Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle beteiligt sich am Bauhaus-Manifest 2026 und unterstützt dessen gemeinsames Bekenntnis zu künstlerischer Freiheit, Offenheit und demokratischen Werten.

Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle beteiligt sich am Bauhaus-Manifest 2026 und unterstützt dessen gemeinsames Bekenntnis zu künstlerischer Freiheit, Offenheit und demokratischen Werten.
Auf Initiative von Staatsminister Wolfram Weimer haben sich Verbände und Institutionen aus Kultur, Design, Handwerk und Architektur sowie Kirchen zusammengeschlossen und das Bauhaus-Manifest 2026 unterzeichnet. Auch die BURG trägt dieses Manifest mit und setzt damit gemeinsam mit den weiteren Unterzeichnenden ein Zeichen für die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst, Gestaltung und kultureller Freiheit.
Das Manifest greift Prinzipien auf, die das Bauhaus bis heute prägen und deren Bedeutung weit über seine historische Wirkung hinausreicht: die Freiheit künstlerischen Denkens, die Offenheit gegenüber neuen Ideen, das Zusammenwirken unterschiedlicher Disziplinen und die Überzeugung, dass kulturelle Innovation einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft leisten kann.
Die im Manifest formulierten Prinzipien sind eng mit der Geschichte der BURG verbunden. Insbesondere nach dem Umzug des Bauhauses nach Dessau kamen ehemalige Bauhäusler*innen wie Gerhard Marcks, Marguerite Friedlaender, Benita Koch-Otte, Hans Wittwer und Erich Dieckmann an die BURG und prägten Lehre und Werkstätten. Experiment, interdisziplinärer Austausch und die Verbindung von Gestaltung, Kunst und Handwerk wirken bis heute im Selbstverständnis unserer Kunsthochschule fort.
Mit ihrer Unterstützung des Manifests bekräftigt die BURG die Bedeutung dieser Werte für die Gegenwart: Künstlerische Freiheit und kulturelle Offenheit sind wesentliche Grundlagen einer demokratischen Gesellschaft und müssen gegen demokratiefeindliche Angriffe verteidigt werden.
Wir bekennen uns zu folgenden Grundsätzen:
1. Bekenntnis zum Bauhaus
Wir sind stolz auf das Bauhaus. Es hat gesellschaftspolitisch gewirkt und die ästhetische Moderne weltweit bereichert. Die Bauhaus-Institutionen sollen gestärkt, ihre kreative Freiheit wie ihre soziale Öffnung als Vorbild begriffen und gegen jedwede demokratiefeindlichen Angriffe verteidigt werden.
2. Kulturbauten stiften Identität
Schlösser und Burgen, Kirchen, Klöster und Landschaftsparks, aber auch andere kulturhistorische Ikonen sind wie die Bauhaus-Architektur sichtbare Zeugnisse unserer Geschichte und unserer kulturellen Identität. Erkennen wir an, dass Architektur und Design gesellschaftliche Wirklichkeit gestalten. Geben wir Kulturbauten und öffentlichen Räumen den Schutz und die Wertschätzung, die sie als Orte der Begegnung, des Austauschs und der freien Entfaltung verdienen.
3. Erinnerung ist die Grundlage unserer Zukunft
Das Beispiel des Bauhauses und seiner Anfeindungen durch das Nazi-Regime mahnt uns, dass Erinnerungskultur keine nostalgische Rückschau ist, sondern eine Voraussetzung demokratischer Selbstverständigung. Stellen wir uns unserer Geschichte, um Orientierung für die Gegenwart zu schaffen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Unterstützen wir deshalb Kulturinstitutionen, die dieses Gedächtnis bewahren und Räume der konstruktiven Auseinandersetzung eröffnen.
4. Kulturinstitutionen sind ein kritisches Korrektiv
Kulturelle Institutionen tragen zum öffentlichen Diskurs bei und können ein wichtiges kritisches Korrektiv sein. Die Autonomie künstlerischer Leistungen und Institutionen gehört zu den Grundbedingungen einer lebendigen Demokratie. Stärken wir daher Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser und andere Kulturorte als Räume des Perspektivwechsels, des Widerspruchs und des demokratischen Dialogs. Sichern wir ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit gegenüber parteipolitischen Interessen und Einflussnahmen.
5. Auf dem Weg zum synergetischen Denken und Handeln
Es ist ein Grundgedanke des Bauhauses, schöpferische Ideen, wagemutige Forschung, handwerkliche Exzellenz und technologische Innovation synergetisch zusammenzuführen. Integration führte damals zu Innovation und Weltruhm. Fördern wir deshalb ganzheitliches visionäres Denken, disziplinübergreifendes Arbeiten sowie die Verbindung von Kunst, Architektur, Handwerk, Design und Technologie als Grundlage des kulturellen wie gesellschaftlichen Reichtums.
6. Weltoffenheit statt Nationalismus
Das Bauhaus steht für eine geistige, soziale wie ästhetische Offenheit und kontinuierliche Erneuerung. Es steht für Austausch, transnationale Vernetzung und wechselseitige Inspiration. Diese Offenheit ist eine große Stärke deutscher Kultur und bereichert Deutschland. Kulturfeindlichen Nationalismus lehnen wir ab.
Wir laden dazu ein, das Bauhaus-Manifest 2026 zu unterstützen und gemeinsam ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und Kreativität zu setzen.
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