Skyway - Reanimierung einer Förderbrücke der Buntgarnwerke in Leipzig - Teilhabe und Nachbarschaft durch Öffentlichkeit

Entwurfsprojekt im Sommersemester 2026 Prof. Robert Laser und KM Jannis Block

Bestandsgebäude

Die Buntgarnwerke an der Weißen Elster in Leipzig-Plagwitz sind Deutschlands größtes Industriedenkmal der Gründerzeit. Zur Jahrhundertwende waren hier rund 14.000 Menschen beschäftigt. Nach der Privatisierung des Objekts durch die Treuhandgesellschaft im Jahr 1995 wurde der Gebäudekomplex in insgesamt 125 Eigentumswohnungen aufgeteilt. Eine Gleisbrücke über den Fluss wurde dabei abgerissen. Erhalten geblieben ist eines der meistfotografierten Bauwerke in Leipzig – eine zweigeschossige Förderbrücke, die heute nichts mehr miteinander verbindet.



Hintergrund

Die zunehmende Privatisierung von Stadträumen schafft neue Grenzen und schränkt öffentliche Räume sowie Möglichkeiten für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe ein. Viele räumliche Potenziale liegen heute im Privaten und sind kaum noch öffentlich zugänglich. Welche räumlichen Eingriffe können dazu beitragen, private Strukturen wieder mit der Öffentlichkeit und der Stadt zu vernetzen? Welche Bedeutung hat die gemeinsame Nutzung halböffentlicher Räume für Bewohner*innen, Nachbarschaften und Gäste? Und welche Erfahrungen machen Menschen, wenn sie private Räume als Teil des Stadtraums nutzen?



Aufgabe

Im Projekt Skyway wird das Potenzial der stillgelegten Brücke über den Fluss untersucht. Sie soll zu einem Ort der Teilhabe und Nachbarschaft reaktiviert werden. Die im Rahmen des Projekts entstehenden Konzeptansätze sollen aufzeigen, wie die Brücke in ihrer exponierten Lage als Vermittlerin zwischen privatem und öffentlichem Raum neu interpretiert werden kann. Dabei geht es um Gestaltungsprinzipien, die eine achtsame Haltung zum Bestand mit ihrer Backsteinfassade, ihrem Stahlfachwerk und historischen Spuren offenbaren.