Lehrangebot

Last Night a DJ Saved My Life - Musikvideos, Tonfilm, Visual Music & Animation

Last night a DJ saved my life
Last night a DJ saved my life, yeah
'Cause I was sittin' there bored to death
And in just one breath he said

You gotta get up
You gotta get on
You gotta get down girl

(...)

Last night a DJ saved my life
Last night a DJ saved my life from a broken heart
Last night a DJ saved my life
Last night a DJ saved my life with a song

(Indeep, 1982)

dt

Die synästhetische Allianz aus Musik, Sound, Film und Video ist nicht erst seit dem kommerziellen Aufkommen von Musikvideos in den 1960er Jahren eine experimentell-gestalterisches Feld. So finden sich Aspekte der Rhythmisierung von Körper, Objekt, Raum, Umwelt und Klang in einer Vielzahl von Medien wieder: Als treibendes Element in der kommerziellen Werbung; als audiovisuelle Aufführungspraxis in den darstellenden Künsten; sowie als akustische Klammer in der filmischen Avantgarde.

Im Musikvideo zeigen sich gleichermaßen Stile, Schnittrhythmen, Synchronisationen, Narrationen und Storytellings in komprimierter Zeit. In den medialen Nachbarschaften existieren zudem Formen, in denen die Grundaspekte des Musikvideos geschärft, abstrahiert oder in Interaktion überführt werden: Von Rhythmusspielen, bei denen von Finger bis Körper eine Angleichung an den Spielrhythmus als Interaktionsparadigma gefordert wird; über die Eintaktung von Visuals auf die rhythmische Gestaltung von Hi-Hat, Base, Snare und Kick; bis hin zu der ästhetischen Vermengung von Sound, Klang und Gesang mit experimentellen visuellen Schnittfolgen und generativen Grafiken in der Film- und Medienkunst. Im Animationsfilm ist der Zusammenschluss von Bild und Ton bereits in den Anfängen des Mediums angelegt. So synchronisieren sich Körper und Welt in den frühen Animationsproduktionen über die klangliche Ebene: Zunächst in Kombination aus Livemusik und Bewegtbild; später dann auch als materielle Zusammenführung von Bild- und Tonspur auf dem Zelluloid.

Innerhalb des Komplexen Gestaltens werden wir uns historisch und ästhetisch mit dieser Vielfalt an Formen und Stilen beschäftigen. Das Seminar lädt ein, die Zwischenbereiche von Musik, Klang, Film und Interaktion experimentell zu erkunden und auszuloten. So können ganz eigene Stile und Ästhetiken entstehen, die medialen Formen wie Musikvideos, Rhythmus- und Klangspiele, künstlerisch-gestalterischen Tonfilmen, oder experimentelle VJ-Sets hervorbringen. Als essenzieller Teil soll zudem mit Klangerzeugern experimentiert werden und hier sowohl Software- als auch Hardwarebasiert eigene Klangräume gestaltet werden. Begleitet wird das Seminar von Filmscreenings und Workshops. In enger Kooperation mit Gerhard Funk werden zudem Aufbaukurs und Komplexes Gestalten miteinander verbunden. Neben dem regelmäßigen Besuch des KGs wird die kompakte Teilnahme am Aufbaukurs daher empfohlen.

eng

The synaesthetic alliance of music, sound, film, and video has been a field of experimental creativity long before the commercial emergence of music videos in the 1960s. Aspects of the rhythmicization of the body, objects, space, the environment, and sound can be found in a wide variety of media: as a driving element in commercial advertising; as an audiovisual performance practice in the performing arts; and as an acoustic framework in avant-garde film.

In the music video, styles, editing rhythms, synchronizations, narrations, and storytelling are all evident within a condensed timeframe. In related media genres, there are also forms in which the fundamental aspects of the music video are sharpened, abstracted, or transformed into interaction: From rhythmic games, in which synchronization with the rhythm of the music—from fingers to the body—is required as an interactive paradigm; to the synchronization of visuals with the rhythmic structure of the hi-hat, bass, snare, and kick drum; to the aesthetic blending of sound, tone, and vocals with experimental visual editing sequences and generative graphics in film and media art. In animated film, the fusion of image and sound was already inherent in the medium’s early days. Thus, in early animated productions, the body and the world synchronize through the auditory dimension: Initially as a combination of live music and moving images; later also as a physical fusion of image and soundtracks on celluloid.

Within the context of the seminar, we will examine this diversity of forms and styles from both historical and aesthetic perspectives. The seminar invites participants to experimentally explore and probe the intersections of music, sound, film, and interaction. This can give rise to entirely unique styles and aesthetics that produce media forms such as music videos, rhythm and sound games, artistically designed sound films, or experimental VJ sets. As an essential part of the course, students will also experiment with sound generators and create their own soundscapes using both software and hardware. The seminar is accompanied by film screenings and workshops. In close cooperation with Gerhard Funk, the Aufbaukurs and Komplexes Gestalten are also integrated. In addition to regularly attending the KG, active participation in the Aufbaukurs is therefore recommended.

Workshop

Techno & Ambient (Sebastian Thewes)

Aufbaukurs

Procedural Animation for Visual Music (Gerhard Funk)

Literaturverzeichnis

Beil, Ralf, 2022. The World of Music Video. Hatje Cantz.

Carson, Anne. 2025. The Gender of Sound. Spiral House.

Laurberg, Marie. 2026. Camille Henrot - Paper Planes. Copenhagen: Copenhagen Contemporary.

Nohr, Rolf F. 2006. Rhythmusarbeit. In: , hrsg. von Britta Neitzel und Rolf F. Nohr. Schüren.

Wacker, Julian. 2026. Black British Music Video. 1. Aufl. transcript Verlag.

Wark, McKenzie. 2023. Raving. Durham: Duke University Press.

Anmeldung

Beginn der Einschreibung 07. September um 10 Uhr
Ende der Einschreibung 27. September um 18 Uhr

Einschreibung über https://www.burg-halle.de/einschreibung-mmvr-projekte
(Benutzernamen st-Nr. und Burg-Passwort)

Anmeldungen von neu immatrikulierten Masterstudierenden, die noch keine Zugangsdaten haben, bitte per Mail (s. Kontakt) mit Angabe von Erst-, Zweit- und Drittwunsch.

Lern- und Qualifikationsziele

Im Fach „Komplexes Gestalten“ arbeiten BA- und MA-Studierende an denselben Aufgabenstellungen mit den folgenden Zielen:

Multimedia|VR-Design (B.A.)
Im Fach „Komplexes Gestalten“ werden die in den ersten beiden Jahren erlangten Kompetenzen zusammengeführt und beispielhaft an einer komplexen Aufgabenstellung angewendet. Ziel ist es, Lösungsstrategien zu entwickeln, die auf einem tragfähigen Konzept basieren und anhand von Prototypen sowie medientechnisch und gestalterisch eigenständigen Gestaltungsstudien erprobt werden.

Multimedia Design (M.A.)   
MA-Studierende bringen ihre fachspezifischen und erweiterten Kompetenzen (im Besonderem Quereinsteiger) in die Bearbeitung der komplexen Aufgabenstellungen ein und kontextualisieren diese in aktuellen Diskursen. Ziel ist es, im Rahmen der projektorientierten Auseinandersetzung eine individuelle fachliche Vertiefung und fundierte Lösungsstrategie zu entwickeln. Hierfür wird das künstlerisch-gestalterische Vorhaben mit forschungsbasierten Bearbeitungsfeldern weiterentwickelt. Es gilt, die eigene Arbeit unter Anwendung von Methoden künstlerischer Forschung zu einem eigenständigen künstlerisch-gestalterischen Lösungsansatz zu führen.