Im Zentrum der künstlerischen Praxis von Michal Fuchs steht die Landschaft als Trägerin von Geschichte, Erinnerung und politischen Ideologien. Ausgangspunkt ihrer Recherche ist die Vegetation Palästinas und Israels sowie ihre Aneignung durch die zionistische Bewegung seit dem späten 19. Jahrhundert. Pflanzen erscheinen dabei nicht als neutrale Natur, sondern als kulturelle und politische Akteure, die Vorstellungen von Zugehörigkeit, Besitz und Heimat prägen.
Ausgehend davon untersucht Fuchs, wie Landschaften, Pflanzen und Materialien politische Erzählungen speichern und weitertragen. In ihren skulpturalen und raumbezogenen Arbeiten verbindet sie historische Recherche mit persönlichen Erinnerungen und ortsspezifischen Beobachtungen. Natürliche und industrielle Materialien treten dabei in einen Dialog. Pflanzen und Materialien tragen in Israel und Palästina andere historische und emotionale Bedeutungen als in Deutschland. Aus dieser Differenz entsteht ein Raum, in dem Fragen nach Erinnerung, Identität und der politischen Dimension von Landschaft neu verhandelt werden.
Michal Fuchs ist eine israelische bildende Künstlerin, die seit 2010 in Deutschland lebt und arbeitet. Im Jahr 2020 absolvierte sie ihr Diplom in Metallbildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seit 2024 ist sie dort als künstlerische Mitarbeiterin in der Klasse Bildhauerei / Materialität und Raum tätig. Sie erhielt unter anderem Stipendien der Stiftung Kunstfonds und der Kunststiftung Sachsen-Anhalt. Arbeitsaufenthalte führten sie unter anderem zum Künstlergut Prösitz e.V., Offspace Kaisitz e.V., der Pilotenküche – International Art Program in Leipzig sowie zum Ananeh Center for Art, Nature and Research in Jerusalem. Zu ihren Auszeichnungen gehören der Stiftungspreis der Sparkasse Halle und der Münzenberg Forum Berlin. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in der A&O Kunsthalle Leipzig, der Kunsthalle Trier, dem Haturim Kunstraum Jerusalem, den Kunstsammlungen Chemnitz, im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz in Mittweida, in der Insel Galerie Berlin, im Palais Podewil Berlin sowie im Deutschen Hygiene-Museum Dresden gezeigt. Sie lebt und arbeitet in Halle (Saale), Berlin und Jerusalem.















