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Don’t touch!

Wir können mit den Händen sehen, denn unsere Augen allein können uns auch täuschen, wir sehen mit den Händen anders. Wenn wir Gegenstände berühren entsteht eine ganz neue Dynamik. Wir begreifen Dinge schneller wenn wir sie haptisch wahrnehmen können. Das Wort begreifen beinhaltet auch schon den Hinweis – Greifen! In meiner Erinnerung geht es, um genau so eine Erfahrung.

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Die Erinnerung:

Jahresausstellung 2017 – Tatort: Spiel- & Lerndesign, Objekt der Begierde: Kinderspielzeug.

Ein warmer Sommernachmittag, gute Stimmung und eine tolle Ausstellungsatmosphäre – so würde ich meine Erinnerung beginnen. Ich betrat die Räumlichkeiten des Studiengangs Spiel- und Lerndesign und entdeckte Spielzeuge, die vom Studiengang entworfen und hergestellt wurden. Getrieben von meiner Neugierde begann ich, die Spielzeuge mit meinen Händen zu erforschen. Sie waren teilweise weich, aber auch rau oder eben ganz kalt. Doch dann:

Look but do not touch!

Wider erwarten wurde ich aufgefordert die Spielzeuge wieder hinzustellen und ja nichts anzufassen. Hier gilt: Please, don’t touch!!!!

Meine Frustration war deutlich und mir ging der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, warum man Spielzeuge nicht anfassen sollte. Exponat Hin- oder Her. Hier ging es doch um Spielzeuge mit Spielpotenzial, wie soll man die Spielzeuge denn sonst erfahrbar machen oder gar verstehen, wenn man sie nicht anfassen darf und sie nur als stumme regungslose Objekte aufgebahrt werden.

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Das Game:

An diese Erinnerung möchte ich unbedingt anknüpfen, ich möchte in meinem Game das Anfassen von Exponaten in einer Ausstellung erfahrbar machen. Natürlich sollen die Spieler auch die Erfahrung des „erwischt Werdens“ machen.

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Die Spielmechanik:

Anfassen? Worauf möchte ich hinaus? Mir geht es darum Synapsen im Kopf zu verknüpfen und die Bewegung mit dem Sehen zu vereinen. Ich möchte anregen eine neue Schnittstelle auszuprobieren. Die Schnittstelle Spielzeug/Mensch. Das Interface des Spiels beruht auf einen Handschuh, der ausgestattet ist mit verschieden kapazitiven Sensoren. Der Clou – er reagiert auf direkten Kontakt mit Haut. Ich kann eine Haptik simulieren in dem ich mit dem Handschuh meine Haut berühre.

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Das Setting:

Wir befinden uns in einem Ausstellungsraum. Das Spiel ist für VR konzipiert, das hat den Hintergrund, da ich in meiner Erinnerung den Fokus auf Haptik setzen möchte. Ich möchte mich bewusst auf meine haptischen Reize konzentrieren und das funktioniert besser wenn ich „blind“ bin und meine Umwelt nicht wahrnehmen kann. So kann ich mich besser auf das Geschehen in dem Game konzentrieren ich muss mich auf mein „Spüren“ verlassen.

Wir sehen verschiedene Exponate in den Ausstellungsräumen, alles ist geometrisch gehalten und erinnert entfernt an Spielzeuge wie Bauklötze oder andere surreale Räumlichkeiten, in die wir uns nur allzu oft gern flüchten.

Die Exponate schreien förmlich danach berührt zu werden. Sie leuchten, sie bewegen sich, sie verführen dich. Du berührst sie indem du mit deinem Handschuh dich selbst berührst, so bekommst du ein direktes Feedback auf deine Berührung, du hast einen haptischen Widerstand und eine optische Veränderung. Denn das Exponat beginnt sich zu zersetzen. Jede erneute Berührung des Exponates, wird es nur weiter zersetzen, bis es sich komplett aufgelöst hat.

Aber Achtung du stehst unter Beobachtung! Denn auch hier wird es eine Aufsichtsperson geben, sie wird dich im Auge behalten und dich gern daran erinnern:

Look but do not touch!

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Updates 23.12.2020.

Überarbeitung der Farbigkeit/ des Aufbaus des Ausstellungsraumes. Angelehnt an den Aufbau des Jahresausstellungs-Posters vom Jahre 2017

Updates 16.12.2020.

Mir fiel auf, dass das größte Problem in meinem Projekt die Vermittlung ist. Die Spielmechanik + neues Interface verständlich den User zu erklären, so dass kein Frust entsteht, weil man die Funktion nicht versteht. Das ist wirklich ein schwieriges Unterfangen. – Bei mir machte sich wirklich Frust breit – Nachdem ich mit Leo über mein Projekt gesprochen habe, konnte ich wieder neue Energie tanken und ein paar neue Ideen sammeln. – Hinweis: Der Austausch auf dem Discord Server tut wirklich gut! Mir fehlt wirklich der Austausch untereinander.

Ich bereitete einen Empfangsraum in meinem Game vor, dieser Raum soll der Einstieg sein, man bekommt die Spielmechanik erklärt und wird an die Story bzw. die Situation in der man sich befindet herangeführt. Mit kleinen Aufgaben lernt man die Funktionen des Handschuhs kennen. Jetzt ist es z.B. möglich Seifenblasen mit dem Berühren der Finger auf der Haut, zerplatzen zu lassen. Geplant ist, alle Finger einmal durchzuspielen und erst dann in den Ausstellungsraum hereingelassen zu werden.

Ausstellungsraum – Tür zur Ausstellung. Wird natürlich erst freigegeben, wenn man das Tutorial erfolgreich abgeschlossen hat.
Text Experimente.
Seifenblasen Tutorial

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Updates 01.12.2020.

Das VR Setup wurde erstellt. Ich habe in 3ds max verschiedene Assets erstellt und sie in die Szene platziert und mit den Größenverhältnissen gespielt. Des Weiteren habe ich mit Experimenten angefangen Meshes zu deformieren bzw. sie zu zersetzen. In dem Zusammenhang suche ich immer noch nach Wegen, wie ich Meshes auflösen kann.

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Updates November 2020

Im November startete ich mit den Experimenten zur Sensorik ich schaute wie ich Partikelsysteme durch Berührung der Sensorik beeinflussen kann.

Ebenfalls im November beschäftigte ich mich mit der Implementierung eines NPC Charakters, welcher die Aufsichtsperson spielt.

Experimente mit leitfähigen Materialien

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