{"id":2217,"date":"2014-06-17T09:30:52","date_gmt":"2014-06-17T07:30:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/?p=2217"},"modified":"2020-11-03T09:15:55","modified_gmt":"2020-11-03T07:15:55","slug":"autarke-systemediplomarbeit-von-sebastian-muellauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/blog\/autarke-systemediplomarbeit-von-sebastian-muellauer\/","title":{"rendered":"Autarke Systeme \u2013<br>Diplomarbeit von Sebastian M\u00fcllauer"},"content":{"rendered":"<div class=\"_df_thumb \" id=\"df_2211\"  wpoptions=\"true\" thumb=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/autarke-systeme-titel.jpg\" thumbtype=\"img\" >sm1 autark<\/div><script data-cfasync=\"false\">var option_df_2211 = {\"outline\":[],\"forceFit\":\"true\",\"autoEnableOutline\":\"false\",\"autoEnableThumbnail\":\"false\",\"overwritePDFOutline\":\"false\",\"direction\":\"1\",\"pageMode\":\"0\",\"source\":\"https:\\\/\\\/www.burg-halle.de\\\/id-neuwerk\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/06\\\/doku_autarke_syst.pdf\",\"wpOptions\":\"true\"}; if(window.DFLIP && DFLIP.parseBooks){DFLIP.parseBooks();}<\/script>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Autarke Syteme \u2013 Eine Feldforschung<\/strong><br \/>\nDiplomarbeit von Sebastian M\u00fcllauer,<br \/>\nTeil 1, 2010<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Reisen f\u00fcr und mit Menschen zu gestalten, weiter in die Arbeitsweise und das Handwerk anderer Kulturen einzutauchen w\u00e4re die Erprobung eines Lebensentwurfes. Ein Wagnis, welches meine Pr\u00e4gung, Leidenschaften und Erkenntnisse aus Studium und Arbeitswelt verbinden w\u00fcrde. Allein die Aussicht auf dieses Abenteuer weckte in mir ein Gef\u00fchl von Freiheit. Die Ideen \u00fcberschlugen sich in meinem Kopf, in Gedanken war ich bereits unterwegs. In den folgenden Wochen plante ich eine mobile Arbeitsstation bestehend aus zwei Koffern, die alles enthalten sollte was mir auf einer Reise Unabh\u00e4ngigkeit f\u00fcr Arbeit und Leben bieten w\u00fcrde. W\u00e4hrenddessen versuchte ich meine Reiseroute sowie m\u00f6gliche Stationen zu bestimmen. Ich wollte Distanz zur schnelllebigen Gesellschaft sowie den gro\u00dfen etablierten Gestaltungsnormen halten und damit Raum f\u00fcr freigeistiges und neues Gestalten schaffen. Von den globalen M\u00e4rkten scheinbar unbeeinflusste D\u00f6rfer, in denen altes Handwerk praktiziert wird und die Eigenheiten der jeweiligen Kultur nach wie vor gelebt werden, gerieten in meinen Fokus.<\/p>\n<p>In Berlin h\u00f6rte ich einen Vortrag von Li Edelkoort, einer renommierten Trendforscherin, in welchem sie unter anderem prophezeite, die zuk\u00fcnftige Gestaltung w\u00fcrde wieder aus den D\u00f6rfern kommen und Elemente alter Traditionen aufgreifen. Sie zeigte unkonventionelle Arbeiten von jungen Designern welche in l\u00e4ndlichen Gebieten, abseits der gro\u00dfen St\u00e4dte ihre Ideen entwickelten. Mit dem Wunsch danach, in Ruhe, Abgeschiedenheit und unter dem Einfluss fremder Kulturen Produkte neuer und andersartiger Qualit\u00e4t zu gestalten, stand ich offensichtlich nicht allein. Ich forschte weiter nach Orten die mir geeignet schienen und stie\u00df auf eine Vielzahl an Parallelgesellschaften \u00fcberall auf der Welt. Diese erf\u00fcllten meine Kriterien, wenngleich sie modernisierte Formen traditioneller D\u00f6rfer darstellten.<\/p>\n<p>Diese intentionalen Gemeinschaften* gr\u00fcnden sich auf der Idee eines \u00f6kologischen und friedlichen Zusammenlebens. Dabei eint sie das Ziel, eine neue Gesellschaft zu formen, welche sich von alten Denkweisen befreit. Sie wollen ihre Welt aus den bestehenden Strukturen herausheben und neu gestalten. In vielen Aspekten \u00e4hneln sich dabei die Ans\u00e4tze: Architektonische Bauten die mit der Natur verschmelzen, gelebte Spiritualit\u00e4t die das ganzheitliche Bewusstsein erweitert, den Zusammenhalt st\u00e4rkende Rituale, welche von ideologischen Fundamenten zeugen, auf die sich die neuen Gesellschaften st\u00fctzen. Bildung genie\u00dft einen hohen Stellenwert und wirtschaftliche wie soziale Strukturen entstehen in Anpassung an regionale Eigenheiten und Bed\u00fcrfnisse. Selbstversorgung unterst\u00fctzt dabei die zunehmende Unabh\u00e4ngigkeit. Kunst, Bildung, Rituale und Tradition bilden \u00fcber die Grenzen von Kulturen hinaus eine Einheit.<\/p>\n<p>Eine neu strukturierte, \u00bbbessere\u00ab Welt, in der weder die Vernichtung der Natur noch das damit verbundene Ende der Menschheit zu f\u00fcrchten ist, in der ressourcenschonend, sowie in jeder Hinsicht \u00f6kologisch und nachhaltig agiert wird, ist f\u00fcr viele Menschen bislang Utopie. Und es liegt im Wesen der Utopie das vorerst Unerreichbare zu sein. So scheitern von Zeit zu Zeit gedankliche Modelle ebenso wie die, die bereits ihren Weg in die Realit\u00e4t geschafft haben. Viele dieser Entw\u00fcrfe \u00fcberwinden jedoch auch die Grenzen alter Konventionen und geben Anlass die aktive Mitgestaltung der eigenen Lebensbedingungen als Mittel zum Wandel bestehender Verh\u00e4ltnisse in Betracht zu ziehen. Sie gedeihen zu Leuchtturmprojekten unserer Zeit heran, welche gelebte menschenfreundliche und naturverbundene Lebenskonzepte zeigen.<\/p>\n<p><em>Aus dem Vorwort von Sebastian M\u00fcllauer<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"_df_thumb \" id=\"df_2207\"  wpoptions=\"true\" thumb=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/07-qbm-essentials\/wp-content\/uploads\/sites\/33\/2020\/06\/taku-titel-big.jpg\" thumbtype=\"img\" >sm2 taku<\/div><script data-cfasync=\"false\">var option_df_2207 = {\"outline\":[],\"forceFit\":\"true\",\"autoEnableOutline\":\"false\",\"autoEnableThumbnail\":\"false\",\"overwritePDFOutline\":\"false\",\"direction\":\"1\",\"pageMode\":\"0\",\"source\":\"https:\\\/\\\/www.burg-halle.de\\\/id-neuwerk\\\/07-qbm-essentials\\\/wp-content\\\/uploads\\\/sites\\\/33\\\/2020\\\/06\\\/Documentation_TAKU_web.pdf\",\"wpOptions\":\"true\"}; if(window.DFLIP && DFLIP.parseBooks){DFLIP.parseBooks();}<\/script>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>TAKU \u2013 Mobile Reise- und Forschungsstation<\/strong><br \/>\nDiplomarbeit von Sebastian M\u00fcllauer,<br \/>\nTeil 2, 2010<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einer Kurzexpedition in das nah gelegene \u00d6kodorf Siebenlinden mache ich mich an die Arbeit an einer mobilen Reise- und Arbeitsstation, welche mich auf der geplanten Reise begleiten soll. F\u00fcr die Zeit unterwegs gebe ich mir ein Synonym, dass den Forschungsgegenstand meiner Reise widerspiegeln soll. Unter dem Vorhaben \u00bbAS\u00ab begebe ich mich in meine erw\u00fcnschte Utopie eines Lebens als reisender Gestalter zwischen \u00d6kod\u00f6rfern und auf den Spuren regionaler Autarkie. Meine Forschungsstation bekommt die Form zweier Koffer mit verschiedenen Funktionspotentialen und angelehnt an die Utopie \u00bbBolo&#8217;bolo\u00ab den Namen Taku*.<\/p>\n<p><em>*Der Autor P.M. gibt in seiner Utopie \u00bbbolo&#8216; bolo\u00ab der abschlie\u00dfbaren, personalisierten Kiste, \u00fcber die jeder \u00bbibu\u00ab(Mensch) verf\u00fcgt, den Namen \u00bbtaku\u00ab. \u00bb\u00dcber alles was im \u203ataku\u2039 Platz hat kann das \u203aibu\u2039 nach eigenem Gutd\u00fcnken verf\u00fcgen, der Rest der Erdkugel wird gemeinsam benutzt. Das \u203ataku\u2039 ist absolut unantastbar, heilig, tabu, sakrosankt, privat, exklusiv.\u00ab<\/em><\/p>\n<p>Taku ist Gestaltungsgegenstand einer zun\u00e4chst imagin\u00e4ren Reise. Sein Funktionsumfang und seine unterschiedlichen Anwendungsszenarien entsprechen verschiedenen, im Vorfeld projizierten Situationen. Die Aussicht auf das Eintreffen dieser, seien sie noch so unwahrscheinlich; ist zugleich unersch\u00f6pfliche Quelle an Motivation und Fantasie an seiner Entwicklung. Seine Funktionspotentiale sowie seine Gestalt spiegeln die Pers\u00f6nlichkeit und die gestalterischen Interessen des Sch\u00f6pfers wieder. Somit hat Taku einen spezifischen Besitzer. Taku ist mein t\u00e4glicher Begleiter, Freund und Werkzeug. Es soll alles enthalten was ich f\u00fcr meine Reise als mobiler Gestalter ben\u00f6tigen w\u00fcrde. Als eine funktionale Zelle soll es sich in mein tempor\u00e4res Wohnumfeld eingliedern oder selbst als mobile Architektur entfalten. Es soll sich w\u00e4hrend der Reise ver\u00e4ndern k\u00f6nnen und als ein Artefakt, fremden Leuten meine Intentionen kommunizieren helfen.<\/p>\n<p><em>Aus der Konzeptbeschreibung von Sebastian M\u00fcllauer<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"_df_thumb \" id=\"df_2208\"  wpoptions=\"true\" thumb=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/works-auroville-titel.jpg\" thumbtype=\"img\" >sm3 works for auroville<\/div><script data-cfasync=\"false\">var option_df_2208 = {\"outline\":[],\"forceFit\":\"true\",\"autoEnableOutline\":\"false\",\"autoEnableThumbnail\":\"false\",\"overwritePDFOutline\":\"false\",\"direction\":\"1\",\"pageMode\":\"0\",\"source\":\"https:\\\/\\\/www.burg-halle.de\\\/id-neuwerk\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/06\\\/Docu_AS_works_for_Auroville.pdf\",\"wpOptions\":\"true\"}; if(window.DFLIP && DFLIP.parseBooks){DFLIP.parseBooks();}<\/script>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Autarke Systeme f\u00fcr das Youth Center \u2013 Arbeiten in Auroville<\/strong><br \/>\nDiplomarbeit von Sebastian M\u00fcllauer,<br \/>\nTeil 3, 2010<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 03.12.2010 erreicht die Unternehmung \u00bbAS\u00ab Auroville in S\u00fcdindien. Die Experimentalstadt ist erster Untersuchungsgegenstand und potentieller Wirkungsraum. Ausgangspunkt von AS ist es eine Sensibilit\u00e4t f\u00fcr den Ort zu entwickeln, um dann gestalterisch t\u00e4tig zu werden. Die geografisch bedingt unterschiedlichen, nat\u00fcrlichen und soziologischen Einfl\u00fcsse sollen die Funktion und Formsprache der gestalterischen Arbeit beeinflussen. Der Philosophie des Reisens nach stellt sich AS die handwerkliche Arbeit unterwegs wie minimale Interventionen vor. Es k\u00f6nnten zum Beispiel fl\u00fcchtige Produkte oder Installationen sein, welche nur eine begrenzte Aktualit\u00e4t bzw. Lebensdauer haben. Eine dem Ort ad\u00e4quate L\u00f6sungsfindung und die Nutzung von lokalen Ressourcen stehen hierbei im Vordergrund.<\/p>\n<p>Heterotopien nennt Michel Faucault \u00bbOrte au\u00dferhalb aller Orte, wiewohl sie tats\u00e4chlich geortet werden k\u00f6nnen\u00ab. Im Gegensatz zu den Utopien handelt es sich hierbei um ganz konkrete Orte, die gleichsam Gegenpole oder Widerlager im Alltagsraum darstellen. So wie die Experimentalstadt Auroville eine Heterotopie in Indien darstellt, so k\u00f6nnte man auch das Youth Center als ein Widerlager innerhalb Aurovilles beschreiben. Aus einer rebellischen Bewegung der ersten Generation junger Aurovillianer heraus gegr\u00fcndet, fungiert es bis heute f\u00fcr die Bewohner als ein Ort der Selbstfindung und Orientierung innerhalb Aurovilles, an dem die k\u00fcnstlerische Entfaltung einen hohen Stellenwert genie\u00dft. Die haupts\u00e4chliche Tagesbesch\u00e4ftigung ist die experimentelle Gestaltung des eigenen Lebensumfeldes. Die Gemeinschaft bezieht als Teil der F\u00f6deration Auroville ein Grundeinkommen. Voraussetzung sind hierbei eine aktive Mitarbeit am Gemeinwohl und der damit verbundene Aufbau und die Erhaltung Aurovilles. F\u00fcr AS wird das YC innerhalb der ca. einhundert Nachbarschaften der haupts\u00e4chliche Aufenthalts- und Wirkungsraum.<\/p>\n<p><em>Aus dem Vorwort\u00a0von Sebastian M\u00fcllauer<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; Autarke Syteme \u2013 Eine Feldforschung Diplomarbeit von Sebastian M\u00fcllauer, Teil 1, 2010 &nbsp; Auf Reisen f\u00fcr und mit Menschen zu gestalten, weiter in die Arbeitsweise und das Handwerk anderer Kulturen einzutauchen w\u00e4re die Erprobung eines Lebensentwurfes. Ein Wagnis, welches meine Pr\u00e4gung, Leidenschaften und Erkenntnisse aus Studium und Arbeitswelt verbinden w\u00fcrde. 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