Designing with Artificial Intelligence

Call for Participation für die Konferenz "Designing with Artificial Intelligence (DAI)": How to Design When Design (Re-)designs Itself. Künstliche Intelligenz in Design, Interaktion und Designtheorie. Findet am 15. Mai 2020 in der Mediadesign Hochschule Berlin statt. Bewerbungsschluss: 1. Januar 2020

Call for Participation für die Konferenz
Designing with Artificial Intelligence (DAI)
How to Design When Design (Re-)designs Itself. Künstliche Intelligenz in Design, Interaktion und Designtheorie

Datum: 15. Mai 2020
Ort: Mediadesign Hochschule Berlin
Framework: Satelliten-Event der ‚Rise of AI‘ Konferenz
Hosts: Prof. Dr. Sebastian Löwe (Mediadesign Hochschule, Berlin), Marc Engenhart (THI Ingolstadt, HfG Schwäbisch Gmünd)

Maschinell intelligente Systeme und Vorgänge sind längst kein Sujet der Science Fiction mehr. Uns umgibt als User*innen bereits eine überwältigende Vielzahl von intelligenten Anwendungen. Angefangen bei persönlichen Sprachassistenten wie Amazons Echo, Apples Deep Fusion Foto-Algorithmus, über lernende Spam-Filter und Auto-Complete-Funktionen in Suchmaschinen bis hin zu Bild-, Gesichts- und Emotionserkennung, semi-autonom bewegte Fahrzeuge, sowie inhaltliche Zusammenstellungen aus Produkten und Informationen der uns umgebenden Filter-Bubble im Internet. Unternehmen wie Microsoft, Google, IBM, Apple, Facebook, Amazon, Adobe, SpaceX, Neuralink, Bosch, Daimler, McKinsey sowie Universitäten und Hochschulen beforschen, entwickeln und implementieren seit langem lernfähige Algorithmen, die sich organisch in die User-Experience digitaler Produkte integrieren, Handlungsabläufe beschleunigen, sogar richtungsweisend beeinflussen und oft unbemerkt bleiben. Die großen Vier (GAFA) stellen ihre Algorithmen frei zur Verfügung. Mit dieser aggressiven Strategie zur Markteinnahme beschleunigen sie die Dominanz von KI wesentlich.

Für Gestalter*innen, jene die mit Machine Learning noch nicht in Berührung gekommen sind, als auch jene, die wissen, wie Algorithmen anwendbar sind, eröffnen sich damit nicht nur eine ganze Bandbreite von Methoden und Anwendungen, sondern auch neue gestalterische Chancen und Schwierigkeiten.

Wenn die Maschine grundlegende wie weitreichende Gestaltungsentscheidungen in Sekundenbruchteilen übernimmt und nicht nur passives Gestaltungswerkzeug ist, wenn Vorhersagen wesentlicher Teil der User-Experience, wie User-Interaktion und Informationsgestaltung in Kommunikation und Kreation werden, dann erweitert das tradierte Aufgaben, Rollen und Verständnisse von Gestalter*innen grundsätzlich und benötigt Aufklärung, Methodologien und angewandtes Verständnis im Gestaltungsprozess. Die Annahme ist wohl gerechtfertigt, dass Gestalter*innen in diesem Prozess nicht überflüssig werden, sondern ihren Gestaltungshorizont und ihre Methodologien auf die kreativen Anteile im Gestaltungsprozess ausweiten und neu definieren können. Bleibt damit auch mehr Zeit für spekulative Ideen und damit die Zeit, Gestaltungsarbeit kreativ umzugestalten?

Wir halten weder die negativ-dystopische Kritik der Automation, als ein großes Überflüssigmachen von Gestalter*innen, noch das positiv-idealistische Verständnis von einer Befreiung der Menschheit von der (Gestaltungs-) Arbeit für überzeugend. Stattdessen möchten wir nach einer Position fragen, die die Prognose, das Antizipatorische, das autonom Bildende zur Grundlage eines erweiterten, verantwortungsvollen Designverständnisses macht. Wir möchten nach dem Mindset, dem Selbstverständnis und den Qualifikationen fragen, die eine AI-basierte Arbeitsweise für Gestalter*innen nötig macht, diese erkennt und für Studium wie berufliche Praxis anwendbar und publizierbar macht.

Wird Gestaltung mit und im Entwurf generativer Layouts und Anwendungen kuratiert, oder integriert sie sich durch die Entwerfer*in zu einem gemeinsamen Entwurf? Wie sieht das Design der Möglichkeiten maschineller Partizipation aus, in der Designer*innen neue Regelwerke mit neuen Biases und intelligente Maschinen als Black- oder White-Boxes gestalten? Wir fragen nach Modellen, Theorien und praktischen Versuchen, die dieses neue Designverständnis entwerfen, abbilden und für eine kritische Diskussion greifbar machen können.

Darüber hinaus hat Design immer auch strategische Funktion. Welche Rolle können intelligente Maschinen hierfür spielen? Welche Rolle übernehmen sie im Entwurf und der Ausführung von strategischem, nutzerzentriertem Design? Wir möchten die Frage stellen, wie Datenarchitektur und Big-Data-Sets für die Entwicklung von marken- oder systembildenden Prozessen genutzt werden können. Aber auch, ob und wie Anticipatory Design visuelle (Marken-) Kommunikation von starren Marken- und Produktsprachen entkoppelt und radikal individualisierte Erfahrungen der Nutzer*innen ermöglicht. Aus Sicht des Designs, das funktionale Identitäten und Informationskommunikation erschafft, ergeben sich damit Fragen von Möglichkeiten und Grenzen in diesen antizipatorischen Produkten, dynamischen Markenidentitäten, aber auch der gesamten Informations- und Interaktionsgestaltung.

Last not least interessieren wir uns für die Auswirkungen von künstlich intelligenten Assistenzsystemen auf die Design- und Unternehmensstrategien. Nicht so sehr im Sinne einer um sich greifenden digitalen Transformation von Geschäftsmodellen, sondern vielmehr im Sinne einer Automatisierung von strategischen Konzepten, die für die zukünftige iterative und generative Gestaltung von Marken- und Unternehmensstrategien intelligente Maschinen einsetzt. Wie können Strategien in operative Modelle übertragen werden? Welche Rolle können Maschinen bei der Entwicklung von Unternehmensvision und -sinn, von Zukunftsszenarien und daran gekoppelt von Corporate-Identities übernehmen?
Wir möchten Theoretiker*innen aus allen für das Design und Design-Management einschlägigen Disziplinen, genauso wie Design-Praktiker*innen einladen, diesen dringenden und bisher höchst vorläufig beantworteten Fragen nachzugehen, sich gemeinsam auszutauschen und neue Fragen aufzuwerfen. 

Mögliche Fragen, Untersuchungsbereiche und Themen sind:

  • Folgen von intelligenten Maschinen für die Theorien des Designs und Design-Managements
  • User-Experience in Zeiten von künstlicher Intelligenz
  • Interaktionsgestaltung und Strategie in Zeiten von künstlicher Intelligenz
  • Informations- und Bildrezeption von KI-gestützten visuellen Oberflächen
  • Fragen der Agency von User und Designer in der KI-basierten Mensch-Maschine Interaktion
  • Machine Learning in Interface-, Service- und Kommunikations-Design
  • KI-basierte Gestaltungspraxen und -werkzeuge
  • Generative Gestaltung und KI
  • Wirkungen von angewandtem Machine Learning auf das Konzept von Corporate Identity
  • Cognitive Design Computing und Machine Learning
  • Design-Strategie und maschinelles Lernen
  • Fragen der Biases, Fakes, der Ethik und des Hypes von automatisierter Gestaltung
  • Machine-Learning-Modelle und ihre Wechselwirkung auf Gestaltungsprobleme und -prozesse

Mögliche Formate können sein:

  • Vorträge
  • Case-Studien
  • Poster-Sessions
  • Workshops
  • Hackathons
  • Live-Demos
  • experimentelle Formate

Die Konferenz findet in Berlin als Satelliten-Event im Rahmen der Rise of AI statt. Ausrichter ist die Mediadesign Hochschule für Design und Informatik (MD.H).
Ansprechpartner: Prof. Dr. Sebastian Löwe, Franklinstraße 28-29, 10587 Berlin (s.loewe(at)  mediadesign.  de)
Alle Abstracts (max. 800 Wörter) richten Sie bitte bis 1. Januar 2020 per Mail an: 2020(at)  designing-artificial-intelligence.  com

Konferenzsprache ist englisch und deutsch. Eine digitale Publikation ist geplant.
Fahrtkosten werden übernommen.

Weitere Infos hier.