PASSSTÜCK
Formen, die sich ergänzen
Aus einer Linie entstehen zwei Objekte – aus zwei Objekten eine Geschichte.
Unter diesem Leitgedanken entwickeln wir in dieser Fachaufgabe ein zweiteiliges Objektpaar, das trotz unterschiedlicher Funktionen formal präzise aufeinander abgestimmt ist. Welche Funktionen die Objekte letztlich erfüllen, entscheiden die Studierenden selbst.
Im Mittelpunkt steht die Technik des Gips Ziehens – verwandt mit Methoden aus dem Stuckhandwerk. Mithilfe einer eigens gefertigten Schablone wird flüssiger Gips nicht nur gegossen, sondern aktiv geführt: Die Form entsteht durch die kontrollierte Bewegung der Schablone entlang einer klar definierten Kontur.
Die Aufgabe konzentriert sich bewusst auf nicht-rotationssymmetrische Körper – unregelmäßige, komplexere Geometrien, die eine intensive gestalterische Auseinandersetzung erfordern. Aus einer einzigen Profilkontur werden zwei unterschiedliche Formen gezogen, die sich später exakt aneinander- oder ineinanderfügen. Trotz dieser formalen Verwandtschaft erfüllen beide Objekte unterschiedliche Funktionen: etwa als Schale und Halter, Ablage und Aufnahme oder vollkommen frei gewählte Nutzungen.
Im Rahmen der Aufgabe erlernen die Studierenden den praktischen Umgang mit Gips:
- das Anmischen, Gießen und sichere Einschätzen der Materialkonsistenz
- das Entwickeln und Verfeinern einer Ziehschablone
- das kontrollierte Ziehen eines Körpers entlang einer definierten Kontur
- sowie das Herstellen einer einfachen Stülpform, die später in der Porzellanwerkstatt für den Schlickerguss genutzt werden soll
Im Fokus stehen dabei nicht nur handwerkliches Können, sondern auch ein vertieftes Verständnis von Formlogik, Volumen, Übergängen, Materialverhalten und der kreativen Übersetzung dieser Aspekte in eine funktionale Gestaltung.
Die Fachaufgabe PASSSTÜCK richtet sich an das 1.Studienjahr im Produktdesign/ Keramik- und Glasdesign.

















