Merge - Medley
Haptik und Praktik
von Pia Rothemund
Streck deine Hand aus, spreize deine Finger. Deine Fingerkuppen schmiegen sich um die Kante, auf der Handfläche spürst du den rauen Boden. Nimm die zweite Hand hinzu und beobachte, wie sich deine Finger instinktiv in die Kurve schmiegen, wie glatt die Oberfläche ist. Haptik und Praktik sind formbestimmend und zeichnen ‚Merge‘ aus. Der Name bezieht sich sowohl auf das leichte Stapeln und Verstauen als auch auf die ergonomischen Eigenschaften. Durch den geringe Wandstärke ist die Schale trotz ihrer Größe leicht, gleichzeitig nicht fragil. Die Seitenwand öffnet sich in zwei Stufen chronisch. Dieser Rücksprung kreiert ein Schattenband, welches die Seite aufteilt. Besonders beim Stapeln dominiert das obere Band, ein sicher ruhendes Gesamtbild entsteht.
‚Medley‘ ist in Anlehnung an ‚Merge‘ entstanden, im Prozess ist die Entwicklung allerdings eigenständig weiterverlaufen. Nur die Kurve, die in das Rohr schneidet und eine Fläche mit geradem und geschwungenem Abschnitt entstehen lässt, erinnert noch leicht an die verwandte Kante der Schale. Das Prinzip des Rohrs, das durch Einschnitte die Funktion einer Gabel oder eines Löffels bekommt, steht im Fokus und soll die Grenzen der gestalterischen Möglichkeiten dieses Hohlkörpers austesten.






























