{"id":467,"date":"2015-05-23T15:37:55","date_gmt":"2015-05-23T13:37:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/?p=467"},"modified":"2016-08-27T16:13:44","modified_gmt":"2016-08-27T14:13:44","slug":"designprozesse-lecture-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/blog\/designprozesse-lecture-2\/","title":{"rendered":"Designprozesse <br>Lecture 2"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/128674894\" height=\"337\" width=\"600\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was haben die Yes Men mit Design zu tun,<\/strong><br \/>\n<strong> was eine herumlungernde Gruppe von Menschen?<\/strong><br \/>\n<strong> Und wieso reden wir immer nur \u00fcber Objekte?<\/strong><\/p>\n<p>Vortrag von Malte Westphalen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir uns mit Design besch\u00e4ftigen, wird man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf ein Bild kommen, welches einem Ausverkauf im Supermarkt gleich kommt. Der Weg hin zu diesen Dingen wird als Designprozess bezeichnet. Der Designer ist also nicht ganz unschuldig an einem Umstand wie diesem.<\/p>\n<p>Sich mit Designprozessen auseinander zu setzen, scheint genaugenommen etwas witzlos, wenn man das Ziel verfolgt, den <em>einen Designprozess<\/em> zu beschreiben. Da einerseits Prozesse Mustern folgen die der <em>Gesunde Menschenverstand<\/em> im Einzelfall besser ergr\u00fcnden kann, als eine Vorlesungsreihe es vermag und zweitens diese Prozesse immer individuell sind. Der letztere Punkt meint auch, dass jeder Prozess, der zu einer Idee, einem Artefakt oder einem Ding f\u00fchrt, einzigartig ist.<\/p>\n<p>Prozesse gab es viele und im Laufe dieser Vorlesungsreihe sollen einige dieser Prozesse genauer angeschaut werden. Ziel der Veranstaltungen soll es sein, m\u00f6gliche Positionen des Designs zu ermitteln. Es soll um Wahrheit, Fiktion und Realit\u00e4t gehen, und inwiefern diese Punkte beeinflusst werden k\u00f6nnen. In unserer sehr wahrheitsliebenden Gesellschaft wird dies meist durch die Wissenschaften \u00fcbernommen, genau genommen durch die Sprache. Henri Lefebvre sagte dazu: \u201eWarum aber soll die Sprache die \u201aWohnung des Seins\u2019, der Ort der Enth\u00fcllung sein, und nicht die Praxis? Und warum die Sprache allein? Warum nicht auch die Musik [\u2026]\u201d (Henri Lefebvre (Dell, S. 7)). Musik k\u00f6nnte hier auch durch Design, Kunst, Architektur etc. ersetzt werden. Kurzum durch all das, was unsere Welt interessant macht \u2013 zumindest meiner Meinung nach.<\/p>\n<p>Und mit diesem Satz \u2013 oder dieser Frage \u2013 ist man eigentlich schon mitten im Thema. N\u00e4mlich bei der Frage, was gestalterische Prozesse zu \u00e4ndern verm\u00f6gen?<\/p>\n<p>Mit der Moderne wurde eine Epoche eingeleitet, die stetig Grenzen \u00fcberschritten hat \u2013 ja das Grenz\u00fcberschreiten sogar zum Thema erkl\u00e4rt hat. Grenzen sind nicht mehr klar erkennbar und wenn doch, wurde sich bem\u00fcht, diese abzuschaffen. Die Welt ver\u00e4nderte sich, wurde komplexer, unverst\u00e4ndlicher und verworrener.<\/p>\n<p>Den Anfang in der Vorlesungsreihe machen die <em>Internationalen Situationisten<\/em>. Sie konnten die Verwirrung nach der Moderne zwar nicht aufl\u00f6sen, haben aber Methoden entwickelt, sich in die Gesellschaft einzumischen und Dinge zu \u00e4ndern. In ihrem Handeln ging es im Wesentlichen um das Ausprobieren und das Machen. Was sie hinterlassen haben, ist eine Methoden- und Materialiensammlung, die bis heute nicht an Aktualit\u00e4t verloren hat. Sie haben eine Anleitung hinterlassen f\u00fcr die <em>Konstruktion eines Paradises auf Erden<\/em>.<\/p>\n<p>Vor allem aber haben die Situationisten die Subversion als Gestaltungsm\u00f6glichkeit erschlossen und methodisch aufbereitet. Subversion meint hier das Analysieren vorhandener Systeme, um die Mittel dieser f\u00fcr Neues zu verwenden. Und ist damit meiner Meinung nach dem Designprozess mehr als nur nahe. Denn auch hier muss Vorhandenes erkannt und transformiert werden, um zu etwas Neuem zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Teil der Anleitung sind die vier Erfindungen:<\/p>\n<p>1. Kritik an der Gesellschaft;<br \/>\n2. Konstruktion von Situationen;<br \/>\n3. Unit\u00e4rer Urbanismus;<br \/>\n4. Andere \/ neue Kultur u. Kunst-Produktion.<\/p>\n<p>Realisiert wurde das Ganze durch: Entwendung, Zweckentfremdung, Fotoromane, Comics, Filme, Geschmiertes, Dilettantisches, Kitsch, Basteln, Schrott, Abfall, Vorgefertigtem, Montage, Collage, Plagiat, parasit\u00e4rem, idiotisch, viel Vergn\u00fcgen \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>MERKE<\/strong> (zwei Schlusss\u00e4tze)<\/p>\n<p>1. \u201eEs ist nicht egal, was man macht\u201c (W. Benjamin)<br \/>\n2. \u201eMan macht eine Revolution nicht, um arm zu werden.\u201c (Asger Jorn)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Beginn_einer_Epoche_Situationisten.pdf\" target=\"_blank\">Der Beginn einer Epoche \u2013 Texte der Situationisten \/ Leseprobe pdf<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Beginn_einer_Epoche_Situationisten.pdf\" target=\"_blank\"> Edition Nautilus<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/128674137?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" height=\"337\" width=\"600\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Supermarket of the Dead<\/strong><br \/>\nBrandopfer in China und der Kult des globalisierten Konsums. Proposition III.<br \/>\nEine Ausstellung von Wolfgang Scheppe mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden<br \/>\n14. M\u00e4rz bis 14. Juni 2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/128566688?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" height=\"480\" width=\"600\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>La soci\u00e9t\u00e9 du spectacle<\/strong> (1973) Guy Debord<\/p>\n<p>Die Gesellschaft des Spektakels (La soci\u00e9t\u00e9 du Spectacle) ist das 1967 erschienene Hauptwerk des franz\u00f6sischen K\u00fcnstlers und Philosophen Guy Debord. Es handelt sich um eine philosophisch an Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Karl Marx und Georg Luk\u00e1cs geschulte radikale Anklage der modernen westlichen und \u00f6stlichen Industriegesellschaft, des Kapitalismus, der realsozialistischen B\u00fcrokratie, der Form der Ware und der modernen damit einhergehenden Regierungstechniken. Das Buch hatte gro\u00dfen Einfluss auf die franz\u00f6sische Studentenbewegung des Pariser Mai 1968, erlangte sp\u00e4ter einen Kultstatus in Kunst und Subkultur und wird bis heute als medientheoretisches wie politisches Werk an Universit\u00e4ten gelesen.<\/p>\n<p>aus:<br \/>\n<a title=\"Die Gesellschaft des Spektakels \/ wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Gesellschaft_des_Spektakels#Film\" target=\"_blank\">Die Gesellschaft des Spektakels \/\u00a0<\/a><a title=\"Die Gesellschaft des Spektakels \/ wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Gesellschaft_des_Spektakels#Film\" target=\"_blank\">wikipedia<\/a><\/p>\n<p>siehe auch<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/gesellschaft_des_spektakel.pdf\" target=\"_blank\">Guy Debord \u2013 Die Gesellschaft des Spektakels pdf<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Imbeciles-Guide-to-the-Spectacle1.pdf\" target=\"_blank\">The Concept of the Spectacle\u2019 in Anselm Jappe\u2019s Guy Debord pdf<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/medienkunstnetz.de\/themen\/kunst_und_kinematografie\/debord\/1\/\" target=\"_blank\">\u00bbCin\u00e9 qua non\u00ab: Guy Debord und die filmische Praxis als Theorie, Thomas Y. Levin<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/128609807?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" height=\"441\" width=\"600\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Hurlements en faveur de sade<\/strong> (Geheul f\u00fcr de Sade, 1952) Guy Debord<\/p>\n<p>Debord drehte mehrere Filme, in denen er mit den M\u00f6glichkeiten des Experimentalfilms spielte, wobei er bisweilen auch die Zuschauerreaktionen und den abgedunkelten Kinosaal in die Vorf\u00fchrung miteinbezog: Einer seiner Filme, Hurlements en faveur de Sade (\u201eGeheul f\u00fcr de Sade\u201c), bestand aus Stille und einem minutenlangen Schwarzbild, das gelegentlich zu wei\u00df wechselte, wobei Zitate \u00fcber Jugend oder Revolution sowie Gesetzestexte zu h\u00f6ren waren; das Geheul stellten dabei die lautstarken Proteste des emp\u00f6rten Publikums dar.<\/p>\n<p>aus<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Guy_Debord#Filmographie\" target=\"_blank\">Guy Debord \/ Filmographie \/ wikipedia<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/52673555?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" height=\"330\" width=\"600\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Die Yes Men regeln die Welt<\/strong>\u00a0(2009)<\/p>\n<p><em>Sometimes it takes a lie to expose the truth.<\/em><\/p>\n<p>\u201eAt an international conference in Austria, about the importance of free markets, we [posing as representatives of The World Trade Organization] said we have a giant free market, it&#8217;s called democracy, and the only problem is that corporations can&#8217;t buy and sell votes, we want to open a free market and democracy by allowing people to sell their votes to the highest bidder. The audience of highly educated lawyers and government officials said, &#8222;You&#8217;re right. Great idea. Let&#8217;s implement it. Let&#8217;s figure out how to do it.&#8220; And they just accepted it because it stayed within their logic of the free market.\u201d<\/p>\n<p>The Yes Men<\/p>\n<p>siehe auch<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/brandeins_Yes_Men.pdf\" target=\"_blank\">Die Hochstapler \/ brandeins Ausgabe 10\/2014<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/128677608?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0\" height=\"338\" width=\"600\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>The Yes Men are Revolting<\/strong><br \/>\nUSA \/ Frankreich \/ D\u00e4nemark \/ Niederlande \/ Deutschland 2014, 92 Min<\/p>\n<p>REGIE: Laura Nix, Andy Bichlbaum, Mike Bonanno<\/p>\n<p>Nach bald zwei Jahrzehnten des humorvollen Guerilla-Aktivismus gegen die Gier der Wirtschaft und die Korruption der Politik unter dem Banner der Yes Men haben Alltag und Sinnkrisen die beiden Gr\u00fcnder eingeholt. Mike Bonanno hat Frau und Kinder, w\u00e4hrend Andy Bichlbaum die Hoffnung auf eine dauerhafte Beziehung mit seinem Freund noch nicht aufgegeben hat. Ihre kritischen Aktionen, in denen sie sich unter anderem als Sprecher der US-Handelskammer oder von Shell ausgeben, um der verwunderten Presse einen Richtungswechsel zu verk\u00fcnden, verpuffen bisweilen ohne die gew\u00fcnschte Wirkung. Die gewachsene private Verantwortung hat ihren Effekt auf die gemeinsamen Aktionen. Dennoch f\u00fchlen sie sich verpflichtet, dem Klimawandel, der alle bisherigen Probleme der Menschheit in den Schatten stellt, energisch entgegenzutreten. Und so holen sie sich externe Helfer, um neue, spektakul\u00e4re Aktionen durchzuf\u00fchren. Aus wechselnder Tagebuchperspektive von Andy und Mike erz\u00e4hlt der inzwischen dritte Film \u00fcber die Yes Men (Panorama Publikums-Preis 2009) vom Auf und Ab einer kreativen Freundschaft und dokumentiert vergn\u00fcglich gescheiterte wie auch gelungene Aktionen der beiden von 2009 bis heute.<\/p>\n<p>Text berlinale<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben die Yes Men mit Design zu tun, was eine herumlungernde Gruppe von Menschen? Und wieso reden wir immer nur \u00fcber Objekte? Vortrag von Malte Westphalen<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":470,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-467","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=467"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":770,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/467\/revisions\/770"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/media\/470"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.burg-halle.de\/id-neuwerk\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}