Master-Thesis


Fliegende Händler
Masterthesis von Martin Klinke (2011)

flieg händler

 

 

Fliegende Händler
Ein Markstand zum Selberbauen im open source Modus

Masterthesis von Martin Klinke (2011)

 

Bevor sich städtische Märkte etablierten und der lokale Handel maßgeblich zur Städteentwicklung im Mittelalter beitrug, existierte der Fernhandel bei dem die Rohstoffe und Güter über lange Handelswege von Stadt zu Stadt transportiert wurden. Das historische Bild hat sich seit dem stark gewandelt. Fernhandel existiert für jedermann in virtuellen Märkten im Internet und der städtische Marktplatz ist von langen Geschäftsstraßen und Einkaufscentern am Stadtrand gefährdet.

Doch trotz des gesellschaftlichen Wandels existiert in fast jeder Stadt ein Wochenmarkt der gerne in Anspruch genommen wird. Er überzeugt durch seine Atmosphäre, der Authentizität der Waren und der Kontrollmöglichkeit sowie durch persönlichen Kontakt zum Verkäufer. Die gängige Erscheinungsform heutiger Marktstände hat sich in Form von Anhängern und Klappständen mit Markise etabliert. Sie sind groß, konventionell und sperrig. Doch was ist, wenn man weniger statisch und ausdauernd seine Waren oder Dienstleistungen präsentieren will. Wenn man mobil bleiben möchte, wenig Standfläche in Anspruch nehmen will um Geld zu sparen oder nur zeitweilig am Verkauf interessiert ist? Wie sieht das Marktleben in anderen Kulturen aus z.B. in Form von Garküchen wie man sie aus Asien kennt?

Es bieten sich viele Möglichkeiten auf die bestehenden Gegebenheiten zu reagieren. Fest steht der Ort, und dass Waren oder Dienstleistungen aufbewahrt, womöglich zubereitet, angepriesen, präsentiert und nicht zuletzt gehandelt werden sollen. Schnell, flexibel, klein und vielseitig …

 

 

Der Marktstand zum Selberbauen

Mit den einfachsten Werkzeugen und ohne überragende, technische Fähigkeiten soll es möglich sein nach einer Anleitung mit fertigen Produkten aus dem Baumarkt eine einfachen Marktstand selber zu bauen.

Die nötigen Maschinen sollten Akkuschrauber, Bohrmaschine und Stichsäge sein. Das zu verbauende Material ist im Baumarkt zu erwerben und soll die Kosten von ca. 400 € nicht übersteigen. Alles muss ohne PKW transportierbar sein und in einen Einkaufswagen, Fahrradanhänger, Handwagen etc. passen. Auf- und Abbau sollten schnell gehen und in 30 – 60 Minuten realisierbar sein.

Die Anleitung ist frei zugänglich und kann im Internet heruntergeladen werden. Für die verschiedenen Produktgruppen gibt es zusätzliche Varianten und günstige Lösungsvorschläge, sowie Produkte, die auf ihre Tauglichkeit getestet wurden. So können auf der selben Basis ein Bratwurststand, ein Fischstand oder eine Crêpebäckerei realisiert werden.

 

Transport Modus und Aufbau Modus …

 

… zum Beispiel Bücher

 

… zum Beispiel Kleidung

 

… zum Beispiel Obst und Gemüse

 

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Re Remake It
Masterthesis von Matthias Zänsler (2011)

 

ReReMake It

 

Re Re Make It
Design without Sketching

Masterthesis von Matthias Zänsler,  07.2011

 

Mein Projekt heißt ReRemake it.

Der Titel ist in Anlehnung an das Buch „Remake it home“ von Henrietta Thompson und Neal Whittington entstanden. Das Buch soll einen inspirierenden und praktischen Guide für nachhaltige Gestaltungsanwendungen im Homebereich darstellen und bezieht sich dabei auf Arbeiten – sowohl Readymades als auch einfache geniale Produkte – von Designern und Künstlern, u. a. von Jasper Morrison und Marcel Wanders.

In meinem Projekt möchte ich allerdings einen Schritt weiter gehen und dabei die inspirierenden Facetten von Produkten, die zu Objekten neu kombiniert sind, oder von Bildern, die man unter der Rubrik „found objects” zusammenführt sowie weitere Quellen nutzen, um daraus letztlich neue tatsächliche Produkte zu generieren.

Ich bewege mich also dadurch in verschiedenen Projektphasen, in denen ich mich zu Beginn gestaltungs-methodisch inspirativ und intuitiv mit Gegenständen, Bildern, Assoziationstechniken u.v.m. auseinandersetze und über „objekthafte Skizzen“ äußere, um dann in der weiteren Phase daraus Objekte zu erstellen, die auf Basis dieser Krativitätstechnik zu neuen, vollendeten Produkten entwickelt werden. Dabei spielen Kosten, Materialersparnis, Herstellbarkeit ebenso eine Rolle wie die visuelle Erscheinung des Endproduktes.

Am Ende des Projektes stehen die Objekte aus der 1. Phase den ausgewählten Objekte aus der generierten 2. Phase gegenüber.

Aus dem Vorwort von Matthias Zänsler

 

Design without Sketching 

 

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Die im Design ignorierten Dinge
Masterthesis von Malte Westphalen (2014)

 

Die im Design ignorierten Dinge
Kaum Design und einige Überlegungen dazu

Masterthesis von Malte Westphalen, 2014

 

Vergessen, ignoriert oder nicht berücksichtigt. Die Handlungen des Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass nicht alles bedacht werden kann. Und ist nicht daher einer der größten Denkfehler die Auffassung, alles erdenken und planen zu können? Da Umstände und Dinge weggelassen werden müssen, um in einem Entscheidungs- oder Urteilsprozess zu einem Ende zu kommen – um fertig zu werden. Das Spontanurteil – die unbegründbare Entscheidung – bezeichnet immer das Ende eines Prozesses und steht dem deliberierten Urteil – der begründeten Entscheidung – entgegen. Nicht anders geht es dem Design.

Der Titel Die im Design ignorierten Dinge impliziert natürlich erst einmal die über die Jahre vergessenen Dinge, welche im Laufe der Zeit ignoriert wurden. Dinge, die einem Redesign unterzogen werden könnten; Dinge, die eine Fundgrube für Neues sein können. Aber genauso immanent sind eben auch die Sachverhalte, die im Designprozess – im Entwurfsprozess – ignoriert und vergessen werden müssen, um zu einem Ende zu kommen, welches das Design-Objekt per se bezeichnet. Das heißt: Das Ignorieren, das Weglassen und das Vergessen von Dingen, von Sachverhalten, ist fester Bestandteil im Design. …

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, dem Ursprung der uns umgebenden Gegenstände auf den Grund zu gehen und untersucht die These, dass die Zeit die Objekte formt sowie die Objekte die Zeit formen und dass dieser Prozess als evolutionärer Prozess beschrieben werden kann.

 

2014_MA_Malte Westphalen_Ignorierte Dinge

 

Masterthesis von Malte Westphalen

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Res publica:
Design und Politik
Masterthesis von Philipp Witte (2015)

 

Res publica: Sei politisch!
Präsentation der Masterthesis von Philipp Witte

 

Politik im Vergleich zum Design und umgekehrt

Die Arbeit von Politikern und Designern besitzt herausragende Ähnlichkeit. Beide haben die besondere Aufgabe des Sich-Vorstellens einer möglichen Welt – sie sind Planer. Beide müssen Experten sein für horizontales und für laterales Denken, die Erkenntnisse anderer Disziplinen filtern und miteinander verknüpfen. Der Umweltminister braucht kein Agrarwissenschaftler zu sein. Dazu hat er seine Berater. Er muss zum Beispiel mögliche Investitionen in der Landwirtschaft gegen mögliche Investitionen in der Forstwirtschaft abwägen und ein Urteil treffen. Die Entscheidung fällt zugunsten des einen und zuungunsten des anderen Arguments.

Wir wissen von Horst Rittel, dass auch die Arbeit des Designers als Argumentationsprozess stattfindet. Die Lösungen sind immer subjektiv, denn der Prozess ist subjektiv. Viele Urteile werden aus dem Bauch heraus gefällt. Zudem kehren Designer auch wieder zu bereits gefällten Urteilen zurück und ändern diese zugunsten neuer Erkenntnisse. Deswegen ist eine Systematik in Form eines immer wieder anwendbaren Schemas unmöglich. Es gibt keinen wissenschaftlichen Lösungsweg. Werden Entscheidungen in einer Gruppe getroffen, beeinflussen zwei weitere Faktoren das Ergebnis. Im Falle der absoluten Gleichberechtigung der Beteiligten geht es vor allem um Überzeugungsarbeit, also die rhetorischen Fähigkeiten. Die Durchsetzungsfähigkeit des Einzelnen ist oft entscheidender als die Qualität seines Arguments.

Um die Rhetorik im Design und das Design als Rhetorik fand in letzter Zeit ein umfassender Diskurs innerhalb der Designwissenschaft statt. Die klassische Rhetorik unterscheidet seit Aristoteles in die Trinität von ethos, pathos und logos. Die Rede soll also überzeugen in der Glaubwürdigkeit des Redners, in ihrer emotionalen Qualität und in ihrer logischen Nachvollziehbarkeit. Es wird versucht diese Aspekte in der Analyse von Dingen anzuwenden, vermutlich um eine Erklärung dafür zu finden, warum das eine Design gefällt und das andere nicht. Um es kurz zu fassen: Design kann als Rhetorik verstanden werden, genauso wie die Rhetorik ein Thema im Designprozess ist.

Da der Entwurfsprozess in der Regel innerhalb einer Gruppe stattfindet, ist theoretisch der im Vorteil der die ars bene dicendi am besten beherrscht. Die Kunst des guten Redens soll dazu befähigen Argumente wirkungsvoll zu präsentieren, um letztendlich den oder die anderen vom eigenen Standpunkt zu überzeugen. Ob es sich dabei um wirkliches Überzeugen oder doch nur Überreden handelt, wird gerne diskutiert, hat aber für den Designprozess keine besondere Bedeutung.

Matthias Götz schreibt: „Denn wer gut überredet, überzeugt auch.“ Herrscht ein Machtgefälle innerhalb der Gruppe, und das ist die Regel, hat meistens eine Person – oder eine sehr kleine Gruppe – als Entscheidungsträger das letzte Wort. Sie hat aber auch die Verantwortung. Die anderen buhlen um ihre Gunst. Sie sind zum Teil wieder in untergeordnete Machtgefüge verkettet. In der Praxis bedeutet das: ist das Design dem Marketing untergeordnet, hat am Ende der Chef des Marketings
vermutlich mehr Einfluss auf das Design als der Chefdesigner. Oder: Nicht das engagierte Designstudio als Dienstleister, sondern die Auftrag gebende Firma entscheidet in letzter Instanz. Über die Macht des Designs wird heiß diskutiert, über die Macht im Designprozess eher weniger; doch das wäre ein eigenes Thema. Es steht fest: Planen heißt argumentieren. Mit sich selbst und mit anderen. So ist es auch in der Politik.

Aus der Einführung zur Masterthesis
Philipp Witte

 

MA_Phillip Witte – Zoonpolitikon

 

Zoon politikon
Der Mensch und die politischen Dinge

Masterthesis von Philipp Witte

 

 

 

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Culinary Hacking
Masterthesis von Carolin Schulze (2016)

 

Culinary Hacking
Was is(s)t Kultur?

Masterthesis von Carolin Schulze (2016)

Unser Essen ist ein Spiegel der Gesellschaft. Und eine Gesellschaft kann nur bestehen und sich stabilisieren, wenn sie Vielschichtigkeit und kulturelle Diversität aufweist. Können wir Essen als kulturelles Totalphänomen hacken? Können wir Grenzen überwinden? Können wir Monotonie hacken? Essen hat immer auch mit Zeit und Arbeit zu tun und passt sich einem bestimmten Lebensstil an. Esskultur ist weder zeitlich noch räumlich beständig. Eine Kultur wählt aus und selektiert. Auswahl und Selektion sind der Ausdruck von Normen und Werten einer Kultur. Beim Essen steht der handelnde Mensch im Mittelpunkt. Menschen sind Omnivoren und haben gelernt, Rohstoffe für sich genießbar zu machen. Das Zubereiten von Speisen wurde zu einer Kulturtechnik zwischen den beiden Zuständen „roh“ und „verdorben“ entwickelt. Von Kultur spricht man sowohl bei menschlichen Gesellschaften als auch bei Gruppen von Mikroorganismen. (…)

Die Mensch-Mikroorganismen-Beziehung wuchs über Jahrtausende zu einer symbiotischen Gemeinschaft heran und droht nun durch industriellen Fortschritt und kulinarisches Vergessen verloren zu gehen. Wie wird unser Bier und unser Essen in 40, 100 oder 200 Jahren schmecken, wenn die meisten Menschen auf eintöniges steriles Essen aus industrieller Großproduktion zurückgreifen? Welchen Charakter nimmt dann unser Essen an? Und wer beherrscht noch traditionelle Techniken zur Herstellung und Fermentation von Lebensmitteln? Culinary Hacking beschäftigt sich genau mit diesen Fragen und stellt einen Gegenentwurf zur kulinarischen Demenz dar.

Carolin Schulze

 

MA_Carolin Schulze – Culinary Hacking – Thesis

 

Culinary Hacking
Masterthesis

 

MA_Carolin Schulze – Culinary Hacking – Doku

 

Culinary Hacking
Dokumentation Entwurf

 

MA_Carolin Schulze – Culinary Hacking – Doku 2

 

Culinary Hacking
Dokumentation Präsentation

 

exposé-culinary hacking

 

Culinary Hacking
Exposé vor Durchführung der Thesis

 

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bzw.
Masterthesis von Julian Gottschalk (2016)

 

beziehungsweise
Strategien zur Förderung der Beziehungen zwischen Mensch und Ding

Masterthesis von Julian Gottschalk (2016)

Wie motiviert man Nutzer, Dinge zu pflegen und im Ernstfall zu reparieren? Wie bringt man Nutzer dazu, die Objekt bewusster wahrzunehmen und besser kennenzulernen? Wie lässt sich diese Distanz überbrücken?

Die Lösung kam mir, als ich gedankenversunken mit einem Kugelschreiber in meiner Hand spielte. Ich merkte, wie sehr es mir Spaß bereitete, ihn auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen. Diese Prozedur habe ich in meinem Leben nebenbei sicherlich über 100 mal durchgeführt. Es macht Spaß, zu erleben, wie die Elemente des Kugelschreibers zusammenzufügen sind und den simplen Mechanismus zu begreifen. Warum fördern also nicht mehr Dinge diese Nähe zur Funktionsweise?

Todd McLellan schrieb hierzu: „Was passiert, wenn wir nicht wissen, wie ein Gerät funktioniert? Wir sind abgeschnitten, zurückgeworfen in eine moderne Wüste, in der wir Probleme eher mit unserer Kreditkarte als mit den Händen oder dem Verstand lösen.“

Meine Idee ist also, den Nutzer das Gerät selbser zusammensetzen zu lassen bevor er es das erste Mal nutzen kann. Die Auseinandersetzung wird zur Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des Objektes. Der Nutzer erfährt im Gegenzug die Freude am Zusammenbau, wird zum ersten „Flow-Erleben“ motiviert und erkennt die Beherrschbarkeit des Objektes. Er gewinnt Vertrauen in seine Fähigkeiten, weil er erfährt, wo potenzielle Fehlerstellen sein können und wie sie sich vom System entfernen lassen oder auszutauschen sind. Er erhält eine umfassendere Wahrnehmung vom Objekt und vergisst das Potenzial der Zerlegbarkeit nicht. Gleichzeitig wird er verantwortlich für das Objekt. Es gibt keine Ausreden mehr. Fehler lassen sich leicht und kostengünstig beseitigen, da die teuren Arbeitsstunden eines Fachmanns entfallen.

Julian Gottschalk

 

MA_Julian Gottschalk – bzw-Thesis

 

beziehungsweise …
Masterthesis von Julian Gottschalk

 

Ma_Julian Gottschalk – repairables

 

repairables
Dokumentation des Entwurfs von Julian Gottschalk

 

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Friends with Benefits
Masterthesis von Amelie Goldfuß (2017)

 

Friends with Benefits
Über die Beziehung zwischen Mensch und Maschine

Masterthesis von Amelie Goldfuß (2017)

Technik kann frustrieren, wenn sie nicht so funktioniert, wie wir wollen. Sie kann aber auch frustrieren, wenn sie so funktioniert, wie wir gerne funktionieren wollen, aber nicht können. Seit der industriellen Revolution arbeiten wir fleißig daran, Menschen maschinenartiger und Maschinen menschlicher zu machen. Das Gefälle zwischen der Perfektion der Maschinen und dem Gefühl menschlicher Unvollkommenheit wächst. Günther Anders nennt das Gefühl der Unterlegenheit des Menschen vor seinen technologischen Schöpfungen die promethische Scham. Müssen wir wegen ihr bald im Boden versinken?

Mich interessiert das emotionale Verhältnis zwischen Mensch und Gerät. Es muss nicht immer ein hochkomplexer Roboter oder eine künstliche Intelligenz wie in Her sein, zu der ein Mensch ein inniges Verhältnis aufbaut. Ab von den Gassenhauern Smartphone und Laptop, gibt es zahlreiche glückliche Beziehungen zwischen Lasercuttern und Makern („Du musst viel Zeit mit dem Gerät verbringen, um es gut kennenzulernen!“), Toastern und Morgenmuffeln, Geeks und Gadgets. Nicht immer sind die Erfahrungen positiv, wenn sich Mensch und Maschine begegnen, es gibt Wut, Awkwardness, Unsicherheit. Fest steht, dass der Beziehungsstatus zwischen Mensch und Maschine kompliziert ist.

Ich werde mich auf die Suche nach Geschichten machen, die Menschen über ihre Begegnungen mit Maschinen und Maschinen über ihre Begegnungen mit Menschen zu erzählen haben. Dazu gehört, welche Technologien (und in welcher Form) wir in unser Leben lassen und welche nicht. Und auch die Frage, welche wir wie lange am Leben lassen wollen. Die Fragestellungen werden in der Gestaltung von Geräten, die bestimmte Handlungen/Interaktionen provozieren oder hinterfragen oder der Gestaltung von Ritualen, die Mensch und Gerät gleichermaßen miteinbeziehen, münden.

Mich interessierte, wie Meinungen über die Konzepte von Technologien – also etwas eher Abstraktes – mit der Alltagserfahrung, die Menschen mit technischen Geräten machen, zusammenhängen und welche Geschichten diese Meinungen bilden. Dazu verteilte ich Geräte auf acht Haushalte, um mich nach einigen Wochen mit den Tester.innen zu unterhalten. Ich habe sie gefragt, wie es ihnen mit den Geräten ergangen ist, ob und wie sie sie benutzt haben und viele spannende Dinge herausgefunden, die in Teil 2 der Masterthesis „Fabelhafte Geräte” dokumentiert sind.

Amelie Goldfuß

 

MA_Amelie Goldfuss – Friends with benefits_Thesis

 

Friends with Benefits
Masterthesis

 

MA_Amelie Goldfuss – Fabelhafte Geräte

 

Fabelhafte Geräte
Dokumentation Entwurf

 

Masterexposé Amelie Goldfuß

 

Friends with Benefits
Exposé vor Durchführung der Thesis

 

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Von Utopia zum Topos
Masterthesis von Benjamin Schief (2017)

 

Von Utopia zum Topos
Utopie beginnt im Kleinen

Masterthesis von Benjamin Schief (2017)

Seit dem Ende des Kalten Krieges sprachen viele Kritiker, vom Ende des utopischen Zeitalters. Haben wir also aufgehört, nach Antworten auf die Frage zu suchen, wie wir uns zukünftiges Leben in der Gemeinschaft vorstellen?

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen”, stellt der deutsche Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno in seiner „Minima Moralia” fest. Dabei hat diese Aussage bis heute nicht an Wahrheit verloren und solange das richtige Leben nicht erreicht ist, haben Utopien bzw. utopisches Denken, die Chance verdient, beachtet zu werden. Denn sie sind „realer Bestandteil des Emanzipationsprozesses des Menschen” und ermöglichen einen anderen Blick auf „des Menschen Möglichkeiten […], die noch nicht vermessen sind”.

Wie also könnte man den Bewohnern der alten Welt, die neue Welt öffnen? Um mit der Schriftstellerin Ursula Le Guin zu antworten, reicht es vielleicht schon „mit ein paar Gewohnheiten zu brechen, zu erreichen, dass Leute Fragen stellen” und wie Henry David Thoreau feststellt „die Nachbarn aufzuwecken”.

Was also sollen wir tun? Wie wollen wir unser Leben in Zukunft gestalten? Auf diese Frage lässt sich nicht so einfach eine abschließende Antwort formulieren, schon gar keine mit allumfassender Gültigkeit. Aber hilft uns utopisches Denken, Lösungsvorschläge zu dieser Frage zu formulieren? Einhergehend mit dem Zusammenbruch des Realkommunismus 1989/90, dem Ende des Kalten Krieges riefen zahlreiche Kritiker das Ende der Geschichte und zeitgleich das Ende des utopischen Zeitalters aus. Also haben wir aufgehört nach Antworten auf diese Fragen zu suchen und akzeptieren alternativlos was die Kritiker bescheinigen? Haben Utopien ihre Strahlkraft nun endgültig verloren?

Zu Beginn meines Mastersemesters habe ich mich dazu auf die Suche nach Beispielen gelebter Utopien begeben. Initiativen die utopische Experimente und damit Alternativen zum Bestehenden erproben, wurden in Interviews und Gesprächen beleuchtet.

Der Politikwissenschaftler Thomas Schölderle beschreibt Utopien als „in Raum und Zeit unerreichbare Zustände, deren Erreichbarkeit dennoch gedacht werden kann und gedacht werden soll”. Sie soll gedacht werden, „um innerhalb des Wirklichen den Sinn für das Mögliche zu schärfen”. Sie bietet einen Werkzeugkasten, um „Blicke in die Sackgassen des Fortschritts zu werfen und die positiven Möglichkeiten menschlichen Daseins auszuloten”, denn darin verbirgt sich „seit jeher ihre eigentliche Funktion”. Gleichzeitig muss sich utopisches Denken den Ambivalenzen stellen, dass sie zu allen Zeiten „Anstoß und Triebfeder technischer und sozialer Neuerungen [waren] – zum Wohle wie zum Schaden der Menschheit”.

Schölderle betont die Notwendigkeit eines Vorhandenseins von Möglichkeiten, welche durch utopisches Denken aufgedeckt und formuliert werden können. Sie verändern den Blick auf das „Wirkliche” und bleiben nicht auf einer Ebene der bloßen Kritik stehen, sondern formulieren Lösungsvorschläge. Sie sind also konstruktiv und fragen „unablässig nach den institutionellen Bedingungen des menschlichen Daseins und Glücks, nach den Gerechtigkeitsprinzipien seiner Ordnung und nach der Rationalität ihre Umsetzung”. So gesehen sind Utopien Provokationen der Gegenwart, „wecken Bewusstsein, fordern Antworten und suchen Lösungen. Diese Funktionen müssen nicht notwendig von Utopien übernommen werden. Geeignet scheint das Medium dafür aber allemal.“ Der Kontrast zwischen wirklich und möglich verdeutlicht den Mangel des Bestehenden, aber auch das Potenzial des Momentanen, darin liegt die große Kraft utopischen Denkens und ebenso das große Aktionspotenzial, welches von Utopien ausgehen kann.

Benjamin Schief

 

MA_Benjamin Schief – Von Utopia zum topos

 

Dokumentation der Masterthesis
(zum Blättern bitte anklicken)

 

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Gegenstand
Masterthesis von Christian Andrés Parra Sánchez (2018)

 

„Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, 
so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, 
welche sie dadurch erblicken, sind grün”
Heinrich von Kleist

 

Gegenstand
Masterthesis von Christian Andrés Parra Sánchez (2018)

 

Mein Masterthema habe ich „Mobilität des Menschen durch die Welt” genannt. Dieses Thema unterteile ich in verschiedene Kategorien, die später in der konzeptionellen Karte fig.1 zu sehen sind. Von den Subkategorien habe ich zwei als Hauptschwerpunkte für mein Projekt ausgewählt: Migration und Nationalität, die gleichzeitig eng mit drei weiteren Konzepten oder besser genannten Problemen verbunden sind: Xenophobie (Fremdenfeindlichkeit), Rassismus und Diskriminierung.

 

 

Hpoythese
Es ist absurd und irrational den „Fremden“ zu diskriminieren, weil er unterschiedlich ist, und daraus unbegründete Ängste zu erzeugen. Diese Ängste werden oft durch Ablehnung, Gewalt und Trennung ausgedrückt. Wäre es möglich, die gleiche Absurdität und Irrationalität als Konzept zu verwenden, um das Problem durch Design mit einer ironischen und satirischen Kritik anzugehen, um somit eine Atmosphäre, einen Raum für Verwirrung, Nachdenken, Fragestellungen, Verständnis, und sogar Lachen zu schaffen? Wäre die Verwendung von GEGENSTÄNDEN, die mögliche unsinnige und absurde Lösungen für das Problem darstellen und anbieten würden, effizient und effektiv? Kann ein Täter zum Opfer werden und somit (ironisch) das Problem rückprojiziert werden?

 

Was will/soll ich erreichen, was ist mein globales Ziel?
Mein Ziel ist es, die Absurdität eines sozialen Problems durch Ironie und Satire darzustellen. Hier ist es keine Rebellion gegen das Übermaß an Funktionalismus, Rationalismus und Avantgarde, wie es in Italien in den 60er Jahren durch die Bewegung des „radikalen Designs” geschah. Diesmal handelt es sich um eine persönliche Nichtübereinstimmung und eine Art „Intoleranz“ gegen die Intoleranz rassistischer, fremdenfeindlicher und segregationistischer sozialer Gruppen, die Menschen aufgrund einer anderen Herkunft diskriminieren, misshandeln und ablehnen. Mein Entwurfsvorschlag geht darum, das Problem genau so anzugehen, wie es ist: „absurd”, und diese Absurdität ironisch und satirisch widerzuspiegeln. Somit ist das Ziel, einen Raum zum Nachdenken, Wahrnehmen, für Selbstevaluation und Kritik gegenüber des Phänomens der Fremdenfeindlichkeit durch Design zu schaffen. Das Ziel ist auch, ein besonderes Mittel zu finden, um das Problem aufmerksam zu betrachten, so eingehend wie jeder möchte. Die Interaktion mit den Gegenständen soll dem Nutzer die Möglichkeit bieten, die Rolle des Opfers und des Täters selber zu erfahren. Es soll kein Kunstobjekt sein, das hinter einer Glasscheibe ausgestellt wird und auch so betrachtet werden muss. Mein Ziel ist die Interaktion des Zuschauers mit dem Absurden – ironische Gegenstände zu animieren, um ein „merkwürdiges” Gefühl, eine Art Verwirrung zu erzeugen aber auch Klarheit und Verständlichkeit hervorzurufen, und damit eine persönliche Analyse herauszufiltern und das Nachdenken zu fördern.

 

„Früher hatte der Mensch nur einen Körper und eine Seele. 
Heute braucht er noch einen Pass dazu, 
sonst wird er nicht wie ein Mensch behandelt”. 
Stefan Zweig

 

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Mach’s Gut!
Masterthesis von Delphine Bishop (2019)

 

Mach’s Gut!
Methoden zur Gestaltung von Abschluss-Situationen in der Psychotherapie.

Masterthesis von Delphine Bishop (2019)

 

Die Gestaltung eines guten Endes in einer Psychotherapie stellt Patienten und Therapeuten häufig vor Herausforderungen. Nicht jede Psychotherapie endet schwierig, aber jeder Psychotherapeut macht Erfahrungen mit schwierig endenden Psychotherapien. Umso erstaunlicher ist es, dass es kaum Literatur mit konkreten Anregungen und Beispielen zur Gestaltung eines gelungenen Therapie-Abschlusses gibt. In dieser Arbeit habe ich nach Werkzeugen gesucht, die das Ende einer Psychotherapie begleitend unterstützen. In der posttherapeutischen Zeit können diese ritualisierten Handlungen und Objekte den Patienten dabei helfen, sich an Ihre eigenen Ressourcen, Leistungen, Bewältigungsstrategien und Wünsche zu erinnern. In Zusammenarbeit mit Therapeuten und Patienten ist ein Methodenbuch entstanden, welches als Gesprächsaufhänger, Inspiration und Motivation für die Psychotherapie dient, Abschlusssituationen neu zu gestalten.

 

Daraus entstanden drei konkrete Übergangshandlungen und -objekte für die Bedürfnisse des „Präventionsprojekts Dunkelfeld” an der Charité Berlin:

 

Die „Schlüsselkarte“ – Ein Kreditkarten Großes Leporello in welchem sich die Schlüsselmomente der Therapie notiert werden können.

 

Der „Ressourcen Talisman“ – Ein Übergangsobjekt welches an seine eigenen Ressourcen erinnert und in welchem sich ein Symbol für die individuelle Prägung versteckt.

 

Der „gemeinsame Ort“ – Eine Installation welche durch die Beteiligung aller Patienten, die diese Therapie abgeschlossen haben wächst.

 

 

MA-Theorie_D-Bishop

 

Dokumentation der Masterthesis
(zum Blättern bitte anklicken)

 

MA-Methodenbuch_D-Bishop

 

Methodenbuch
(zum Blättern bitte anklicken)

 

 

Methoden-Film

 

 

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