Dokumentation Themen und Ideenbasar zum Blättern anklicken …
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Montag, 20.10.2025
14.00 Vorbereitung und Einstieg Ideenfindung,
gemeinsames Sammeln und Identifizieren von Handlungsfeldern
Dienstag, 21.10.2025
individuelles Entwickeln und Visualisieren von Projektideen
Mittwoch, 22.10.2025
10.00 Ideenbasar
Vorstellung verschiedener Projektideen,
gegenseitiges Feedback
Themen und Ideenbasar
Positionen im Video
Direkt-Link bitte anklicken:
Einführung Prof. Guido Englich
Ideen und Themen von …
Bruno Bleschke → Text
1 Motor, 1 Kitchen / Nomadic Kitchen / Did we go too far?Idee 1: One Motor, One Kitchen
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Küchengeräte wie KitchenAid im Wesentlichen aus einem Motor, einem Getriebe, einer Drehzahlregelung und einem Stativ bestehen – und trotzdem in immer neuen Varianten als Mixer, Handrührer oder Küchenmaschinen vermarktet werden, mit jeweils proprietären Schnittstellen. Die Idee: Einen einzigen, offenen Motor als Plattform denken, auf den über standardisierte Adapter verschiedenste Aufsätze passen – auch solche aus unterschiedlichen Herstellern oder aus Altgeräten. Eine Open-Source-Community könnte Adapter entwickeln, sodass Motoren aus defekten Geräten weitergenutzt werden können, anstatt im Müll zu landen.
Idee 2: Nomadic Kitchen
Was wäre, wenn der Klimawandel uns zwingt, wieder nomadisch zu leben? Die Prognosen für Sachsen-Anhalt hinsichtlich Dürre sind ernst. Das Gedankenexperiment: Wie würde eine Küche und Lebensmittelgewinnung aussehen, wenn man nicht mehr ortsgebunden ist? Als konkretes Beispiel wurde ein aufblasbarer Solarkocher skizziert – leicht, mobil, ohne externe Energieversorgung.
Idee 3: Did we go too far?
Erkundung hochindustrialisierter Lebensmittelformen: extrudierte Produkte wie Bärchenwurst, das Stammesei (Eigelb und Eiweiß getrennt und wieder zusammengefügt für gleichmäßige Gastro-Scheiben), vorgeschnittenes Brot in Plastiktüten mit eigenem Endstück-Ersatz, TV-Dinner-Trays aus den 1960er-Jahren. Kann man diese Hochindustrialisierung noch weiter treiben – und wenn ja, wohin? Oder lässt sich ihre Absurdität als gestalterisches Mittel einsetzen?
Črt Štrubelj → Text
mushrooms (growing kit) / Saving cultures / Modular fermentation weights / Wasted light and living lampsIdee 1: Mushroom Growing Kit
Ausgangspunkt: Ein vollständiger Kreislauf vom Kompost zum Pilz. Aus guten Substratkomponenten – durch Dehydrierung, Mahlen, Befeuchtung, Inokulierung und Wachstum – könnten Speisepilze zu Hause angebaut werden. Das größte noch ungelöste Problem ist die Pasteurisierung des Substrats unter hygienischen Bedingungen zu Hause.
Idee 2: Saving Cultures
Menschliche Kulturen sterben durch Globalisierung, Krieg und Genozid aus – und mit ihnen die Bakterienkulturen, die unsere Fermente tragen: Sauerteig, Kimchi, Pasta-Fermente, Shata. Es gibt eine Samenbank in Svalbard, aber keine Bakterienbank. Wie könnten lebende Kulturen bewahrt werden? Vielleicht durch einen Roboter, der Sauerteig pflegt, wenn wir es nicht mehr können.
Idee 3: Modular Fermentation Weights
Eine schlichte, noch nicht existierende Idee: modulare Fermentationsgewichte in zwei Hälften, die sich auf verschiedene Gefäße anpassen lassen. Einfach, praktisch, innovativ.
Idee 4: Wasted Light and Living Lamps
Indoor-Lebensmittelproduktion benötigt Licht – und in unseren Häusern gibt es bereits viel ungenutzten Raum in und um Leuchten. Die Idee: Wasted Light and Living Lamps – die Verbindung von Lichtquellen mit Pflanzenwachstum, indem der sonst ungenutzte Raum rund um Lampen für den Anbau von Microgreens oder Pilzen genutzt wird.
Henriette Meyer-Stork → Text
Kreislauf von Anbau und Kompost / Pilzkultivierung / MehlwürmerIdee 1: Kreislauf von Anbau und Kompost
Es gibt bereits verschiedene Komposter, die organisches Material in Erde umwandeln und gleichzeitig den Anbau von Pflanzen ermöglichen. Ein Gerät, das organische Küchenabfälle zu Erde verarbeitet und dabei Bakterien und Mikroorganismen sichtbar macht – quasi als Haustiere –, wurde als interessantes Beispiel gefunden. Offen bleibt: Welche Pflanzen eignen sich am besten? Unter welchen Bedingungen wird am schnellsten abgebaut? Wo liegt das formale und ästhetische Potenzial?
Idee 2: Pilzkultivierung
Besonders interessant: eine Kaffeemaschine, bei der der Kaffeesatz direkt als Substrat für Pilzwachstum genutzt wird. Weitergedacht: Pilze können nicht nur gegessen werden, sie leiten und speichern auch Strom – ein noch kaum erforschtes Feld. Das Studio Neri Oxman hat Experimente gezeigt, bei denen Pilze synthetische Polymere abbauen. Welche weiteren Fähigkeiten haben Pilze, die jenseits des Verzehrs gestalterisch relevant sein könnten?
Idee 3: Mehlwürmer
Mehlwürmer gehören in vielen Kulturen zum Speiseplan – in Europa stoßen sie noch auf Ekel, vor allem wegen ihrer Optik beim Züchten. Die Frage: Wie könnte man die Mehlwurmzucht so gestalten, dass sie ästhetisch ansprechend und alltagstauglich wird – und damit einen Beitrag zur Normalisierung von Insekten als Nahrungsquelle leisten?
Julika Schwarz → Text
Algen Grow-Kit / Alge als zirkuläres Material / Partizipativer Cycle-WorkshopIdee 1: Algen Grow-Kit
Ein Open-Source-Ansatz für die eigene Algenproduktion zu Hause – spielerisch gestaltet, als Plug-and-Play-Lösung, die auch Menschen ohne Vorwissen zugänglich ist. Bestehende Open-Source-Reaktoren sind eher für Enthusiasten; das Potenzial für eine breitere, alltagstaugliche Version ist noch nicht ausgeschöpft. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob es überhaupt nötig ist, etwas neu zu produzieren, wenn es bereits gute Ansätze gibt – denn auch das Kit selbst erzeugt einen CO2-Fußabdruck.
Idee 2: Alge als zirkuläres Material
Wenn man Algen selbst zu Hause produziert, entstehen Reste. Was lässt sich aus nicht verzehrbaren Algenrückständen machen? Mögliche Anwendungen: essbare Verpackungen, Kapseln oder Tablettenhüllen aus Algen. Die Idee schließt den Kreislauf: vom Anbau über den Verzehr bis zur Verwertung der Reste.
Idee 3: Partizipativer Cycle-Workshop
Ein Workshop, bei dem Teilnehmende zunächst mit einem Algen-Starter-Kit selbst Algen züchten und danach die anfallenden Reste zu etwas Neuem weiterverarbeiten – ein Upcycle-Kit als Bildungsformat. Inspiriert von Kinderbüchern, die Tiere und ihre Kreisläufe erklären: Wie kann man Kreislaufprozesse spielerisch und erlebbar vermitteln, besonders für Gruppen, die noch wenig Bezug zu diesen Themen haben?
Jesse Jacobsen → Text
Fermentations Küchentuch / Fermentations Hilfestellung / Brot 3D Druck / Kümmern um TeigIdee 1: Fermentations-Küchentuch
Beim Brotbacken ist der schwierigste Schritt, den richtigen Fermentationszeitpunkt zu erkennen. Die klassische Methode: Teig eindrücken, beobachten wie er zurückfedert. Ergänzend könnte man den pH-Wert messen – aber ein pH-Meter ist umständlich und ein zusätzliches Küchengerät. Die Idee: ein pH-sensitives Küchentuch, das sowieso bei der Fermentation verwendet wird (zum Abdecken des Teigs im Gärkörbchen) und sich je nach Fermentationsstand farblich verändert oder ein Muster sichtbar macht. Kein künstlich erzeugter Bedarf, sondern ein Alltagsobjekt, das eine neue Funktion bekommt.
Idee 2: Fermentations-Hilfestellung / Handheld-Device
Fermentieren ist ein Erfahrungsschatz, kein Rezept. Jeder Tag ist anders – Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Starter. Die Idee: ein kleines Handheld-Device, das Feedback über den Fermentationsprozess gibt, an bestimmten Punkten leuchtet oder erinnert – aber kein Richtig und Falsch definiert, sondern dabei hilft, das eigene Gespür zu entwickeln. Inspiriert von ästhetisch ansprechenden kleinen Devices aus der Sammlung des Präsentierenden.
Idee 3: Brot 3D-Druck
Gedankenspiel: Was wäre, wenn man Brot 3D drucken würde? Vielleicht Unsinn, vielleicht ergeben sich neue Möglichkeiten – Formen, die man nicht backen könnte, oder neue Ansätze für glutenfreies Brot, das durch fehlende Klebereiweißstruktur keine offenporöse Textur entwickeln kann.
Idee 4: Kümmern um Teig / Fermentation im Alltag
Warum ist Kochen von unserem restlichen Leben getrennt? Wie lässt sich Fermentation in den Alltag integrieren, sodass Mikroorganismen als Mitbewohner erlebt werden? Referenz: ein Künstlerkollektiv, das Möbel aus Kimchi-Pool und Teigsofa gebaut hat – Fermentation ironisch und alltäglich in den Wohnraum eingebettet. Offene Fragen: Welche Rolle spielen unsere Hände in der Zubereitung? Wie können wir mit Fermenten und Mikroorganismen in Alltagspraxis umgehen?
Maša Kralj → Text
Quid pro Quo / Pick & Build / Grow with food / Grown in crisis / Wine Ritual / Full Circle from Food to MouthIdee 1: Quid pro Quo – Was können wir den Pflanzen geben?
Wir nutzen Haare, Nägel, Ausscheidungen – alles voller Nährstoffe, die wir theoretisch den Pflanzen zurückgeben könnten. Das Problem: Wie lässt sich das zu Hause, besonders in einer Wohnung, hygienisch und ästhetisch umsetzen, ohne dass es als kontrovers oder unsauber wahrgenommen wird? Und wie geht man dabei ohne Abfall vor?
Idee 2: Pick & Build – Lebensmittelreste als Puzzle
Jedes Gericht erzeugt Reste. Die Idee: ein Puzzle, auf dessen einer Seite die verwendeten Zutaten stehen, auf der anderen Seite die dabei entstehenden Abfälle. Man verbindet Zutaten mit verschiedenen Gerichten oder Produktionsmethoden und sieht, wie weit man den Kreislauf schließen kann – bis kein Abfall mehr übrig bleibt oder man erkennt, wo noch Lücken sind.
Idee 3: Grow with food – Mit Essen aufwachsen
Wenn ein Kind geboren wird, bekommt es Willkommenspakete. Warum kein Care Package für Lebensmittel? Man könnte eigene Pflanzen, Starter und Zutaten großziehen, während man selbst wächst – als Wissenserfahrung, die Verantwortung, Geduld und Umgang mit Lebendigem lehrt.
Idee 4: Grown in crisis – Anbauen unter schwierigen Bedingungen
Eine spekulativere Idee: Was kann noch angebaut werden, wenn die idealen Bedingungen fehlen – in armen Regionen, in der Wüste, im Gebirge, ohne sauberes Wasser oder saubere Luft? Und wie kann man Essbares dabei auch auf sich tragen, wenn man in Bewegung ist?
Idee 5: Wine Ritual – Weinmachen als Alltagsritual
Kaffee ist längst ein Ritual zu Hause – mit Bohnen, Mühle, Temperatur. Warum nicht auch Weinmachen? Derzeit findet das fast nur in Kellereien oder Labors statt. Die Idee: eine Ecke in der Wohnung für die eigene Weinproduktion zu gestalten und das Ritual des Weinmachens in den Alltag zu holen.
Idee 6: Full Circle from Food to Mouth
Wie kann der vollständige Kreislauf von Lebensmitteln zu Hause geschlossen werden? Von der Pflanze über die Ernte, den Verzehr, die Reste – vielleicht zu Insekten, die man dann ebenfalls isst, deren Ausscheidungen wieder zur Pflanze zurückgehen. Ein vollständiger, geschlossener Kreislauf im häuslichen Maßstab.
Hannah Enk → Text
Bienenkorb 2.0 / Pilzsäule / Tepache-TurmIdee 1: Bienenkorb 2.0
Der traditionelle Bienenkorb aus Stroh und Lehm – eine der ältesten Domestizierungsformen von Bienen, nachweislich bis ins erste Jahrhundert nach Christus – hat gegenüber modernen Bienenkästen klare Vorteile: Er kann aus regionalen, verfügbaren und wiederverwertbaren Materialien hergestellt werden und bedeutet für die Bienen weit weniger Eingriff. Ein Projekt einer Burg-Studierenden hat diese Form weitergedacht: eine Bienenbeute, in die man auch Fermente hineinschieben kann, weil es darin konstant 35 Grad warm ist. Bienen nicht nur als Honiglieferanten, sondern als lebende Infrastruktur – auch für Fermentation.
Idee 2: Pilzsäule
Ein vertikales, modulares Pilzanbausystem aus 3D-gedruckter Keramik. Ein erstes Exemplar wartet bereits im Biolab auf seine Beimpfung. Inspiriert von ästhetisch gestalteten Objekten für Insekten- und Vogelhotels – die es für Pilze noch nicht gibt. Das System ist modular mit einem Holzstab verbunden, kann mitgenommen, zurückgebracht und erweitert werden. Einsatzmöglichkeiten: als pädagogisches Lernmittel, als modulare Raumtrennung oder als Balkonelement.
Idee 3: Tepache-Turm
Tepache ist ein fermentiertes Getränk aus Mexiko, das traditionell aus Ananasschale, Vollrohrzucker und Wasser besteht – ein Beispiel für die vollständige Nutzung einer Frucht. Das Konzept: ein Turm mit Obstaufbewahrung oben. Das Obst wird verzehrt, die Schale landet in einem Netz darunter und fermentiert dort. Das Modul soll kühlschrankkompatibel sein und mit verschiedenen Obstsorten funktionieren, da natürliche Hefen in der Schale den Prozess in Gang setzen.
Alicia Hattler → Text
Keine Bedienungsanleitung / Snack ohne Schnick-Schnack / Wenn Bügeleisen kochen könnten / Kraut mattersIdee 1: Keine Bedienungsanleitung nötig
Ein breites Themenfeld rund um Intuition, Emotionen und Essen. Wie intuitiv essen wir noch? Haben wir das natürliche Gespür für Nahrungsmittelzufuhr verloren? Wann braucht man Supplements, wann ist der Bezug zur Natur eher ein Hindernis? Wie kann man Lebensmittel wieder mehr genießen – und erkennen, wenn etwas noch gut ist? Mögliche Richtung: eine Ausstellungsinstallation, die über Geruch vermittelt, wie fermentierte und verdorbene Lebensmittel riechen – um den Bezug wiederherzustellen.
Idee 2: Snack ohne Schnick-Schnack
Unterwegs in der Stadt hat man Hunger, aber die verfügbaren Produkte sind meist ungesund und stark verpackt. Wie könnte ein einfaches, mobiles Tool aussehen, das es ermöglicht, frisches Obst oder Gemüse unterwegs zuzubereiten? Nicht technisiert, sondern einfach – gut für viele Situationen, auch outdoor.
Idee 3: Wenn Bügeleisen kochen könnten
Umnutzung von vorhandenen Alltagsgegenständen: Was wäre, wenn man ein Bügeleisen zum Kochen nutzt? Wie könnte man andere Orte und Geräte umdenken – Fensterbretter als Gewächshäuser, Flure und Treppenhäuser als Pilzanbauflächen, U-Bahnhöfe als Kultivierungsorte? Welche zweiten Ebenen in Gebäuden könnten für Anbau genutzt werden? Und wie könnte Wasser in Leipzig (mit seinen vielen Kanälen) für Filtern, Kräuteranbau und Gemeinschaftsküchen genutzt werden?
Idee 4: Kraut matters
Interesse an regionalen Materialien und Lebensmitteln – besonders Kohl als gesundes, regionales Produkt. Am Ende der Saison bleiben oft Kohlköpfe auf dem Feld. Wie könnte man daraus Material oder Produkte entwickeln? Und allgemeiner: Wie können alte, vergessene Sorten und Praktiken wiederbelebt werden, um mehr Vielfalt und regionalen Bezug herzustellen?
Allegra D’Achille → Text
Collective oven / Fermentation Tamagotchi / blow up Gewächshaus / Natural elements-powered inflatable kitchen / Used oil to create communal good / Gathering vessels / Sagra tools reinventedIdee 1: Collective Oven
Ein gemeinschaftlicher Ofen als Ort des Zusammenkommens – Wissenstransfer, Workshop, Food as aggregator. In Italien sind Gemeinschaftsöfen verbreitet und dienen als Treffpunkt, an dem ältere Generationen ihr Wissen weitergeben. Ein solcher Ort als gestaltete Infrastruktur für eine Community.
Idee 2: Fermentation Tamagotchi
Ein Device, das auf die Fermentationszeit reagiert – ähnlich dem Tamagotchi oder dem Vibrationsgerät im Restaurant, das signalisiert, wenn das Essen fertig ist. Ein greifbares, haptisches Feedback für den richtigen Fermentationszeitpunkt. Mögliche technische Umsetzung über NFC-Tags.
Idee 3: Blow-up Gewächshaus, beheizt durch Bitcoin-Miner-Abwärme
Bitcoin-Miner erzeugen enorme Mengen an Abwärme. Warum diese nicht nutzen, um ein aufblasbares Gewächshaus zu beheizen, das gleichzeitig eine passive Einkommensquelle durch Mining darstellt? Ein spekulatives, aber konsequentes Kreislaufprinzip.
Idee 4: Natural elements-powered inflatable kitchen
Eine aufblasbare Küche, angetrieben durch Sonnenenergie (parabolischer Solarkocher), Windturbinen und Wasserströmungsenergie. Inspiriert von der pneumatischen Architektur von Hans Walter Müller. In Deutschland nicht ganzjährig umsetzbar, aber als saisonale Lösung denkbar.
Idee 5: Used oil to create communal good
In Halle gibt es mehr Kebab-Läden als traditionelle Restaurants – alle brauchen Frittierfett, das regelmäßig entsorgt wird. Gebrauchtes Pflanzenöl könnte nach Aufbereitung als Brennstoff für Gemeinschaftsküchen, oder nach Verseifung als Seife oder Kerze weiterverwendet werden. Verbindung zwischen der Gastro-Community und dem Kiez.
Idee 6: Gathering vessels
Werkzeuge zum Sammeln und Teilen von Nahrung – vom Foraging-Behälter bis zur Copa de la Amicizia aus dem Val d’Aosta: eine Gemeinschaftsschale mit mehreren Ausgüssen, aus der alle gleichzeitig trinken können, ohne die Trinkstellen gegenseitig zu berühren.
Idee 7: Sagra tools reinvented
Sagre sind italienische Dorffeste rund um ein lokales Lebensmittel. Wie könnten die Werkzeuge und Rituale dieser Gemeinschaftserfahrung neu gestaltet werden – für urbane Kontexte und neue Zutaten?
Feedback zum Themen und Ideenbasar
Positionen im Video
Feedback von Jesse Jacobsen und Julika Schwarz zu:
Bruno Bleschke → TextOne Motor, One Kitchen
Die Idee wurde als cool und relevant wahrgenommen – der Vergleich mit Akkuwerkzeug-Systemen, bei denen der Akku und nicht das Gerät getauscht wird, kam als gute Analogie auf. Offen blieb die Frage, ob das System wirklich Geräte einspart oder ob man weiterhin alle Küchenwerkzeuge zu Hause hätte und nur den Motor austauscht. Als weiterführende Idee wurde ein Shared-Motor-System für ein ganzes Wohnhaus vorgeschlagen. Hinweis: Auf dem German Design Graduates Portal gibt es ein ähnliches Projekt aus 2022.
Nomadic Kitchen
Das dystopische Szenario wurde als interessant eingestuft, aber der Bezug zum Themenkontext Urban Food Craft als gedehnt empfunden. Angeregt wurde, readymade-Ansätze zu denken – also mit dem zu arbeiten, was man eh schon dabei hat. Wichtig wäre die Frage, was die essenziellsten Werkzeuge wären und wie man von 2D zu 3D aufbaut. Referenzen: Solar Kitchen (skandinavisches Projekt) und Solar Sinter.
Did we go too far?
Als spekulatives Feld wurde die Idee sehr positiv aufgenommen – voll geil, wie es hieß. Das Feld berührt auch Alicias Thema des Verlusts von Intuition und Naturgespür. Angeregt wurde, im Kleinskaligen zu denken: Gibt es eine kleine Maschine, in die man alles reinwirft? Auch die Richtung Critical Design oder Protest wurde als mögliche Haltung diskutiert. Hinweis: Das Projekt Falscher Hase aus früheren Semestern des Studios bewegt sich in einer ähnlichen Richtung.
Črt Štrubelj → TextMushroom Growing Kit
Es wurden Fragen zum Ablauf gestellt – die Antwort: Etwa zwei Wochen für einen guten Kompostabbau, mit Myzel ca. zwei Wochen. Der Prozess funktioniert ohne Kühlschrank, weil Kompost keinen Geruch entwickelt, solange der anaerobe Zyklus stimmt.
Saving Cultures
Die Frage nach der richtigen Skalierung wurde aufgeworfen – als Einzelprojekt kaum machbar, als nationale Bakterienbank zu groß. Als sinnvolleres Ergebnis wurde eine Ausstellung oder ein Katalog vorgeschlagen – kein Endprodukt für die Kulturen selbst, aber ein Dokumentations- oder Sensibilisierungswerkzeug. Die Idee, dass wir alle bereits eine Bakterienbank sind und kaum wissen, welche Kulturen uns besiedeln, wurde als spannende weiterführende Frage eingebracht. Hinweis: Das Projekt Paraprogramm Gene wurde als Referenz genannt.
Modular Fermentation Weights
Das Potenzial der Fermentationsgewichte wurde anerkannt – es gibt viele existierende Wege und Methoden, und ein modulares System könnte hier eine sinnvolle Ergänzung sein.
Wasted Light and Living Lamps
Faszinierend, aber auch der Hinweis, dass Pilze in der Küche über Strom leiten eine noch wenig erkundete Nische ist. Die Idee kleiner Biobatterien aus Pilzen, die biologisch abbaubar wären, wurde als interessanter Ausblick erwähnt.
Henriette Meyer-Stork → TextKreislauf von Anbau und Kompost
Der Gedanke, Kompost direkt in die Küche zu integrieren, wurde als coole Idee gelobt. Hinweis: Bokashi entwickelt keinen Geruch, weil er in einem geschlossenen Eimer fermentiert. Die Frage Kompost oder Bokashi bleibt offen, aber beide Ansätze können weiter untersucht werden.
Pilzkultivierung jenseits des Verzehrs
Es wurde besonders positiv hervorgehoben, dass der Blick vom Essen weggeht hin zu anderen Eigenschaften von Pilzen. Die elektrische Leitfähigkeit von Pilzen wurde als fast unerforschtes Feld beschrieben. Idee: kleine Biobatterien aus Pilzen, die in der Küche Sensoren betreiben könnten – für die Landwirtschaft wird das bereits entwickelt.
Mehlwürmer
Die ethische Frage wurde direkt angesprochen – man könnte den Leuten den Ekel nehmen, indem man sie wie Haustiere behandelt, aber dann isst man sie am Ende doch. Es ist letztlich wieder Massenhaltung, wenn auch kleinerer Lebewesen. Die Frage, ob man den Bezug fördern möchte oder eher ein vertrauenswürdiges, kontrolliertes Produkt anbietet, das nicht mit persönlichem Kontakt zu den Tieren verbunden ist, wurde als designerische Weichenstellung diskutiert. Hinweis: In Europa ist die Fütterung von Mehlwürmern mit Bioabfall für den menschlichen Verzehr regulatorisch eingeschränkt; im großen Maßstab ist Getreidefütterung vorgeschrieben.
Feedback von Alicia Hattler, Hannah Enk und KR zu:
Julika Schwarz → TextDer Bildungsgedanke und die Wissensvermittlung wurden als starke Kernidee positiv aufgenommen – ebenso die soziale Interaktion und Gemeinschaft, die entstehen kann, und der Ansatz, mit vorhandenem Material zu arbeiten (Upcycling-Gedanke).
Die zweite und dritte Idee (Alge als Material, Spülmaschinen-Modul) wurden zusammengefasst betrachtet: Die vorhandene Ressource Spülmaschine zu nutzen – inklusive der Energie, die ohnehin hineinfließt – wurde als besonders niedrigschwellig und clever eingestuft, weil es keine neue Infrastruktur erfordert.
Als weiterführende Anregung: Die gesamte Küche könnte einmal infrastrukturell auf Nebenströme untersucht werden – Kühlschrank-Abwärme, Spülmaschinen-Dampf, Licht. Die Idee einer Spülmaschine 2.0, die nicht nur spült, sondern auch eine weitere Funktion hat, wurde als konzeptionell interessant beschrieben.
Jesse Jacobsen → TextFermentations-Küchentuch
Die Idee wurde positiv aufgenommen, aber kritisch hinterfragt, ob ein pH-sensitives Handtuch nicht ein neues Marktsegment aufmacht statt ein vorhandenes zu ergänzen. Die Frage: Ersetzt es das normale Handtuch? Wird es teurer sein? Wer kauft es? Als Alternative wurde vorgeschlagen, die Sensorik nicht ins Handtuch, sondern direkt in den Gärkorb zu integrieren. Die Materialforschung wurde als große Herausforderung benannt – ein pH-Wert lässt sich schwer ohne Flüssigkeit messen, und ein Handtuch ist kein flüssiges Medium. Hinweis: Textilforschungsinstitute und das Fraunhofer-Institut könnten relevante Ansprechpartner sein.
Handheld-Device
Die Idee, dass das Objekt mit den Erfahrungen des Nutzers wächst und so eine Verbindung zwischen Objekt und Person entsteht, wurde als sehr schön empfunden. Die Frage, ob man Handtuch und Device miteinander verbinden könnte, wurde aufgeworfen.
Brot 3D-Druck
Als spielerisches und kritisches Feld anerkannt – weniger als Alltagsprodukt, eher als Workshop-Format oder kritische Auseinandersetzung mit der Frage: Wie sinnvoll (oder überflüssig) kann Hightech im Kontext von Lebensmittelzubereitung sein? Verbindung zur Idee Did we go too far? wurde gezogen.
Kümmern um Teig / Performance
Die Idee, dass man pausieren muss, wenn der Teig pausiert – dass das Miteinander von Mensch und Ferment Wertschätzung und Bewusstsein fördert – wurde als schöner konzeptioneller Ansatz beschrieben.
Maša Kralj → TextQuid pro Quo
Die Frage, was wir als Ekel empfinden, wurde als interessanter Ausgangspunkt diskutiert. Auf einer größeren Ebene (z.B. Medikamente aus tierischen Quellen) ist die Rückgabe von menschlichem Material an Pflanzen schon Realität – im kleinen häuslichen Maßstab wäre es komplizierter.
Pick & Build (Puzzle)
Als guter Weg zur Wissensvermittlung eingestuft – spielerisch, lehrreich, Open-Source-fähig, sodass das Wissen wächst.
Grow with food
Die Zeitkomponente wurde diskutiert – ein Kleinkind bedeutet wenig Zeit. Andererseits: gerade dann ist gesunde Ernährung für Eltern und Kind wichtig, da Mikronährstoffe der Mutter auch dem Kind zugutekommen. Ein zeitsensibler Ansatz, der viel Potenzial hat.
Grown in crisis
Als Idee mit hohem Potenzial eingestuft, auch als Gegenentwurf zur normalen Agrartechnik – besonders in Krisenregionen oder für mobile Lebensweisen relevant.
Feedback von Bruno Bleschke, Henriette Meyer-Stork und Črt Štrubelj zu:
Hannah Enk → TextBienenkorb 2.0
Hinweis zur Geschichte: Bienenhaltung war früher vor allem wegen der Wachsproduktion (Kerzen) wichtig – Honig war sekundär. Und: Moderne domestizierte Bienen konkurrieren mit Wildbienen um Lebensraum. Die Frage, ob der Bienenkorb wirklich sinnvoll ist oder ob er eher als Vorbild für die Behausung eines anderen Lebewesens dienen könnte – Pilze, andere Insekten – wurde aufgeworfen. Referenz: Max Koch hat im letzten Semester eine Arbeit über Zeidlerei (traditionelle Bienenhaltung in ausgehöhlten Baumstämmen) gemacht, die energetisch vorteilhafter für Bienenvölker ist. Außerdem: Blattschneiderameisen kultivieren Pilze als Nahrung – ein interessantes Parallelmodell.
Pilzsäule
Als schöne Idee gewürdigt. Hinweis: Der Trend zum Pilzesammeln in der Stadt und im Wald nimmt zu, aber die Wälder könnten das nicht unbegrenzt vertragen. Die Pilzsäule als Möglichkeit, städtisches Pilzesammeln zu ermöglichen. Vorsicht: KI-Apps zur Pilzerkennung sind noch nicht zuverlässig. Empfehlung, die Tasche bei Pilzsammel-Workshops zweigeteilt zu gestalten: ein Fach für sichere Pilze, ein Fach für unsichere.
Tepache-Turm
Der entstehende Alkohol (1–2 Prozent) wurde als Detail diskutiert. Das unglasierte Material der Keramik könnte den Alkohol aufnehmen – ob das ein Problem darstellt, bleibt zu untersuchen. Als Produkt grundsätzlich sehr stimmig.
Alicia Hattler → TextKeine Bedienungsanleitung
Die Frage, ob man das natürliche Hunger- und Essgespür zurückgewinnen kann, wurde diskutiert. Hinweis: Es gibt Menschen, die kein natürliches Hungergefühl mehr entwickeln können – es ist immer vorhanden, unkontrolliert. Das könnte an der Ernährung liegen und müsste früh, schon bei Kleinkindern, angesetzt werden, weil dort schon eingeprägt wird, was und wie viel man essen soll.
Snack ohne Schnick-Schnack
Kleine, gesunde Gadgets für unterwegs wurden als gute Idee eingestuft. Eine TV-Sendung über essbares Stadtgrün wurde als Referenz erwähnt.
Wenn Bügeleisen kochen könnten / Orte
Die Diskussion über Ressourcen im Haushalt – Motorwärme, Kühlschrankabwärme, Spülmaschinen-Dampf – wurde als gemeinsamer Faden aller Themen des Tages beschrieben: eine Art Ökologie der häuslichen Energieströme. Referenz: Ein Projekt, das Duschwasser (das warme Wasser, das abläuft, bevor man duscht) auffing und für die Pflanzenbewässerung nutzte. Diskussion über japanische Noren-Vorhänge und ihre thermischen und funktionalen Eigenschaften.
Kraut matters und Foraging
Die Foraging-Vessel-Idee von Allegra wurde hier weitergedacht: eine Tasche oder Gamasche, die beim Vorbeigehen Sporen und Samen aufnimmt und wieder freigibt – Sammeln nicht für sich, sondern für den Wald. Referenz: Ein Buch über einen Mann, der die ganze Stadt essen konnte, weil er alles Essbare kannte (aus dem Semester Minimalistische Küchen).
Allegra D’Achille → TextGathering Vessels / Foraging
Die Idee wurde weitergesponnen: Eine Tasche oder Gamasche, die beim Gehen Sporen aufnimmt und wieder freigibt – man sammelt nicht für sich, sondern für den Wald. Hinweis auf ein Buch über städtisches Foraging, das im Seminar Minimalistische Küchen bereits aufgetaucht ist.
Natural elements-powered inflatable kitchen
Überschneidungen mit Brunos Nomadic Kitchen wurden erkannt – mögliche Verknüpfungspunkte zwischen den beiden Ideen.
Gemeinschaftliche Ideen generell
Die Frage, ob Foraging in der Stadt ökologisch verträglich ist und wie man Wissen darüber vermitteln kann, wurde als relevantes Thema eingebracht. KI-Apps zur Pilzerkennung wurden als noch zu unzuverlässig eingestuft.
Noren / japanische Vorhänge
Im Zusammenhang mit Alicias Idee wurde über Noren diskutiert – als Signal, Raumteiler und funktionales Objekt (Geruchsabsorption, Luftströmungsregulierung). Allegra berichtete von Erfahrungen mit solchen Vorhängen in der eigenen Wohnung und aus Italien, wo ähnliche Systeme zur Luftkühlung eingesetzt werden.