{"id":92,"date":"2014-05-13T12:00:35","date_gmt":"2014-05-13T10:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/24-short-films-about-design\/?p=92"},"modified":"2026-05-04T19:53:06","modified_gmt":"2026-05-04T17:53:06","slug":"essayfilm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/24-short-films-about-design\/essayfilm\/","title":{"rendered":"Essayfilm <br>am Beispiel Agn\u00e8s Varda und Chris Marker"},"content":{"rendered":"<p>Kommentierte Filmvorf\u00fchrung<br \/>\nam 30.5.2012<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Essayfilm (von frz.: essai = Versuch) ist eine experimentelle Filmform zwischen den Filmgattungen Spielfilm und Dokumentarfilm, in welcher der Regisseur mit betont subjektiver Betrachtungsweise aus den Zw\u00e4ngen der Erz\u00e4hlmuster ausbricht. Der Essayfilm gilt daher als offenes Werk, das mit verteilter Aufmerksamkeit und Multiperspektivit\u00e4t auf der Suche nach Zusammenh\u00e4ngen eine k\u00fcnstlerische Freiheit beansprucht, die sich den Konventionen des Filmemachens entzieht. Dabei kommt dem Ton eine \u00fcbergeordnete Bedeutung zu; h\u00e4ufig werden die freischweifenden Reflexionen durch einen Erz\u00e4hler zusammengehalten. Charakteristisch f\u00fcr den Essayfilm ist weiterhin der Bruch mit den Prinzipien der Koh\u00e4renz, Kausalit\u00e4t und Kontinuit\u00e4t von Raum und Zeit und die Bildung von Bildmetaphern.<\/p>\n<p>aus<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Essayfilm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wikipedia.org\/wiki\/Essayfilm<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<p><strong>Hanno M\u00f6bius: Das Abenteuer Essayfilm,<\/strong><br \/>\nin: Versuche \u00fcber den Essayfilm (Augenblick 10), Marburg 1991, S. 10-24<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/design-und-film\/wp-content\/uploads\/sites\/49\/2017\/06\/moebius-1991.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">moebius-1991.pdf<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>The Beaches Of Agn\u00e8s<\/strong> (2008) Agn\u00e8s Varda<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95120025?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Agn\u00e8s Varda wurde 1928 in Bruxelles, Belgien, geboren. Nach ihrem Studium in Paris (Sorbonne, \u00c9cole du Louvre und Ausbildung zur Fotografin) arbeitet sie als Fotografin am Th\u00e9\u00e2tre National Populaire von Jean Vilar.<\/p>\n<p>Aufgrund des Bekanntheitsgrades des T.N.P. und der Popularit\u00e4t G\u00e9rard Philipes, werden ihre Bilder schnell bekannt. Sie macht auch gro\u00dfe Fotoreportagen unter anderem in Spanien, China und Kuba. Im Jahr 1954 macht sie sich selbstst\u00e4ndig und steigt in die Filmbranche ein: Sie gr\u00fcndet die Firma Tamaris Films (sp\u00e4ter Cin\u00e9 Tamaris) und dreht ihren ersten Film La Pointe Courte, mit dem sie sich als Vorl\u00e4uferin der \u201eNouvelle Vague\u201c erweist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Cl\u00e9o de 5 \u00e0 7<\/strong> (1962)\u00a0Agn\u00e8s Varda &#8211;\u00a0Ausschnitt<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95120027?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab 1958 dreht Agn\u00e8s Varda unaufh\u00f6rlich, in Eigenproduktion und im Auftrag f\u00fcr andere Firmen, Dokumentarfilme, Kurz- und Spielfilme, Portraits und Hommagen (insbesondere \u00fcber ihren Mann, Jacques Demy). Als Erfinderin der \u201ecin\u00e9criture\u201c, des filmischen Schreibens in Abh\u00e4ngigkeit von Begegnungen, Zuf\u00e4llen, W\u00fcnschen, Bed\u00fcrfnissen und m\u00f6glichen Exkursen, kreiert Varda einen Stil, der sich zwischen dokumentarischem Realismus und poetischer Fiktion bewegt. Sie richtet einen direkten und aufmerksamen Blick auf die Dinge und die Menschen, die sie umgeben, auf das Leben, das f\u00fcr sie eine unersch\u00f6pfliche Quelle der Inspiration bedeutet (die Krankheit in \u201eCleo \u2013 Mittwoch zwischen 5 und 7\u201d, die Schwangerschaft in \u201eL\u2019Op\u00e9ra-Mouffe\u201d, der Ehebruch in \u201eDas Gl\u00fcck\u201d, die Liebesbeziehungen in \u201eDie Gesch\u00f6pfe\u201d, die Stellung der Frau in \u201eDie Eine singt, die Andere nicht\u201d, die Parallelwirtschaft in \u201eDie Sammler und die Sammlerin\u201d, etc.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95117733?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>Agn\u00e8s Varda \u2013 Portr\u00e4t in 4 Minuten<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Filmbeispiele von\u00a0Agn\u00e8s Varda<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/66257702?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"388\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong style=\"line-height: 1.5em;\">Salut les cubains<\/strong><span style=\"line-height: 1.5em;\">\u00a0(1963)\u00a0Agn\u00e8s Varda<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95120026?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"446\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong style=\"line-height: 1.5em;\">Black Panthers<\/strong><span style=\"line-height: 1.5em;\">\u00a0(1968)\u00a0Agn\u00e8s Varda<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr Werk umfasst insgesamt \u00fcber 30 Filme, die frei, subjektiv, poetisch, sensibel und aufmerksam die allt\u00e4glichen Dinge des Lebens zum Thema machen. Es ist das Werk einer Sammlerin, einer Vagabundin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chris Marker<\/strong><\/p>\n<p>\u201eChris Marker wollte nicht repr\u00e4sentieren und daher auch nicht fotografiert werden.\u201c Dies sagte Agn\u00e8s Varda auf den \u201eRencontres photographiques d\u2019Arles\u201c im Sommer 2011 \u00fcber den ihr sehr vertrauten K\u00fcnstler.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95117735?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Agn\u00e8s Varda zu Besuch im Atelier von Chris Marker<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">Kurz nach dem zweiten Weltkrieg nahm der ehemalige Philosophiestudent Christian-Fran\u00e7ois Bouche-Villeneuve das amerikanisch klingende Pseudonym Chris Marker an. Als Anh\u00e4nger der Nouvelle Vague lie\u00df er sich dabei sicherlich von deren Vorliebe f\u00fcr das amerikanische Kino leiten. Mit seinem Freund Alain Resnais drehte er den Film Les statues meurent aussi (1953), der sich gegen die im Westen \u00fcbliche Verachtung der \u201eNegerkunst\u201c wandte. Auf eigenst\u00e4ndige Weise nahmen Resnais und Marker Einfluss auf ihre Zeit, \u00fcber den Umkreis der Intellektuellen- und K\u00fcnstlerkreise von Saint-Germain-des-Pr\u00e9s hinaus und das Umfeld der Freunde von der Zeitschrift \u201eCahiers du cin\u00e9ma\u201c hinaus. So wusste Marker als Herausgeber einer Reisebuchreihe (\u201ePetite Plan\u00e8te\u201c, Verlag Le Seuil), dass sich die Ver\u00e4nderung der Welt nur durch konsequentes \u00dcberdenken von Form und Filmsprache sowie durch eine Erneuerung der Erz\u00e4hlweisen ad\u00e4quat ausdr\u00fccken l\u00e4sst.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95127537?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Chris Marker par Agn\u00e8s Varda<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/104781584?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"340\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Wer war Chris Marker<\/strong> \u2026 in Blow Up \/ Arte (2013)<\/p>\n<p>Auf arte \u2026<br \/>\n<a href=\"http:\/\/creative.arte.tv\/de\/episode\/hommage-chris-marker?language=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hommage an Chris Marker<br \/>\n<\/a><a href=\"http:\/\/creative.arte.tv\/de\/episode\/youtube-chris-markers-kinosaal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Chris. Markers Kinosaal<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/Kosinki\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Youtube<\/a><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95117734?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>La Jet\u00e9e wird 50<\/strong>\u00a0\/ Arte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sein ber\u00fchmtester Film, Am Rande des Rollfelds (1963), ist auch Science-Fiction: symptomatisch f\u00fcr den K\u00fcnstler, der formale, r\u00e4umliche oder zeitliche Grenzen \u00fcberwinden will. Der Protagonist des Films wird Opfer grausamer wissenschaftlicher Experimente, die ihn in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken lassen. Mit Ausnahme eines durch seine K\u00fcrze (1 Sekunde!) und Einmaligkeit besonders eindrucksvollen bewegten Bildes (eine schlafende Frau schl\u00e4gt pl\u00f6tzlich die Augen auf und schaut den Betrachter fragend an) wird die Geschichte durchweg in Standbildern erz\u00e4hlt. In diesem vom Autor selbst \u201eFotoroman\u201c genannten Werk wird st\u00e4ndig ein Spiel mit den Sehgewohnheiten des Zuschauers getrieben. Die Kommentarstimme des Erz\u00e4hlers Jean N\u00e9groni und die Musik von Trevor Duncan verst\u00e4rken die mitrei\u00dfende Wirkung des Streifens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/47572900?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"364\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>La Jet\u00e9e<\/strong>\u00a0(1963) Chris Marker<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Rande des Rollfelds hat nicht nur seine Zeit gepr\u00e4gt, sondern auch den Regisseur Terry Gilliam zu seinem Film 12 Monkeys (1995) angeregt. Darin bedient sich Gilliam verfremdender Stilmittel, um sich mit der Reise ins Innere und den Narben der Zeit auseinanderzusetzen. Gleichzeitig besch\u00e4ftigt er sich auf einer allgemeineren Ebene mit Wahrnehmungsfragen, mit der Subjektivit\u00e4t des Ged\u00e4chtnisses und mit dem nahem Beieinander von Verr\u00fccktheit und Normalit\u00e4t. Diese Themen bilden auch den Kern von Markers Werken und stehen f\u00fcr dessen politischen Ansatz. Auf dieser Grundlage wollte Marker von den 1950er Jahren an die Entwicklung der Welt dokumentieren (Beispiele: Dimanche \u00e0 P\u00e9kin (1956), Lettre de Sib\u00e9rie (1958) und \u00a1Cuba S\u00ed! (1961]).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/95117736?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Chris Marker Documentary<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In all seinen Filmen ist das Publikum nicht nur Zeuge des Geschehens, sondern soll sich \u2013 vermittelt durch Markers Blick \u2013 Gedanken \u00fcber seine eigene Betrachtungsweise machen und die passive Zuschauerhaltung \u00fcberwinden. Dasselbe gilt f\u00fcr Le fond de l\u2019air est rouge (1977), einen dreist\u00fcndigen Film \u00fcber die Geschichte der revolution\u00e4ren Utopien. Sans soleil \u2013 Unsichtbare Sonne (1983) bewegt sich in anderen Breitengraden (von Japan \u00fcber Kap Verde bis nach Guinea-Bissau), um uns mit unserer eigenen, westlichen, Lebensweise zu konfrontieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/player.vimeo.com\/video\/47648359\" width=\"600\" height=\"451\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Sans Soleil<\/strong>\u00a0(1983) Chris Marker<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sans Soleil \u2013 Unsichtbare Sonne (deutsch: Ohne Sonne) ist ein franz\u00f6sischer Essayfilm aus dem Jahr 1983 von Chris Marker. Der Titel bezieht sich auf den gleichnamigen Liederzyklus von Modest Mussorgski. Sans Soleil ist eine Meditation \u00fcber die Natur menschlicher Erinnerung.<\/p>\n<p>Bei dem Film handelt es sich um eine reiche Vermischung von Gedanken, Bildern und Szenen vor allem aus Japan und Guinea-Bissau. Andere Szenen wurden in Paris und San Francisco gedreht. Eine Erz\u00e4hlerin liest fiktive Briefe des erfundenen Kameramannes Sandor Krasna, der darin auch seine Erlebnisse auf Reisen beschreibt. Der Wechsel von Themen und Orten ist frei flie\u00dfend. Im Film wird \u00fcber die Sch\u00f6nheiten der Natur referiert und sie gezeigt, gleichzeitig auch ihre Bedrohung durch die Zivilisation beleuchtet.<\/p>\n<p>Jochen Brunow bezeichnete den Film im Metzler Filmlexikon als einen &#8222;Film von gro\u00dfer Dichte und Komplexit\u00e4t, kein(en) klassische(n) Essayfilm. (&#8230;) Reisebeschreibungen, in Briefform ge\u00e4u\u00dferte Gedanken, Gedichte, Anekdoten, thematische Reflexionen \u00fcber Bilder und das Kino wechseln kunstvoll miteinander ab. Sans soleil setzt auf die analytische Kraft der Bilder, auf die Errettung der \u00e4u\u00dferen Wirklichkeit. Der Film schafft dies, indem er die gro\u00dfe Bilderflut, die numerische Vervielfachung der existierenden Bilder und die Zersetzung ihrer Abbildfunktion durch die elektronische Bearbeitung im Computer, in den K\u00f6rper des Films selbst hineinholt.&#8220;<\/p>\n<p>In Sans soleil (1983) untersucht Regisseur Chris Marker die Begriffe Wirklichkeit, Best\u00e4ndigkeit und Vergessen in einem Prozess der Selbstfindung. Der meditative Film \u00fcber die Natur menschlicher Erinnerung[7] wird durch das selbstkritische Kommentieren von Lebensepisoden einer mit dem Regisseur identischen, fiktiven Figur in einer \u201eeigent\u00fcmlichen Schwebe zwischen Vergangenheit und Gegenwart gehalten\u201c.<\/p>\n<p>Chris Marker starb am 29. Juli 2012 in Paris.<\/p>\n<p>Vita:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chris_Marker\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wikipedia.org\/Chris_Marker<\/a><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5em;\">Chris Markers Youtube-Channel \u2026<br \/>\n<\/span><a href=\"http:\/\/creative.arte.tv\/de\/Kosinki\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">creative.arte.tv\/de\/Kosinki<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/Kosinki\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">youtube<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommentierte Filmvorf\u00fchrung am 30.5.2012 &nbsp; Der Essayfilm (von frz.: essai = Versuch) ist eine experimentelle Filmform zwischen den Filmgattungen Spielfilm und Dokumentarfilm, in welcher der Regisseur mit betont subjektiver Betrachtungsweise aus den Zw\u00e4ngen der Erz\u00e4hlmuster ausbricht. 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