Lehrangebot

TURN it on! Hybride Spielobjekte zwischen Tradition und Technologie

TURN it on! 
Hybride Spielobjekte zwischen Tradition und Technologie


Das Drechseln gehört zu den ältesten Techniken der Holzverarbeitung. Charakteristisch sind rotationssymmetrische Formen, aus denen seit Jahrhunderten Alltagsgegenstände, Werkzeuge und Spielobjekte gefertigt werden. Es verbindet Materialverständnis, Präzision und Gestaltung und ist bis heute allgegenwärtiger Teil unserer Fertigungs- und Gebrauchskultur.

Das traditionelle Handwerk steht heute vor neuen Herausforderungen. Industrialisierung, Digitalisierung und fehlender Nachwuchs führen dazu, dass über Generationen gewachsenes Wissen langsam verloren geht.

Dadurch stellt sich die Frage, wie diese traditionelle Technik auch in Zukunft relevant bleiben kann und sich neue Anwendungsfelder erschließen lassen. Im Spannungsfeld zwischen traditionellem Handwerk und digitalen Technologien können neue Perspektiven entstehen, um handwerklich gefertigte Spielobjekte neu zu denken, funktional zu erweitern und auf neue Weise erfahrbar zu machen.

In der Methodischen Gestaltungsübung TURN it on! tauchen wir tief ins Drechselhandwerk ein und entwickeln hybride Spielobjekte auf Basis rotationssymmetrischer Körper. Dabei verbinden wir traditionelles Handwerk mit digitalen Entwurfswerkzeugen und interaktiven Technologien.

Vorgehen
Im Vorfeld des Projekts (KW 37) erlernt ihr in einem mehrtägigen Kurs die Grundlagen des Drechselns. Zum Semesterstart besuchen wir das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg sowie die Denkstatt Erzgebirge und setzen uns vor Ort mit der Geschichte des Spielzeugs, regionalem Handwerkswissen und aktuellen Perspektiven auf das Drechselhandwerk auseinander. 

Auf dieser Grundlage entwickelt ihr Entwürfe für Spielobjekte, die aus gedrechselten, rotationssymmetrischen Grundelementen betstehen. Parallel lernt ihr digitale Werkzeuge zur Formentwicklung kennen – unter anderem im Fusion-Kurs sowie mit browserbasierten Anwendungen wie dem Rondo Shapemaker. So kombinieren wir analoge und digitale Entwurfsmethoden.

Im weiteren Verlauf erweitern wir die Objekte um einfache interaktive Funktionen. Mithilfe des Microkontrollers Calliope mini 3 und kreativer Programmierung entstehen spielerische Anwendungen, die beispielsweise auf Berührung, Bewegung, Licht oder Klang reagieren. Die digitalen Elemente sollen dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern die jeweiligen Eigenschaften der Spielobjekte sinnvoll aufnehmen und erweitern.

Output
Entwickelt wird ein hybrides Spielobjekt auf rotationssymmetrischer Grundlage und im Maßstab 1:1. Der Schwerpunkt liegt auf Charakteren, Figuren(-familien) und kinetischen Spielobjekten, die durch digitale Funktionen erweitert werden. Begleitend entstehen Entwurfsmodelle, Darstellungen und eine gedruckte Prozessdokumentation, welche die Entwicklung von der ersten Idee bis zum fertigen Prototyp nachvollziehbar macht.


Ergänzt wird das Projekt durch 
mehrtägiger Drechselkurs im September 2026 (Voraussetzung für das Projekt)
Exkursion Deutsches Spielzeugmuseum Sonneberg
Exkursion Denkstatt Erzgebirge

Kurs Adobe InDesign (inkl. Erarbeitung der Dokumentation)
Kurs Autodesk Fusion zur 3D-Modellierung und Konstruktion
Einführung in Physical Computing mit dem Calliope mini 3 Microcontroller


Vortragsreihe Perspektiven im Spiel- und Lerndesign
Expert:innen aus Handwerk, Wissenschaft, Design und Technik geben Einblicke in ihre Arbeit an der Schnittstelle von Spiel, Material, Interaktion und digitalen Medien. Die Vorträge vermitteln unterschiedliche Perspektiven auf die Gestaltung analoger, hybrider und digitaler Spielobjekte und liefern Impulse für die eigene Projektarbeit.


Das Projekt wird unterstützt von der Calliope gGmbH.