Dinge haben sieben Leben

Bildhauerische Praxis | Julia Miorin | Klasse Stella Geppert | Freitag, 10.00 – 12.15 Uhr | Analog und digital im zweiwöchentlichen Wechsel | BEGINN: Fr, 16.10. analog im Hermes | Anmeldung bitte mit Angabe zu Studiengang und -Semester bis 05.10. bei Julia Miorin (miorin[at]burg-halle.de)

© Simon Lewandowski, „100 THINGS WITH HANDLES“, Künstlerbuch, 2008, S. 41
www.simonlewandowski.co.uk

Im Seminar untersuchen wir Gegenstände, die es schon gibt. Wir verwenden sie als Material, als Geschichtenerzähler, gehen über ihre Oberfläche zum Kern, machen sie kaputt, wir schnitzen sie oder balsamieren sie ein. Wir finden heraus, was uns an ihnen interessiert, welche Launen sie haben, wenn man sie auf den Kopf stellt, wenn man sie aus dem 1. Stock wirft, wenn man sie stapelt oder sammelt oder von allem befreit was ihnen je eingeschrieben wurde.

Das gefundene Objekt als Teil der künstlerischen Arbeit hat Anfang des 20. Jahrhunderts mit den Dadaisten, den Surrealisten wie beispielsweise Meret Oppenheim, und bereits vorher mit Marcel Duchamp (Die Urheberschaft um das Ready-made „Fountain“ wird von einigen KunsthistorikerInnen angezweifelt; sie sagen das Werk stamme von Elsa von Freytag-Loringhoven, nicht von Duchamp) Einzug gehalten und tritt ebenso in der zeitgenössischen Kunst auf. Man denke an Sophie Calle, Florian Slotawa, Joelle Tuerlinckx, Christine Hill, Thomas Rentmeister, Mark Manders oder das Künstlerinnen Kollektiv Fort. Sie alle bedienen sich auf unterschiedlichste Weise jener Dinge, die schon da sind.

Zum ersten Termin bringt jede/jeder einen Gegenstand mit. Wir machen eine Bestandsaufnahme mit dem, was da ist und stürzen uns anhand der Dinge in die Arbeit. Wir fragen und prüfen, was sie brauchen, sein könnten oder wie sie bearbeitet werden wollen ganz im Sinne von Richard Serra, der in Verblist von 1967/68 (https://www.moma.org/collection/works/152793) eine Liste von Verben veröffentlichte, die für die Bearbeitung von und das Agieren mit Gegenständen von Bedeutung sein können.

Im Laufe des Semesters machen wir kleine Sessions, in denen wir Textausschnitte und Interviews von Künstlerinnen lesen, deren Praxis von gefundenen Objekten lebt. Wir schauen uns deren Arbeiten an, aber vor allem diejenigen, die wir selbst machen. Wir setzen sie dem Raum aus, beobachten, was sie dort machen, überlegen, warum das eine funktioniert und das andere nicht. Bestenfalls lernen wir was wir mögen und nicht mögen, was uns reizt und was uns langweilt und dass der Feuerlöscher ein Objekt im Raum ist, das sich zu allem künstlerisch Positioniertem verhält, – ob wir wollen oder nicht.

Name des Lehrenden

Julia Miorin       

Lernziele/ Qualifikationsziele / Lehrinhalt

Das bildhauerische Seminar lehrt anhand der individuellen Praxis den künstlerischen Umgang mit gefundenen Gegenständen als Material, deren Situierung im Raum und Überlegungen zu installativen Strategien. Eine Präsentation der entstandenen Arbeiten zum Ende des Semesters ist verpflichtend für die Scheinvergabe.

Veranstaltungsart und -methodik

Künstlerischer Gruppenunterricht, Arbeiten im Atelier

Verwendbarkeit des Faches

Kunst (Lehramt): Atelier I (Teilmodul A oder B), Atelier II oder Prüfungsmodul Atelier III
Kunstpädagogik: Atelier I, II oder III.

Zugangsvoraussetzung

Für Studierende der Klasse Geppert (Kunst (Lehramt) / Kunstpädagogik) und Gäste (bei freien Plätzen)

Umfang in SWS

3 SWS

Häufigkeit, Dauer und Termin / Ort des Angebots

Freitags, 10 - 12.15 Uhr / Lehrveranstaltungsort: Hermes, 4.OG und digital im zweiwöchentlichen Wechsel

Maximale TeilnehmerInnenzahl

8

 

 

Kursbeginn

16.10.2020

Ort

Hermes, Seminarraum 1. OG / Atelierplätze im 4. OG und online

Zeit

10.00 - 12.15 Uhr

Lehrende(r)

  • Julia Miorin

Kursbeginn

16.10.2020

Ort

Hermes, Seminarraum 1. OG / Atelierplätze im 4. OG und online

Zeit

10.00 - 12.15 Uhr

Lehrende(r)

  • Julia Miorin