Dressing in other peoples clothes

WiSe 25/26 - Greta Mutze

Dressing in other peoples clothes

 

In dem Projekt haben wir uns als Untergruppe kritisch mit Eurozentrismus und Kulturverlust durch westlichen Einfluss auseinandergesetzt.

Fokussiert habe ich mich auf den Christianisierungs-Prozess auf der südost-pazifischen Insel ‘Rapa Nui’ (auch bekannt als die Osterinsel), der tiefgreifende kulturelle Transformationen mit sich brachte. Die Quelle* zeigt auf, wie
die Bewohner*innen von Rapa Nui innerhalb der asymmetrischen Machtverhältnisse wieder mehr kulturelle Kontrolle erlangten, indem sie die zur Konvertierung eingeführten europäischen Textilien in explizit nicht-westlicher
Logik in ihre eigenen Bedeutungssysteme integrierten. Westlich eingeführte Kleidung wurde nicht der christlichen Alltagsnorm entsprechend zum funktionsgebundenen “zivilisierten Bedecken” getragen, sondern nach indigenen
Logiken neu kontextualisiert und bspw. nur anlassbezogen den Körper “beschmückend” in vielen übereinanderliegenden Schichten getragen.

Meine Arbeit versucht dieses Spannungsfeld an im Textil mitschwingenden kulturellen Bedeutungsebenen und Widerstand innerhalb der kolonialen Machtgefüge abstrakt durch Struktur, Farbe und Konstruktion zu übersetzen
und dabei die Grenzen von Funktionalität zu erproben.
 



*Mardones, Antonia; Seelenfreund, Andrea: “Dressing in Other People’s Clothes. Changes in Clothing during
Evangelization of Rapa Nui: A Dialogic Expression (1864–1877)”, Chile, Chungara Revista de Antropología, 2020