Abschlussarbeiten der Meisterschüler*innen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle werden vom 17. Juli bis 9. August 2026 in einer gemeinsamen Präsentation in der Burg Galerie im Volkspark gezeigt.

Abschlussarbeiten der Meisterschüler*innen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle werden vom 17. Juli bis 9. August 2026 in einer gemeinsamen Präsentation in der Burg Galerie im Volkspark gezeigt.
Mit Take Off 2026 setzt die BURG ihre im August 2021 begonnene Ausstellungsreihe fort und zeigt die Abschlussarbeiten der Meisterschüler*innen parallel zur Jahresausstellung Mitte Juli. In der diesjährigen Ausstellung in der Burg Galerie im Volkspark sind vom 17. Juli bis 9. August 2026 die Arbeiten von zwölf Meisterschüler*innen zu sehen, die im Jahr 2026 ihren Abschluss gemacht haben. Die Ausstellung zeigt ein vielschichtiges Bild aktueller künstlerischer Praxen und ästhetischer Haltungen. Unabhängig vom Medium kreisen die künstlerischen Fragen in diesem Jahr verstärkt um die Form und den Prozess ihrer Entstehung, gewissermaßen um die Triebkräfte des Schaffens selbst. Die Arbeiten aus Malerei, Bildhauerei, Installation, Keramik, Zeichnung und Film spannen sich weit auf: Sie bewegen sich zwischen kleiner und großer Dimension, zwischen opulenter Dichte und fein austarierter Reduktion. Sie hinterfragen Gewissheiten und stimmen auf neue ein.
Mit einem räumlichen „Paukenschlag“ behauptet sich die überlebensgroße architektonische Skulptur von Hyoeun Jin im Galerieraum. Sie öffnet einen begehbaren, mehrfach gestaffelten Raum, in dessen Innerem eine Videoarbeit gezeigt wird und Klang zu hören ist. Die Besucher*innen können darin eine besondere räumliche Situation erleben. Sofia Mayers zumeist handtellergroße Plastiken lassen vom Maßstab an das denken, was die Fingerumgreifen können. Die Formen entstehen ohne direkte Kontrolle der Augen, sie werden aus jeweils zwei künstlichen Sandsteinformen nach einer inneren Vorstellung herausgekratzt, die Leerstelle dann mit Metall ausgegossen und zur überraschenden Form gebracht. Zwaantje Beer, von der Bildhauerei kommend, arbeitete während des Meisterschüler*innenstudiums mit Ölfarbe auf Holzplatten. Die Farbe wird von ihr als ein plastischer Stoff verstanden und erprobt, den sie mit den Händen aufträgt. Sind diese Arbeiten wirklich Malerei oder eher in die Zweidimensionalität gebrachte Plastik? Mit den Verbindungen und Unterschieden zwischen Malerei oder Zeichnung und Skulptur oder Objekt setzen sich auch andere Ausstellende auseinander.Hanbyeol Mun entwickelt mäandernde skulpturale Objekte, die unter anderem verschiedene Fundstücke aus dem alltäglichen Leben integrieren. Das gedanklich Erweiterbare der Formen und ihr erzählerisches Potenzial schaffen eine Atmosphäre poetischer Gestimmtheit.
Carmen Voigts Zeichnungen und sich bewegende Objekte stellen bekannte Realitäten in Frage. Sie erinnern teils an Alltägliches, spielen jedoch nach eigenen Regeln. An diesem eigenartigen Schauplatz treffen sich verschiedene Geister zur gemeinsamen Party und verwirbeln antrainierte Gewissheiten. Elisabeth Otto versteht Bewegung und Skulptur als Medien sozialer Erfahrung und Interaktion. Ihre social support structures oszillieren zwischen Prothetik durch Kunst und Verfremdung der Wahrnehmung mittels einer neuen Körpererfahrung. Was eine bildhauerische Form alles sein kann, fragt auch Johanna Koepe. Wie verhalten sich eine große Form, ihr Gewicht und ihre Farbe zueinander und welche Wirkungen sind im Raum möglich? Das Wechselspiel zwischen den Materialitäten wie Ton und recycelter Pappe prägt ihre Arbeiten. Die Installationen lassen ein unverhofftes Gefühl des Getragen-Seins als Zustand zwischen Stabilität, Balance und Beweglichkeit spüren. Das keramische Werk von Philsoo Heo wird stärker vom Wechselspiel zwischen Farbe und plastischer Form bestimmt. Schwerkraft und Liebe ist der Titel des Werkkomplexes, der soziale Beziehungen thematisiert und während des Meisterschüler*innenjahres entstanden ist. Finden wir in den verführerischen Glasuren der fragilen Objekte emotionale Bestärkung oder stimmt uns ihre Schönheit eher melancholisch? Das Spiel mit Nuancen ist auch der Schlüssel zu den Bildern von Elektra Tzamouranis, die sich als eine Form des Kartierens verstehenlassen, als tastende Annäherung an innere und äußere Spannungsfelder. Sie setzt Flächen, zieht Linien, schafft Verbindungen, verdeckt und legt wieder frei. So wird die Leinwand zu einem Feld, in dem sich Bekanntes und Unbestimmtes überlagern. Naomi Pietros großformatige Malereien erscheinen zunächst vegetativ, entfalten bei genauerem Hinsehen jedoch vielschichtig verwobene Erzählungen. In ihrer Serie symmetries widmet sie sich vergessenen Bildmodellen des Barock und des Fauvismus und untersucht die Gleichzeitigkeit von Präsenz und Unsichtbarkeit des Subjekts sowie deren Spannungen im Bildraum. Henning Gundlach entwickelt seine Bildmotive aus Eindrücken und Beobachtungen bei Spaziergängen in urbanen Räumen. Besonders interessieren ihn als Maler Oberflächen und Zeichensysteme oder wie bei einem Aufenthalt in Japan die formalen Qualitäten alltäglicher Architektur, die er abstrahiert in kleine Postkartenformate oder auf große Leinwände übersetzt. Mit begrenzten Parametern wie weißem Papier, Graphit, schwarzer sowie weißer Ölkreide untersucht Klara Goiny Momente des Nicht-Wissens mit dem Ziel, für Wortlosigkeit eine Sprache aus Symbolen, Wiederholungen und Verschwundenem zu entwickeln. Die von ihr gezeigte Gruppe von Zeichnungen bringt uns damit etwas nahe, das fast als nicht darstellbar erscheint. Mit dieser Ernsthaftigkeit, innere und äußere Erfahrungsräumez u erschließen, dabei auch dem Nicht-Fassbaren nachzugehen, ihm Gestalt zu geben und der eigenen künstlerischen Suche zu vertrauen, setzen die gezeigten Werke wichtige Impulse in Zeiten schwindender Sicherheiten.
Ein Meisterschüler*innen-Studium können Kunstabsolvent*innen nach dem Studienabschluss anschließen, es richtet sich an besonders herausragende Studierende im Fachbereich Kunst. Hierbei erfolgt die Ernennung zur*m Meisterschüler*in durch eine*n Professor*in der Hochschule in Abstimmung mit dem Fachbereichsrat Kunst. In den letzten Jahren ist die Anzahl derer, die an der BURG den Meisterschüler*innenabschluss erhielten, gewachsen. Die Abschlusspräsentationen dazu fanden zuvor individuell und an verschiedenen Orten statt.
Carmen Voigt, Meisterschülerin bei Prof. Julia Kröpelin
Eröffnung
Donnerstag, 16. Juli 2026, 19 Uhr, Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a
Begrüßung
Prof. Tilo Baumgärtel, Prorektor der BURG
Einführung in die Ausstellung Take Off 2026 – Meisterschüler*innen der BURG
Prof. Dr. Sara Burkhardt, Dekanin Fachbereich Kunst
Dr. Jule Reuter, Kuratorin Burg Galerie im Volkspark
Statement der Ausstellenden
Musikalisches Rahmenprogramm
Albrecht Carl Brandt, Kontrabass
Im Anschluss
Wenn ich an Kunst denke, …
Die Ausstellenden laden ein, gemeinsam Plakate für den sozialen Raum zu erstellen. Angesichts der Landtagswahlen im Herbst fragen sie die Besucher*innen: Was bedeutet euch Kunst? Helft mit, Sichtbarkeit für das Thema Kulturpolitik zu schaffen.
Ausstellungsdauer: 17. Juli bis 9. August 2026
Ort: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Eröffnung: Donnerstag, 16. Juli 2026, 19 Uhr / Die Ausstellung ist an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet.
Pressevorbesichtigung: Donnerstag, 16. Juli, 11 Uhr, Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Öffnungszeiten zur Jahresausstellung: Samstag, 18. Juli und Sonntag, 19. Juli, 10 bis 18 Uhr
Eintritt: Der Eintritt ist frei.
Kuratorinnen: Dr. Jule Reuter, Kuratorin der Burg Galerie am Volkspark, in Zusammenarbeit mit Luise von Cossart
Weitere Informationen: www.burg-halle.de/galerie
Social Media: Die BURG kommuniziert die Ausstellung in den sozialen Medien mit den Hashtags #BurgHalle und #TakeOff.
Take Off ist eine fortlaufende Katalogreihe, die den Meisterschüler*innen der BURG gewidmet ist, die ihr Studium abgeschlossen und gemeinsam in der Burg Galerie ausgestellt haben. Die Publikation erscheint jeweils im Anschluss der Ausstellung im Hochverschlag. Die Kataloge sind unter Katalogreihe Take Off zu erwerben.
Samstag, 18. Juli und Sonntag, 19. Juli, jeweils 11– 13 Uhr
Wenn ich an Kunst denke, …
Gemeinsame Plakataktion (siehe Eröffnung).
Mittwoch, 22. Juli, 17 Uhr
Artist Talk mit Sofia Mayer, Hanbyeol Mun und Elektra Tzamouranis. Moderiert von Dr. Jule Reuter und Luise von Cossart (Kuratorische Assistenz)
Mittwoch, 5. August, 17 Uhr
Artist Talk mit Klara Goiny, Elisabeth Otto und Naomi Pietros. Moderiert von Dr. Jule Reuter und Luise von Cossart (Kuratorische Assistenz)
Sonntag, 9. August, 14– 18 Uhr
Wenn ich an Kunst denke, …
Gemeinsame Plakataktion (siehe Eröffnung).
An den Sonntagen, 26. Juli, 2. August und 9. August 2026 führen um 15 Uhr Studierende der kunstpädagogischen Studiengänge sowie des Masterstudiengangs Kunstwissenschaften durch die Ausstellung Take Off 2026. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich.












Donnerstag, 16. Juli 2026, 19 Uhr
Die Ausstellung ist an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet.
Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Montag bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Samstag, 18. Juli und Sonntag, 19. Juli, 10 bis 18 Uhr
Der Eintritt ist frei