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Marcia Sá Cavalcante Schuback Sinne, Kunst und der Faschismus der Ambiguität

Der Faschismus der Ambiguität, so Schubacks zentrale These, wächst in dem Maße, in dem die Widersprüche und Mehrdeutigkeiten unserer Gegenwart sichtbarer werden. Ausgehend von Lehren des historischen Faschismus und den großen kritischen Denkströmungen des frühen 20. Jahrhunderts fragt sie, was den Faschismus von heute auszeichnet: seine Verbindung zum techno-medialen Kapitalismus und die Dynamik der Bedeutungsentleerung durch gezielte Verunklärung und Zuspitzung. Schuback beleuchtet die Frage von Ambiguität und Metapolitik heute und schlägt Präzisionsübungen – durch die Linse der Künste – als Mittel des Widerstands gegen die faschistische Metapolitik der Mehrdeutigkeit vor.

 

Marcia Sá Cavalcante Schuback, 1957 in Rio de Janeiro geboren, war Professorin für Philosophie an der Universität Södertörn in Stockholm. Für ihr Buch The Fascism of Ambiguity (Bloomsbury, 2024) wurde sie mit dem Hermann Kesten-Preis 2025 des PEN Deutschland ausgezeichnet – mit der Begründung: „Ihre Schriften zur Ambiguität, zur Verführbarkeit von Sprache und zu den Mechanismen politischer Manipulation sind von brennender Aktualität. Sie steht für eine Philosophie, die Freiheit und Präzision im Denken verteidigt.“