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Updates zu: „don’t touch“

Bisher hatte ich immer meinen vorherigen Blogpost aktualisiert und meinen Fortschritt dort festgehalten. Jetzt erstelle ich mal einen extra Blogpost, der Übersichtlichkeit halber.

Was gibts neues?

Ich habe mir prinzipiell noch einmal Gedanken zu meinem Game gemacht, mir wurde klar – und das hat tatsächlich dieses Semester ziemlich lang gebraucht (lag vermutlich an der Isolation) – dass ich meine eigene Erinnerung im eigentlichen Spiel immer mehr verfälscht habe. Und das sollte natürlich auf keinen Fall so sein! Ich habe angefangen die Story für das Spiel zu verändern. Das hat nicht nur mich aus dem Konzept gebracht, dass hat auch dazu geführt, dass andere meinem Konzept gar nicht richtig folgen konnten.

Neues Kapitel!

Also es beginnt ab jetzt quasi ein neues Kapitel, ich bleibe bei den Tatsachen und versuche mit bestem Gewissen meine eigentliche Erinnerung wieder zu geben und euch als Betrachter/Spieler bestmöglich durch diese Erinnerung zu führen. So dass jeder selbst für sich etwas mitnehmen kann.

Was möchte ich mit dem Spiel sagen?

Dazu muss ich noch einmal zur Erinnerung zurück und erklären warum ich diese Erinnerung überhaupt genommen habe. Denn ich denke so richtig deutlich habe ich es noch gar nicht verfasst.

Es war der Sommer 2017, ich war zur Jahresausstellung an der BURG und ich hatte ein paar Monate zuvor meine Zusage bekommen im Oktober meinen Studienplatz auch dort anzutreten. Ich war wie auf einer rosa Wolke in meiner Zuckerwatte Welt. Ich flog nur so vor Aufregung und Neugierde durch die Ausstellungsräumlichkeiten der BURG und bestaunte alle Exponate der einzelnen Studiengänge. Bis ich eben zu den besagten Räumlichkeiten des Studiengangs Spiel- und Lerndesign kam. Ich sah Spielzeuge, Plakate und eben Informationsbanner, die verrieten, dass es sich vor allem auch um sensorische Entdeckungsspielzeuge und Kuscheltiere für Kinder handelte, die für den hauseigenen Kindergarten der BURG entwickelt worden, bzw. mit den Kindern getestet wurden. Das imponierte mir und ich begann diese Spielzeuge anzufassen, ich war vollkommen perplex, wie schön diese Spielzeuge gearbeitet waren und probierte die verschiedenen Funktionen aus, die mir allein über das Anschauen, auf keinen Fall vermittelt werden. Ich meine das waren Exponate, da steckte noch viel mehr dahinter. Das hätte man gar nicht alles nur „erblicken“ können. Wie ein Schweizer Taschenmesser, ihr wisst sicherlich worauf ich hinaus will. 😉

Wie dem auch sei, ich hatte also die Exponate in den Händen und gerade meine Freude daran mit den Händen alles zu explorieren, da kam da auch schon jemand auf mich zu und wies mich harsch zurück – ich solle die Exponate auf keinen Fall anfassen. Hier dürfe man nur schauen, aber nichts anfassen.

Was soll ich sagen. Ich war peinlich berührt, ganz klar. Aber dann war da noch etwas anderes. Und zwar eine Mischung aus Enttäuschung und Unverständnis. Ich habe es nicht begriffen, was daran so verkehrt war die Exponate anzufassen, es waren nun mal Spielzeuge, weder Antik noch besonders zerbrechlich. Ich fühlte mich um eine Erfahrung beraubt. Für manche mag das vielleicht etwas zu hoch gegriffen klingen, aber mich hat das einfach wahnsinnig vor den Kopf gestoßen. Ich war vollkommen verwirrt und bin etwas aus meiner rosaroten Zuckerwattewelt aufgetaucht. Ich war plötzlich total verunsichert über mein Studium. Ich fühlte mich gar nicht mehr so sicher, was mich eigentlich erwartet, wenn ich das erste mal offiziell als Studentin das Gelände betrete.

Ich fing das Studium an und von Semester zu Semester keimte diese Erinnerung immer wieder in mir hoch, die Scham, die Verwirrung, der Ärger und das Unverständnis.

Als es mit den eigenen Semesterprojekten los ging und ich mir zu meinen Konzepten Gedanken machte, dann erinnerte ich mich an diesen Tag und wusste zugleich was ich nicht möchte, meine Projekte wie Tote aufbahren. Nein – Ich möchte meine Projekte erfahrbar machen, ich möchte etwas zum Anfassen, zum Ausprobieren, zum Experimentieren, zum Erleben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Erinnerung maßgeblich meine Studienarbeiten beeinflusst hat. Sie hat mir gezeigt, was mir wichtig ist bei meinen Arbeiten.

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Und jetzt gebe ich euch endlich 😉 einen kurzen Einblick in mein Game:

Man beginnt die Erinnerung unter freien Himmel. Man kommt erst mal an, schaut sich um. Und bekommt durch Plakate und Beschilderung einen Hinweis wo man sich befindet. Hinzu kommt eine Audio Ebene. Für das Game habe ich zusammen mit meinem Freund Text eingesprochen, meine Gedanken werden auditiv vermittelt. Ich schaue mich um und wiederhole, was ich schon auf einen Schild lese „Spielzeuge…na da bin ich ja mal gespannt!“

via Text-Ebene werde ich aufgefordert mit Berührung meiner Haut die Interaktion zu starten. Denn auf Berührung meiner Haut mit den Fingern erfolgt immer eine Interaktion. In den nächsten Schritten nähere ich mich der Tür und begleite das ganze wieder auditiv: „Wahnsinn, ich kann es kaum erwarten!“

Der Ausstellungsraum

Bei der Gestaltung des Raumes habe ich mich ganz auf die Optik des Jahresausstellungsplakates vom Jahre 2017 beschränkt. Ich habe die Farbskala des Plakates übernommen und versucht einen abstrahierten Ausstellungsraum zu erschaffen, die Gewichtung soll ausschließlich auf die Exponate sowie die Aufsichtsperson liegen.

Die Exponate leuchten und bewegen sich teilweise. Ich begleite das ganze wieder mit einem auditiven Monolog: „Ich muss unbedingt näher ran!“

Am Exponat selbst bekomme ich wieder den Hinweis: Über meine Berührung kann ich mit den Objekt interagieren.

Das Exponat beginnt sich zu verändern, ich kommentiere das ganze mit faszinationsausdrücken wie: „Krass!“ oder „Guck mal was man damit machen kann!“

Im Hintergrund räuspert es sich, die Person, eine Aufsichtsperson verwarnt den Spieler, er solle nichts anfassen. Ich reagiere prompt launisch bzw. zeige Unverständnis: „Wie man darf nix anfassen?“ – jetzt liegt es am Spieler selbst, wie er das Spiel gestaltet, ob er die Anweisungen der Aufsichtsperson befolgt und die Exponate nur anschaut, oder ob er es wagt die Exponate weiterhin anzufassen.

Fakt ist: die Aufsichtsperson schaut nicht immer zu dir, es gibt auch unbeobachtete Momente. Aber sie folgt dir weiterhin auf Schritt und Tritt.

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