Lehrangebot

Geschmacksfragen – Klasse und Design

Geschmacksfragen sind die Grundlage hitziger Designdebatten von Anbeginn der Moderne. Das gute Objekt (oft im Sinne von: das einzig richtige Objekt) und seine Qualitäten als Erziehungsmethode für den modernen Menschen haben nicht nur im Bauhaus und im Deutschen Werkbund zu vielen Diskussionen geführt. Doch nicht erst seit Pierre Bourdieus kultursoziologischen Forschungen zu Habitus, Herrschaft und Distinktion stellen sich Geschmacksfragen auch als Bewertungs- und Abwertungsmechanismen, die über soziale Herkunft, kulturelles und ökonomisches Kapital richten. So werden in und durch Design soziale und kulturelle Machtverhältnisse sichtbar, während gleichzeitig diese auch Designtheorie und -produktion selbst prägen.

In diesem Seminar nähern wir uns den klassistischen Bedingungen von Design(produktion, -rezeption und -gebrauch) über Einblicke in soziologische Theorien der Geschmacksbildung und hinterfragen u.a. Begriffe wie Kopie, Fake und No Name-Produkt. Anhand ausgewählter historischer und gegenwärtiger Designobjekte, die (mehr oder weniger) eindeutig als soziale Marker funktionieren, wie beispielsweise das Billy-Regal, der Monobloc oder der Eiermann-Schreibtisch, versuchen wir auszumachen, wie Design, Klassenzugehörigkeit und kulturelle Hegemonie miteinander in Beziehung stehen.

Prüfungsleistung: Schriftliche Ausführung eines ein- bis zweiseitigen Porträts über ein Produkt, welches soziale Herkunft (allgemein oder die eigene) markiert/reflektiert (während des Seminars wird es Zeit zum Schreiben geben, die Porträts werden am Freitag vorgestellt)