Lehrangebot

MONSTERTRUCKS

MONSTERTRUCKS

Nichts ist absurder als unsere Realität.

Und doch begegnet uns das Wort „absurd“ meist nur dann, wenn jemand im Bananenkostüm rückwärts durch ein Parkhaus tanzt.

Aber was, wenn gerade das die vernünftigste Form der Weltaneignung ist? 

Während wir alle im Hörsaal sitzen und glauben, die Welt sei halbwegs erklärbar – weil sinnvoll – steuert irgendwo ein 4 - Tonnen - Monstertruck mit lackierten Flammen - Chromfelgen und Schlager im Lautsprecher durch die Logik unseres Alltags.

In diesem Semesterprojekt wollen wir genau dort ansetzen: in den Momenten, wo wir irritiert sind und uns nicht zu Hause fühlen. Wir wollen mit auf die Ladefläche!

In Wahrheit liegt die Absurdität nämlich nicht im Gabelstapler Wettbewerb oder Mettigeln. Sie liegt im Aufeinandertreffen der Realitäten, sie liegt darin, dass jede Realität einer eigenen Logik folgt und diese Logik sehr unterschiedlich sein kann. Wir sind immer nur erstaunt, wenn eine der anderen Realitäten auf unsere trifft, und wir diese nicht begreifen können, genau dann wird es absurd!

Aber was genau empfinden wir als absurd und was als normal und warum eigentlich? Vielleicht ist ja das, was wir als sinnvoll bezeichnen, nur die Absurdität, die wir am besten aushalten können?

Nichts entsteht aus dem Nichts. Wissen und Sinnhaftigkeit ist immer situiert. Du bist was du isst mäßig. Da ist es auch kein Wunder, dass wir in unseren Diskursen und Vorstellungen uns immer wieder selbst reproduzieren, in der eigenen Logik kreisend, Sinn generierend. Wenn man sich immer nur im Kunsthochschul - Kontext bewegt, wird man immer Kunsthochschul - Kontext - Fragen stellen und Kunsthochschul - Kontext - Projekte machen. Nur, von außen betrachtet ist der Kunsthochschul - Kontext ja auch etwas absurd.

Wir wollen da mal raus! Wir wollen aus den gewohnten Sehschlitzen unserer rationalen Räume heraustreten. Den begleiteten Kontrollverlust wagen und uns mit dem konfrontieren, was wir als absurd empfinden – nicht weil es albern ist, sondern weil es uns in Frage stellt.

Dabei werden wir Absurdität nicht inszenieren. Wir werden ihr nur begegnen. Auf Events, auf denen wir nichts verloren haben. Mit Fragen, die keine Antworten wollen. Mit Gestaltung, die nichts löst, sondern etwas offenlegt.

Die Reise beginnt nicht mit einer Idee. Sie beginnt mit einem Kopfschütteln.

Wir werden staunen, verwirrt sein, lachen und zweifeln und dann in der luziden Freiheit erkennen.

Realität ist das Absurde. Alles andere ist Design.

 

Dieses Semesterprojekt ist in Zusammenarbeit mit Emilia Manon Imberger (HiWi) entwickelt worden, um erstmals auch eine studierenden Perspektive mit in die Themenwahl für die Semesterprojekte einzubeziehen.