Ekphrasis. Reflexion und Übung zur bildhaften Kunstbeschreibung

KOMPAKTSEMINAR (Kunstgeschichte) | Charlotte Silbermann, M.A. | Mi – Fr, 7. – 9. Oktober 2020 | 10.00 - 16.00 Uhr | digital | Anmeldung unter silbermann@burg-halle.de bis 2. Oktober 2020

Sandro Botticelli: Giovane Introdotto tra le Arti Liberali, 1483–1486, Fresko, 237 cm × 269 cm, Musée du Louvre, Paris.

Über die eigene Kunst zu sprechen und/ oder über visuelle Kultur zu diskutieren, ist für das Studium der Bildenden Kunst, Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft zentral. Aber wie werde ich mit Worten anschaulichen Phänomenen gerecht? Diese Frage stellten sich bereits in der Antike die Rhetoriker und erprobten unter dem Begriff Ekphrasis die Beschreibung visueller Erscheinungen. Das bekannteste Beispiel ist das kunstvoll gestaltete Schild des Kriegers Achill, das Homer ausführlich in seiner Ilias beschreibt.

Nach einer Einführung in die theoretische Diskussion über die Grenzen von Bild und Text, wollen wir in der ersten Sitzung des Blockseminars gemeinsam literarische Beispiele der bildhaften Beschreibung lesen und analysieren. In den fiktiven Texten werden Bilder lebendig oder fantastische Installationen entworfen, bei denen zu bezweifeln ist, ob sie überhaupt technisch realisierbar wären. Für die künstlerische Praxis ließe sich diskutieren, wie sinnvoll sprachliche Skizzen sein können. In den folgenden Sitzungen wollen wir außerdem kunstkritische Texte anschauen und herausfinden, durch welche sprachlichen Mittel unsere Vorstellungskraft aktiviert wird. Vor allem am Beispiel abstrakter Bilder könnte das spannend werden. Welche Möglichkeiten gibt es etwa, um Farberlebnisse in Worte zu fassen?

Vorbereitende Literatur

Gottfried Boehm: Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache, aus: Beschreibungskunst Kunstbeschreibung. Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, München 1995.

Ernst Rebel: Darf Bildbeschreibung „Erlebnis“ bieten? – Tendenzen und Diskussionen seit Burckhardt, in: Ernst Rebel (Hrsg.): Sehen und Sagen. Das Öffnen der Augen beim Beschreiben der Kunst. Ostfildern 1996, S. 74-90. 

Literarische Beispiele u.a.:

  • Beschreibung von Achills Schild in Homers „Ilias“, 18. Buch (ca 7. - 8. Jahrhundert v. Chr.)
  • Auszüge aus Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray" (1891)
  • Rilke: Archaischer Torso Apollos (1908)
  • Auszüge aus Siri Hustvedts "Die gleißende Welt" (2015) 

Ekphrastische Kunstkritik u.a.:

Georges Didi-Huberman: Fra Angelico. Unähnlichkeit und Figuration. Aus dem Französischen übersetzt von Andreas Knop. Wilhelm Fink Verlag, München, 1995.

Sylvia Fritsch: Ungegenständlich und umbeschreibbar? Eine Annäherung an Bilder Barnett Newmans, in: Ernst Rebel (Hrsg.): Sehen und Sagen. Das Öffnen der Augen beim Beschreiben der Kunst. Ostfildern 1996, S. 181-212. 

Peter Koffer (Hrsg.): Ekstatische Kunst - Besonnenes Wort. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis. Bozen 2009. 

 

Name des/der Lehrenden / Name of Teacher 

Charlotte Silbermann, M.A.

Veranstaltungsart und -methodik / Teaching and working methods 

Seminar

Verwendbarkeit / Applicability
Kunstgeschichte / MA Kunstwissenschaften: Modul 1 (Methoden), Modul 2 (Theorien und Diskurse)

Lernziele, Qualifikationsziele / Objectives,  Learning Outcome

  • fundiertes und vertieftes Verständnis von wissenschaftlichen Methoden der Kunstgeschichte, Philosophie und Kunstpädagogik sowie deren transdisziplinäre Vernetzung
  • Erweiterung des eigenen methodischen Spektrums, Öffnung des reflexiven Spielraums und Kompetenzen bezüglich einer Transferbildung und von Anwendungsbezügen
  • Bereitstellung einer soliden Basis für eigene Forschungen und wissenschaftliches Arbeiten
  • Einblick in die historische Entwicklung von Analysemodellen

Beurteilung / Assessment 

Studierende Kunst: Teilnahmeschein (unbenotet), Leistungsschein (benotet); Studierende Kunst (Lehramt): Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation) oder/und Modulprüfung (Präsentation + benotete schriftliche Hausarbeit); Studierende der Kunstpädagogik (Diplom): Teilnahmeschein (unbenotete Präsentation); Studierende MA Kunstwissenschaften: Teilmodulleistung (unbenotete Präsentation) oder/und Modulprüfung (Präsentation + benotete schriftliche Hausarbeit)

Zugangsvoraussetzung / Prerequisites
keine

Umfang in SWS / Semester periods per week
2

Häufigkeit, Dauer und Termin,  Ort des Angebots / Appointed time and location
Blocktermine
Beginn: 7. Oktober 2020
digitales Seminar

Studiengang / -richtung

Kunstwissenschaften
Master Kunstwissenschaften
Lehrangebote Kunstgeschichte

Lehrende(r)

Charlotte Silbermann (Elternzeit)



Ort

digital

Kursbeginn

07.10.2020



Voraussetzungen

geeignet für alle Studierende, Master Kunstwissenschaften (Modul 1: Methoden oder Modul 2: Theorien und Diskurse)

Studiengang / -richtung

Kunstwissenschaften
Master Kunstwissenschaften
Lehrangebote Kunstgeschichte

Lehrende(r)

Charlotte Silbermann (Elternzeit)



Ort

digital

Kursbeginn

07.10.2020



Voraussetzungen

geeignet für alle Studierende, Master Kunstwissenschaften (Modul 1: Methoden oder Modul 2: Theorien und Diskurse)