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Objekt der Erinnerung

Erinnerung: Graben in der Vergangenheit

Meine Erinnerung hängt an einem kleinen Beutel mit antiken Münzen. Dabei ist allerdings das Gefühl des Beutels in der Hand und der Klang der Münzen im inneren essenzieller, als die einzelnen Münzen an sich.

In meiner Erinnerung besichtige ich die Ausgrabungsstätte eines alten römischen Kastells. Neben der tatsächlichen Ausgrabung konnte man dort auch eine 1:1-Rekonstruktion einer alten Taverne quasi direkt neben dem Fundort betreten. Dieses Erlebnis hat mich damals so fasziniert, dass ich mich von da an sehr für Geschichte und Archeologie interessiert habe. Durch dieses Interesse stellten sich in meiner Schullaufbahn und in meinem Leben viele Weichen.

Als erstes sollte man sich in einer leeren, weißen Szene befinden. Dem Spieler/der Spielerin wird durch eine kurze Animation der Geldbeutel angezeigt, den man wie ein Item im herkömmlichen Ego-Shooter in der digitalen Hand hält. Wenn der Spieler/die Spielerin nun den Beutel in die Szene wirft, markiert dieser mit einem Kreuz und einem klingenden Geräusch den Ort des Aufpralls. Hier baut sich nun die eigentliche Szenerie der Erinnerung auf, indem sie aus dem Boden wächst.

Nun kann der Spieler/die Spielerin in der Erinnerung die Ausgrabungsstelle betreten und bei dem Kreuz, welches der Geldbeutel hinterlassen hat, anfangen zu buddeln. Dabei wird er/sie auf alte Überreste stoßen, welche man dann komplett freilegen kann. Währenddessen baut sich neben der Ausgrabung eine Rekonstruktion des Objekts auf, welches der Spieler/die Spielerin gerade freilegt. Hier kann man sich nun einen Eindruck darüber verschaffen, an was man gerade herumwerkelt und in welchem Kontext das Objekt zum restlichen Fund steht. Nach Abschluss der „Ausgrabung“ kann der Spieler/die Spielerin das fertige Konstrukt des Fundes begutachten und noch viele kleine Details und verlorene Fragmente finden, und sich die einzelnen ausgegrabenen Überreste anschauen.

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