Lehrangebot

Tanz und Bewegung in der Bildenden Kunst der Gegenwart

Tanz und Bewegung sind in der Gegenwartskunst lebendige Ausdrucksformen, die den physischen Körper, den musealen Raum und gesellschaftliche Diskurse verbinden und dies bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts.

 

An den Grenzen von Tanz, Live-Performance, Malerei, Skulptur und Rauminstallationen entstehen neue Formate, und Tanz findet schon seit langem nicht mehr nur auf Theaterbühnen statt, sondern als Live-Performance direkt im Ausstellungsraum. Museen öffnen sich für choreografische Arbeiten, wodurch die starre Trennung zwischen Betrachtenden und Kunstwerk aufgehoben wird. Während die bildenden Künste einen festen Moment in der Zeit festhalten, geht es beim Tanz um Fluktuation und inhärente Instabilität. Gerade diese Gegensätze werden von Künstler*innen und Choreograf*innen seit dem 20. Jahrhundert synergetisch genutzt; zudem fangen Videoinstallationen und digitale Medien Bewegung ein und hinterfragen die Flüchtigkeit des Augenblicks.

 

Heute geht es an der Schnittstelle von Tanz und bildender Kunst vielfach um die Dekonstruktion von Geschlechterrollen, von kulturellen Stereotypen und um die Wahrnehmung des eigenen Körpers im digitalen Zeitalter. Ausgehend von historischen Positionen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – wie Jasper Johns, Merce Cunningham und Yvonne Rainer – über Positionen der 1990er Jahre – wie Félix González-Torres – wird im Seminar die Gegenwart u.a. mit Werken von Maria Hassabi, Alexandra Pirici, Chantal Ackerman und Christian Falsnaes kennengelernt, beschrieben und im Hinblick auf eine Horizonterweiterung der bildenden Kunst untersucht.

 

Einführende Literatur:

 

Tanzen, Sehen. Hg.: Eva Schmidt, José Lebrero Stals, Ausst.-Kat. Museum für Gegenwartskunst, Siegen und Centro Andaluz de Arte Contemporáneo, Sevilla, Berlin 2007.