Die Preisträgerin ist Absolventin der Studienrichtung Malerei. Anerkennungen erhalten Vanessa Kahl (Zeitbasierte Künste), Paul Kobert (Zeitbasierte Künste) und Yerina Lee (Malerei).

Die Preisträgerin ist Absolventin der Studienrichtung Malerei. Anerkennungen erhalten Vanessa Kahl (Zeitbasierte Künste), Paul Kobert (Zeitbasierte Künste) und Yerina Lee (Malerei).
Den mit 2.500 Euro dotierten Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse 2026 erhält Amber Hummel, Burg-Absolventin der Studienrichtung Malerei, für ihre Arbeit Das driftende Prinzip. Zudem wurden drei Anerkennungen, jeweils dotiert mit 500 Euro, von der Fachjury an Vanessa Kahl, Paul Kobert und Yerina Lee vergeben.
Der Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse prämiert bereits zum 20. Mal eine herausragende Diplomarbeit im Fachbereich Kunst der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Verleihung fand am Mittwochabend, 4. Februar 2026, 18 Uhr, im Volkspark Halle statt.
Die Arbeiten der Preisträger*innen sowie die Werke von weiteren 37 Absolvent*innen des Fachbereichs Kunst sind in den Räumen der Burg Galerie im Volkspark und in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt vom 5. Februar bis 1. März 2026 von Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr zu sehen. Die Ausstellung eingetaucht/aufgetaucht – Diplome der Kunst 2026 wurde kuratiert von Elise Möller.
Den diesjährigen Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse erhält Amber Hummel, Absolventin der Studienrichtung Malerei. Sie überzeugte die Jury mit ihrem performativ-dokumentarischen Projekt Das driftende Prinzip, betreut von Prof. Tilo Baumgärtel und Prof. Ana Hupe. In einer audiovisuellen Lesung veranschaulicht die Künstlerin eine selbst entwickelte gesellschaftliche Regel, nach der jede Person Verantwortung für ihr direktes Umfeld trägt. Diese gedachte Mikrosphäre besitzt einen Radius von fünf Metern, in deren Zentrum man selbst steht. Der visuelle Teil von Amber Hummels Arbeit macht diese Gesellschaftsvision auf eindrucksvolle Weise erfahrbar. Die Künstlerin steht auf einem asphaltierten Platz und wird von einer etwa fünfzig Meter über ihr schwebenden Drohne gefilmt. Sie markiert damit den Mittelpunkt ihrer Sphäre. Der Kreis mit einem Durchmesser von zehn Metern wird durch ein schnell um sie herum driftendes Auto begrenzt, das deutliche Reifenspuren auf dem Boden hinterlässt. Mit jeder Runde wird der sie umgebende Kreis klarer sichtbar und verbleibt schließlich als präzise Zeichnung im Raum.
Während der rund zwanzigminütigen Videoaufnahme spricht Amber Hummel im Voice-over über Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit sowie über die Motive und Risiken, die damit verbunden sind, Menschen in den innersten Kreis zu lassen. Ein Zitat aus der Arbeit unterstreicht diese Intention: „Das Einzige, was bleibt und was geht, ist der Anstoß. Der Rest ist offen. Wie politisches Handeln ausgeht, können wir nicht wissen – gerade das macht dessen Freiheit aus. Wir fangen etwas an. Wir schlagen unseren Faden in ein Netz aus Beziehungen. Was daraus wird, wissen wir nie. Das ist ein Wagnis. Wagnis ist nur möglich im Vertrauen auf die Menschen.“
Amber Hummel, geboren 1999 in Dresden, absolvierte von 2016 bis 2017 ein FSJ Kultur an der Staatsoperette Dresden im Bereich Regie, bevor sie 2018 an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle das Studium der Malerei bei Prof. Tilo Baumgärtel aufnahm. Während ihres Studiums erhielt sie mehrere Förderungen und Stipendien, darunter ein Erasmus-Stipendium in Bratislava, Slowakei, ein Aufenthaltsstipendium AIR 351 in Cascais, Portugal, sowie ein Aufenthaltsstipendium in den Künstler*innenhäusern Worpswede. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten.
Die Arbeit der Preisträgerin ist in der Burg Galerie im Volkspark zu sehen.
Die Jury vergibt eine Anerkennung an Vanessa Kahl, Absolventin der Studienrichtung Zeitbasierte Künste, für ihre Arbeit Play. In zwei vertikalen Videoprojektionen erzählt die Künstlerin darin vom gemeinschaftlichen Spiel der Kindheit, das von jungen Erwachsenen repräsentiert wird. In tänzerischen und szenischen Aufnahmen sehen wir eine Gruppe von etwa neun Menschen, die teils aus der Vogelperspektive, teils vom Boden aus beim kindlichen Spielen gefilmt wurden. Auf magische Weise wirken diese Menschen wie ein gemeinsamer Körper und scheinen im Spiel die Möglichkeit menschlicher Schwarmintelligenz zu erforschen. Nach dem Betrachten von Vanessa Kahls Arbeit verbleibt ein angenehmes Gefühl idealisierter Leichtigkeit des Kindseins.
Vanessa Kahl, geboren 1998, lebt und arbeitet in Leipzig. Seit 2018 studiert sie Zeitbasierte Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle bei Prof. Michaela Schweiger und schloss ihr Diplom im Januar 2026 ab. In ihrer künstlerischen Praxis liegt ihr Fokus auf Prozessen des Miteinanders, des Zeigens und Wahrnehmens, häufig in kollaborativen und interdisziplinären Arbeitszusammenhängen. Ihre Arbeiten wurden in Performances und Ausstellungen unter anderem in Leipzig, Halle, Weimar und Braunschweig gezeigt.
Die Arbeit von Vanessa Kahl ist in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt ausgestellt.
Zudem erhält Paul Kobert, Absolvent der Studienrichtung Zeitbasierte Künste, eine Anerkennung für seine Arbeit Toskana oder Provence. Die raumgreifende Fotoinstallation hat die Jury nachhaltig beeindruckt. Sie verbindet Fotografien unterschiedlicher Formate zu einem installativen Arrangement. Mit einem präzisen, reflektierten Blick durch die Kamera hält der Künstler architektonische und urbane Fragmente fest, die aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst erscheinen und teilweise mit beinahe portraithafter Genauigkeit untersucht werden. Treppenaufgänge, Straßenabsperrungen und eine im Bau befindliche, monumentale Brücke wirken dabei nahezu wesenhaft. Die Macht der vom Menschen überformten Umgebung ebenso wie ihre eigentümliche dinghafte Selbstgenügsamkeit schärfen den Blick auf die Welt und laden dazu ein, Paul Koberts fotografischer Wahrnehmung zu folgen.
Paul Kobert, geboren 1993 in Mühlacker, lebt und arbeitet in Leipzig. Bevor er ein Studium der Zeitbasierten Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule bei Prof. Michaela Schweiger begann, absolvierte er ein Gartenbaustudium. Sein Diplom schloss er 2026 an der BURG ab.
Die Arbeit von Paul Kobert wird in der Burg Galerie im Volkspark gezeigt.
Eine weitere Anerkennung vergab die Jury an Yerina Lee, Absolventin der Studienrichtung Malerei, für ihre Arbeit Weißes Feuer. Die sich fünf Meter in den Raum erhebende, lebendige und entfesselte Zeichnung, mit Tusche und Asche auf Tuch ausgeführt, imaginiert gemeinsam mit einer Stele aus vielfarbig aufeinandergeschichteten keramischen Urnengefäßen Yerina Lees Vorstellung von Transformation, Tod und Wiedergeburt. Auf hoffnungsvolle Weise widmet sich die Künstlerin zentralen Themen wie Existenz und Wandlung, der Auflösung durch den Tod sowie dem Potenzial der Erneuerung.
Yerina Lee, geboren 1995 in Seoul, Südkorea, studierte Malerei bei Prof. Tilo Baumgärtel an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und schloss ebenda 2025 ihr Diplom ab. Sie war Austauschstudentin an der Seoul National University, arbeitete 2022 als Stage Director beim Seoul Performing Arts Festival (SPAF) und erhielt ein Förderstipendium der Seoul Foundation for Arts and Culture. 2024 nahm sie an der Residency AIR 351 in Cascais, Portugal teil; 2025 zeigte sie Arbeiten in der Gruppenausstellung Slip of the Tongue in Halle (Saale).
Die Arbeit von Yerina Lee ist in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt zu sehen.
Der diesjährigen Fachjury gehörten an:
Den Juryvorsitz (ohne Stimmrecht) übernahm Prof. Tilo Baumgärtel, Prorektor und Professor für Malerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Preisverleihung: Mittwoch, 4. Februar 2026, ab 18 Uhr im Volkspark Halle, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Öffnungszeiten: 5. Februar bis 1. März 2026, Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 19 Uhr
Orte: Volkspark Halle, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale) und Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Neuwerk 11, 06108 Halle (Saale)
Presserundgang: 5. Februar 2026, 11 Uhr, Treffpunkt: Burg Galerie im Volkspark
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Anmeldung nicht notwendig.
Kuratorin: Elise Möller
Grafikdesign: Luka Löhner und Maja Redlin
Weitere Informationen zur Diplomausstellung: www.burg-halle.de/diplomausstellung
Förderer: Der Kunstpreis wird gefördert durch die Stiftung der Saalesparkasse Halle.
Donnerstag, 19. Februar 2026, 17 Uhr: Burg Galerie im Volkspark
Lesung aus den schriftlichen Abschlussarbeiten mit den Künstler*innen:
Witte Böhm, Amber Hummel, Yuan Yang, Tràmi Nguyen, Paul Kobert, Gabriel Stichling
Samstag, 21. Februar 2026, 14 Uhr: Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt
Lesung aus den schriftlichen Abschlussarbeiten mit den Künstler*innen:
Ida Charlotte Kuhfß, Finn Leffe Kistner, Ruth Wadenpohl, Lu Kappmeier, Lucas Kurz, Lykke Kotte, Emma Louise Meyer
Samstag, 14. Februar 2026, 14 Uhr: Burg Galerie im Volkspark
Performance mit dem Künstler Markus Ettenauer zusammen mit Patrice Lipeb
Samstag, 28. Februar 2026, 17 Uhr: Burg Galerie im Volkspark
Performance mit dem Künstler Simon Malinowsky zusammen mit FLAMA Trio (Leipzig)
Donnerstag, 12. Februar 2026, 14 Uhr: Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt
mit Theresa Leschber (Kunstvermittlung Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)),
Elise Möller (Kuratorin) und den ausstellenden Künstlerinnen Louisa Pieper, Linn Pulsack, Johanna Koepe
Treffpunkt: Riebeckplatz 4 am Maritim/Interhotel Halle (Saale)
Donnerstag, 12. Februar 2026, 14 Uhr, Audioguide-Tour
Bitte Smartphone und Kopfhörer mitbringen
EMERGING MOTHERHOOD
10. Februar bis 8. März 2026
Parallel zur Diplomausstellung 2026 zeigt Kaya Leonie Pilsner, Burg-Studentin der Zeitbasierten Künste, die kollaborative Arbeit EMERGING MOTHERHOOD nach einem Konzept gemeinsam mit Vanessa Kahl im hr.fleischer e.V. Kunst- und Projektraum Kiosk am Reileck.












5. Februar bis 1. März 2026
Mi–So, 14–19 Uhr
Am Mittwoch, 4. Februar 2026, 18 Uhr, wird der Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse verliehen und die Ausstellung feierlich eröffnet.
Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a, 06114 Halle (Saale)
Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Neuwerk 11, 06108 Halle (Saale)
Kuratorin: Elise Möller
Grafikdesign: Luka Löhner und Maja Redlin