{"id":40,"date":"2019-08-13T16:04:24","date_gmt":"2019-08-13T14:04:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/unerhoertetoene\/?p=40"},"modified":"2020-02-27T02:42:17","modified_gmt":"2020-02-27T01:42:17","slug":"recherchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/unerhoertetoene\/2019\/08\/13\/recherchen\/","title":{"rendered":"John Cage <br>Alles ist Musik"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/364865158?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>Der Pianist John Snijders pr\u00e4pariert ein Klavier\u00a0<\/em><br \/>\n<em>f\u00fcr die Auff\u00fchrung von\u00a0John Cages Sonatas and Interludes<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>John Cage<\/strong><br \/>\n(* 5. September 1912 in Los Angeles; \u2020 12. August 1992 in New York City)<\/p>\n<p>war ein US-amerikanischer Komponist und K\u00fcnstler. Mit seinen mehr als 250 Kompositionen, die h\u00e4ufig als Schl\u00fcsselwerke der Neuen Musik angesehen werden, gilt er als einer der weltweit einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommen musik- und kompositionstheoretische Arbeiten von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung. Au\u00dferdem gilt Cage als Schl\u00fcsselfigur f\u00fcr die Ende der 1950er Jahre entstehende Happeningbewegung und als wichtiger Anreger f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fluxus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Fluxusbewegung<\/strong><\/a> und die Neue Improvisationsmusik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr\u00e4pariertes_Klavier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Pr\u00e4parierte Klavier<\/strong><\/a> ist eine von John Cage um 1940 eingef\u00fchrte Technik, an bestimmten Stellen der Saitench\u00f6re eines Klaviers Gegenst\u00e4nde wie Radiergummis, N\u00e4gel, Papier usw. einzusetzen, die entweder Mehrkl\u00e4nge, Flageolettt\u00f6ne oder perkussive Kl\u00e4nge hervorbringen. \u2026<\/p>\n<p>Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein erforschten verschiedene Komponisten immer wieder neue M\u00f6glichkeiten, das Klangspektrum des Klaviers zu erweitern. \u2026 Die wesentliche Innovation, der Cage auch einen geb\u00fchrenden Platz in der Geschichte der Musik und speziell der Klaviersonate beschert haben, ist daher auch die Ver\u00e4nderung des Timbres durch beinahe handwerklich zu nennende \u00c4nderungen am Klavier: Das Einbringen von Fremdgegenst\u00e4nden in den Klangk\u00f6rper oder auf die Saiten. Die Manipulation des Klangbildes am Instrument selbst grenzt ihn von den Neuerungen anderer Komponisten ab. \u2026<\/p>\n<p>Cage arbeitete mit Gegenst\u00e4nden des Alltags\u00a0\u2013\u00a0Schrauben, N\u00e4gel, Bolzen, Dichtungsmaterialien. Als Cage schlie\u00dflich das geeignete Pr\u00e4parationsmaterial gefunden hatte, das nicht nur zwischen den Saiten haften blieb, sondern auch die gew\u00fcnschten perkussiven bis glockenartigen Kl\u00e4nge produzierte, hatte er gleichzeitig die nat\u00fcrliche Spielweise des Klaviers erhalten: das Instrument konnte \u2013 wenn auch etwas leiser als sonst \u2013 in all seinen virtuosen M\u00f6glichkeiten bespielt werden.<\/p>\n<p>Diese Klangmanipulationen sind es, die die eigentliche Revolution der Klaviermusik ausmachen. Die urspr\u00fcnglichen Farben der T\u00f6ne wandelten sich drastisch und lie\u00dfen sich oft kaum mehr als solche erkennen, je nachdem, woraus die Pr\u00e4parierung bestand und wo an den Saiten man sie befestigte.<\/p>\n<p>In seinem 1937 formuliertem Credo hatte Cage schon sein Ziel formuliert: <em>\u201eEs gilt das akademisch verbotene, nichtmusikalische Klangfeld, soweit dies manuell m\u00f6glich ist, zu erforschen.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Nachdem Sch\u00f6nberg die Tonskala bereits von der Vorherrschaft eines tonalen Zentrums entbunden und die zw\u00f6lf T\u00f6ne enthierarchisiert hatte, erhob Cage dieses Prinzip auf eine weitere Ebene, indem er das Sch\u00f6nbergsche Konzept auf den gesamten Klangraum ausdehnte. Seiner schon fr\u00fch gepr\u00e4gten Ansicht, dass \u201edie Dinge nicht nur sch\u00f6n sein m\u00fcssen.\u201c trug er so Rechnung, strebte er doch die Gleichberechtigung aller Kl\u00e4nge ohne Beachtung ihrer \u00e4sthetischen Qualit\u00e4t an. In den Klangkatalog des pr\u00e4parierten Klaviers nahm er daher auch absichtlich unangenehme Kl\u00e4nge auf.<\/p>\n<p>(text aus: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pr\u00e4pariertes_Klavier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>wikipedia<\/strong><\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/353787525?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"330\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>John Cage \u2013 Alles ist m\u00f6glich <\/strong><br \/>\nAusz\u00fcge aus der John Cage Dokumentation, 2012<br \/>\n<em>Regie: Thomas von Steinaecker,\u00a0Kamera: Rene Gorski<\/em><\/p>\n<p>Der Film zeigt\u00a0die Pers\u00f6nlichkeit John Cage (1912\u20131992) nicht nur als Maler, Dichter, Philosoph, sondern auch als einen der einflussreichsten K\u00fcnstler seiner Zeit, der von Anfang an mit Krisen zu k\u00e4mpfen hatte. Schon zu Beginn seines Schaffens prognostiziert Arnold Sch\u00f6nberg seinem Sch\u00fcler keine gro\u00dfe Karriere als Komponist. Vielleicht bleibt Cage, der Sohn eines Erfinders und einer Kolumnistin der L.A. Times, gerade deswegen entschieden auf seinem experimentellen Weg als Klangforscher, der ihm zun\u00e4chst weder Ruhm noch Einkommen beschert. \u2026<\/p>\n<p>Die Dokumentation untersucht Cages bahnbrechende musikalische Neuerungen, die bis heute weitreichenden Einfluss auf Musiker in der ganzen Welt hatten und haben, z. B. auf Luigi Nono und Die Einst\u00fcrzenden Neubauten. Neben dem \u201aPrepared Piano\u2018 geh\u00f6rt dazu auch die Weiter-Entwicklung der Zw\u00f6lftontechnik, die als Vorg\u00e4nger der seriellen Musik gilt\u00a0sowie\u00a0das Prinzip der <a href=\"https:\/\/www.lernhelfer.de\/schuelerlexikon\/musik\/artikel\/zufallskompositionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Zufallskomposition<\/strong><\/a>. Kompositionen, die anfangs noch von einem M\u00fcnzwurf entschieden werden, generiert bald der Computer. \u2026<\/p>\n<p>Wertvolles Archivmaterial l\u00e4sst Cage selbst zu Wort kommen. Er ging davon aus, dass die Funktion von Kunst nicht ist, die pers\u00f6nlichen Ideen und Gef\u00fchle eines Menschen zu kommunizieren, sondern die Natur in ihren Abl\u00e4ufen zu imitieren. Stille interessierte ihn, denn sie war am Schwersten zu finden in der Musik. Doch in St\u00fccken wie dem \u201aFontana Mix\u2018 (1958) verarbeitet er Ger\u00e4usche von New Yorker Stra\u00dfenz\u00fcgen.<\/p>\n<p>(text aus: <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/John_Cage_\u2013_Alles_ist_m\u00f6glich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wikipedia<\/a><\/strong>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/353960711?texttrack=de\" width=\"600\" height=\"450\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>How To Get Out Of The Cage \u2013\u00a0A Year With John Cage\u00a0<\/strong><br \/>\n<em>Frank Scheffer, Documentary, 2012<\/em><\/p>\n<p>Der Dokumentarfilm des Filmemachers Frank Scheffer zeigt ein intimes Portr\u00e4t eines der wichtigsten Komponisten und kreativen K\u00f6pfe des 20. Jahrhunderts bei der Arbeit. Von 1982 bis 1992 arbeitete Scheffer mehrfach mit John Cage zusammen, was zu einem einzigartigen Archiv historischen audiovisuellen Materials f\u00fchrte: mit Interviews, musikalischen Performances und Bildern verschiedener Orte aus Cages Leben und Werk schuf Frank Scheffer den Film &#8222;How to get out of the Cage \u2013\u00a0A Year with John Cage&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/394076936?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>John Cage<\/strong><br \/>\nL\u00e4rm einer Baustelle? \u2013\u00a0Musik in John Cages Ohren.<br \/>\n3sat begleitet den Musiker im Entstehungsprozess seiner Musik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pianist John Snijders pr\u00e4pariert ein Klavier\u00a0 f\u00fcr die Auff\u00fchrung von\u00a0John Cages Sonatas and Interludes &nbsp; John Cage (* 5. 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