brüssel

Nach der Beschäftigung mit der Bedeutung und der Rolle von Galerien sowie der Untersuchung der Kunstmessen als wichtige Faktoren des Kunstbetriebs in den vergangenen Semestern setzt sich die Veranstaltung in diesem Semester mit dem Einfluss von Privatsammlungen auseinander.
„Die Refeudalisierung des Kunstmarkts“ nennt der Sammler Harald Falckenberg die aktuelle Situation, in der Kunst von einer bestimmten Käuferschicht als Luxusobjekt vereinnahmt wird und immer häufiger als Spektakel inszeniert wird. Der Einfluss privater Sammler*innen ist seit den 1970er Jahren in Deutschland enorm gewachsen. In privaten Sammlungen befinden sich mittlerweile mehr Werke der zeitgenössischen Kunst als in den von der öffentlichen Hand getragenen Museen. Denn deren Ankaufsbudget wurde gekürzt oder gar auf null gesetzt, sodass kostspielige Ankäufe oder gewagtere Erwerbungen unmöglich geworden sind.  Dazu kommt, dass private Großsammler*innen als Konkurrenten der öffentlichen Museen auftreten.
Private Sammler*innen spielen im Kunstbetrieb eine immer größere Rolle. „Es scheint ihnen sogar zu gelingen, Künstler selbst dann durchzusetzen, wenn Museen diese keine besondere Bedeutung beimessen. Wenn der Diskurs über Kunst früher einmal primär von Kunsthistorikern, den Leitern öffentlicher Häuser und den Kunstkritikern geführt wurde, scheinen sich heute die Gesetze des Kunstmarkts so verselbständigt zu haben, dass die Galeristen, Kunsthändler und privaten Sammler die Aktualität und damit die Geschichte von morgen bestimmen.“ konstatiert Heinz-Norbert Jocks in der Einleitung des Kunstforums Bands „Die heilige Macht der Sammler“ (209, Juli-August 2011).
Privatsammlungen und passionierte Sammler*innen gab es zu allen Zeiten. Ihre Leidenschaft wurde von unterschiedlichen Motiven geleitet.  Die Veranstaltung untersucht die Bedeutung des Sammelns in der Vergangenheit von den frühen dynastischen Sammlungen bis zur Gegenwart, wobei der Schwerpunkt auf dem 20. und 21. Jahrhundert liegt.   Ein persönliches Kennenlernen von Privatsammler*innen und ihren Sammlungen sowie die erweiterte Kenntnis von Theorie und Praxis stehen in diesem Seminar im Vordergrund. Neben der theoretischen Einführung am 6. Mai ist nach Vereinbarung eine eintägige Exkursion geplant.

Die Veranstaltung ist offen für Studierende beider Fachbereiche.
Fragen und Anmeldung an: susanne.pfleger(at)stadt.wolfsburg.de

Name der Lehrenden – Name of Teacher
Prof. Dr. Susanne Pfleger (Städtische Galerie Wolfsburg)

Lernziel / Qualifikationsziele – Objectives / Learning Outcome

  • Auseinandersetzung mit Ausstellungspraxis
  • Kenntnisse über Organisation und Gestaltung von Ausstellungen
  • Fragen des Kunstmanagements, Thematisierung des Kunstmarkts
  • Praktische Erprobungen im Bereich des Kuratierens

Veranstaltungsart
Blockseminar

Beurteilung – Assessment
Studierende der Kunstpädagogik (Diplom): Teilnahmeschein (unbenotete Präsentation)

Verwendbarkeit 
Kunstmanagement (Kunstpädagogik, Diplom)

Zugangsvoraussetzung – Prerequisites / Course Level
keine

Umfang in SWS und nach Möglichkeit ECTS-Punkten
2 SWS

Häufigkeit, Dauer und Termin / Ort des Angebots
Montag 06. Mai 2019, 10.30 bis 16.30 Uhr
und Exkursion nach Vereinbarung
Hermes, 1. Etage, Seminarraum

Lehrende(r)

  • Prof. Dr. Susanne Pfleger (Honorarprofessorin)

Abschluss

Diplom

Ort

Hermes Rm 2.08 (Seminarraum)

Zeit

Montag 06. Mai 2019, 10.30 bis 16.30 Uhr
und Exkursion nach Vereinbarung

Lehrende(r)

  • Prof. Dr. Susanne Pfleger (Honorarprofessorin)

Abschluss

Diplom

Ort

Hermes Rm 2.08 (Seminarraum)

Zeit

Montag 06. Mai 2019, 10.30 bis 16.30 Uhr
und Exkursion nach Vereinbarung