Im Sog der Küche

Wintersemester 2015/2016

„Jede Party endete in der Küche“, sagte man, und Liebe gehe bekanntlich durch den Magen. Das klang nach Verführung! Und der heimische Herd sei Goldes wert. Das sprach sogar von Reichtum. Tischlein, deck Dich! Dreimal pro Tag. Die Küche ernährte uns, sie zog uns groß und sie zog uns magisch an. Sie war die Bühne unseres Lebens.

Die Küche war ein Arbeitsraum, teils ein professioneller. Küche war in Jahrtausenden gewachsene Kochkultur. Sie barg Kochkunst und stillte Hunger, auch den nach Wärme und familiärer Geborgenheit. Sie war Treffpunkt und Lebensraum zugleich. Küche spiegelte unseren Appetit, aber auch unsere Ambitionen und unsere Position innerhalb der Gesellschaft. Jeder war, was er aß. Kaufen, Kochen und Essen waren ein demokratischer Akt, wo immer eine Auswahl bestand. Die Konsument*innen entschieden über regionale und globale Beschaffung, über Tierschutz, Energieeinsatz, Wasserknappheit und Anbaumethoden.

Gleiches galt für die Wahl der Möbelumgebung. Made in Germany oder Made in China? Denn Küche war zugleich ein immenser Arbeitsmarkt für Handel, Handwerk und Industrie, ein riesiger Absatzmarkt für innovative Produkte. Die Zulieferindustrie war längst zum eigentlichen Innovationstreiber der gesamten Branche avanciert. Die Designerinnen saßen mittlerweile hier. Hinter den Kulissen waren sie Trendgeberinnen und Realisierungspartner*innen für größte und kleinste Küchenbauer. Alle lieferten in die Küche, wollten Raum und Möbel systematisch ausstaffieren.

Licht, Wasser und Luft, Hitze wie Kälte, Abfall wie Vorrat, Ideen, handwerkliche Leidenschaft und ganze Biografien strömten durch die Küche. Hier floss alles zusammen, was unseren Wunsch nach Genuss, Gesundheit und Selbstdarstellung erfüllen konnte. Das Projekt zielte auf originelle Applikationen rund um Korpus und Arbeitsplatte. Der Handel profitierte davon, er suchte nach diesen kleinen Absatzhelfern. Sie waren die Würze im großen Nachrüstgeschäft. Kochen und Wohnen arrangierten sich. Wasser kam kochend aus dem Wasserhahn, Abfall war längst Wertstoff und Licht wurde zur neuen Möbelfarbe.

Projektteilnehmer*innen

Clemens Schebiella

Marcus Schwalm

Lisa Antonie Scherer

Ida Flik

Haiwei Ye

Richard von Fircks

Christian Parra

Marcel Bohr

Nadine Williams

Max Kimpel

Li Yin

Anne Kaden

Tim Thiemicke

Wen Wen Liu

Tom Bade

Justus Pfeifer

Felix Hobrücker

Projektpartner

Naber GmbH

Hans-Joachim Naber

Lehrpersonal

Thomas Ritt (Gastprofessor)

Matthias Zänsler (Künstlerischer Mitarbeiter)

Credits

Alle Rechte an studentischen Projekten und studentischen Bildern liegen bei den jeweiligen Studierenden.

PROJEKTLEITUNG
Gastprof. Thomas Ritt
M.A. Matthias Zänsler

PUBLIKATION
Materialgruppe: Ida Flik, Nadine Williams und Anne Kaden Koordination
Layout: Matthias Zänsler
Bildbearbeitung: Li Yin, Matthias Zänsler
Textkorrektur: Clemens Schebiella, Tom Bade und Thomas Ritt
Fotogruppe: Lisa Antonie Scherer, Haiwei Ye und Justus Pfeifer

Einzelprojekte