Kaleidoskopia

Acht Absolvierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle stellen vom 4. bis 19. September 2021 auf dem Gelände der Spinnerei Leipzig aus.

Motiv zur Ausstellung. Gestaltung: Lisa Linz

Die Ausstellung Kaleidoskopia präsentiert vom 4. bis 19. September 2021 künstlerische Positionen von jungen Absolvent*innen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im UNTERGESCHOSS 14 der Spinnerei Leipzig. Die Arbeiten der beteiligten acht Künstler*innen – Jakob Baum, Cornelia Buchheim, Michal Fuchs, Jiyu Kwak, Marie Luise Möller, Lukas Pfalzer und Susanne Hopmann, Jakob Schreiter und Pix vom Ende – verdeutlichen eindrucksvoll die große Spannbreite künstlerischer Praxen an der BURG und geben einen Einblick in den individuellen Weg, den die Absolvent*innen nach dem Kunststudium einschlagen. In der Ausstellung stehen sich somit Positionen ganz unterschiedlich arbeitender Künstler*innen gegenüberstehen, ergänzen sich und lassen die Vielfältigkeit ihrer Arbeitsweisen sichtbar werden: Der mediale Einsatz reicht von Skulptur, Malerei und Fotografie bis zu Videoarbeiten, großformatigen Installationen und postdigitalen Ansätzen. Die Werke beziehen sich unter anderem auf konzeptuelle oder poetische Ansätze, aber auch gesellschaftspolitische Fragestellungen und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie sind Themen.
Ausgewählt wurden die Arbeiten für die Präsentation aus dem Abschlussjahrgang 2020/21 des Fachbereichs Kunst der BURG von einer Jury, bestehend aus Professsor*innen, Mitarbeiter*innen und Studierenden.

Die Arbeiten von Jakob Baum (*1991) setzen sich intensiv mit der Beschaffenheit von Materialien sowie der Atmosphäre, die von diesen ausgeht, auseinander. Technische Hilfsmittel, die er hinzuzieht, lassen die verborgenen Eigenschaften des Materials sichtbar werden. So entstehen komplexe, mystisch anmutende Installationen.
Cornelia Buchheim (*1993 in Weimar) schafft mit ihrer Installation einen betretbaren Bildraum, in denen die Besucher*innen von sich überlagernden Fotografien umgeben werden. In einer Gegenwart, in der Bilder und Nachrichten zusehends flüchtiger werden, stellt sie die Frage, welche Narrative sich in der täglichen Bilderflut durchsetzen.
Michal Fuchs (*1983 in der Negev, Israel) nutzt Pflanzen als Medium, um Fragen zu Identität, Herkunft und ihrer persönlichen Diaspora zu stellen. Mythen und Begriffe aus der jüdisch-israelischen Welt werden zum Ausgangspunkt für ihre Arbeiten.
Der Malprozess von Jiyu Kwak (*1992 Seoul, Südkorea) ist gekennzeichnet durch Spontanität, der Suche nach Struktur und dem Mut, Lücken zuzulassen. Ihre Arbeiten zeigen ein spannungsreiches Spiel zwischen Linie und Fläche, in dem Farbe eine besondere Position der Ausgewogenheit schafft.
Die Objekte von Marie Luise Möller (*1993 in Deutschland) brechen mit stereotypen Bildern und hinterfragen Wertzuschreibungen und -wahrnehmungen. Mit spielerischer Leichtigkeit verbindet sie Telegram Sticker mit Marmorobjekten und lässt somit nicht nur digitale und analoge Ästhetiken verschmelzen, sondern auch klassische Kunstvorstellungen mit zeitgenössischen Herangehensweisen.
Die Video-Skulptur Haut von Lukas Pfalzer und Susanne Hopmann hinterfragt, wie die Repräsentation einer Handlung von dieser selbst zu unterscheiden ist. Ihre Arbeit lässt die Berührung von Händen auf nackter Haut im übertragenen Sinn spürbar werden.
Die Aufnahmen einer abstrakten Landschaft von Jakob Schreiter (*1992 in Jena) entstanden in einer stillgelegten Kaolin-Grube in der Nähe von Halle (Saale). Sie hinterfragen Sehgewohnheiten und verweisen auf die Konstruktion von Bildwelten – jedes Bild ist immer ein Abbild und zugleich Teil einer Konstruktion von Geschichte. Historie wächst nicht organisch, sondern wird nachträglich zusammengesetzt und unterliegt einer ständigen Neubewertung.
Pix vom Ende schafft mit ihrer Virtual-Reality-Arbeit digitale Welten, in der die Betrachter*innen selbst zu Akteur*innen werden. Der digitalen Reise liegt eine kritische Beschäftigung mit einem weit verbreiteten Optimierungswahn und der Sensationslust am Leid anderer zugrunde. Ausgangspunkt für die Künstlerin ist die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Tabuthemen und zwischenmenschlichen Machtbeziehungen.

Im Rahmenprogramm der Ausstellung finden zwei Tandem-Führungen mit den Künstler*innen und der Kuratorin sowie ein geführter Ausstellungsrundgang mit der Kuratorin statt.

Kaleidoskopia gehört zu einer Reihe der BURG, in der die Kunsthochschule bemerkenswerte Positionen von Absolvent*innen einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt. Die BURG zeigt mit der Ausstellung bereits zum vierten Mal in Folge auf dem Gelände der Spinnerei Leipzig eine Gruppenausstellung mit Positionen junger Alumni des Fachbereichs Kunst. Der Abschluss der Ausstellung findet parallel zum Herbstrundgang der Spinnereigalerien am Wochenende vom 18. und 19. September 2021 statt.

 

Kaleidoskopia
Ausstellungsdauer: 4. bis 19. September 2021
Ort: UNTERGESCHOSS 14, Spinnerei Leipzig, Spinnereistr. 7, 04179 Leipzig
Eröffnung: Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen findet die Eröffnung als Soft-Opening am Samstag, 4. September, ab 14 Uhr statt.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 12 bis 19 Uhr
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Besucher*innen müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Weitere Änderungen aufgrund der dann geltenden Corona-Verordnungen sind möglich.
Kuration: Elisabeth Würzl
Projektleitung: Prof. Rolf Wicker
Weitere Informationen: www.burg-halle.de/alumniausstellung
Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #BurgHalle und #kaleidoskopia

 

Begleitprogramm
Tandem-Führung mit Künstler*innen und der Kuratorin:
Sonntag, 5. September 2021, und Sonntag, 19. September 2021, jeweils 15 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Geführter Ausstellungsrundgang mit Kuratorin Elisabeth Würzl: Samstag, 11. September 2021, 15 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

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