MAKING SPACE kehrt den üblichen Projekt-Ablauf bewusst um: Ausgangspunkt ist nicht ein Forschungsthema, dessen Umsetzung am Ende ausgestellt wird, sondern die Ausstellung selbst.
Wir nehmen gleich zu Beginn die kuratorische Perspektive ein: Wir stellen Fragen zu Form und Format des Ausstellens, definieren räumliche Bedingungen, sprechen über Dramaturgie, Publikum, Organisation und Logistik. Aus dieser “kuratorischen Setzung” heraus entstehen textile Arbeiten, die nicht bloß in einem Raum ausgestellt, sondern für ihn entworfen werden.
Der „Raum“ wird dabei als konkrete Arbeitsbedingung verstanden – als Architektur oder Situation. Wir untersuchen ihn auf Öffentlichkeit, Wegeführung, Licht, Klima und inwieweit wir mit ihm und durch das Textil in Kontakt treten können. Er kann klein oder groß sein, innen oder außen, institutionell oder provisorisch: Galerie, Museum, Labor, Atelier, leerstehendes Gebäude, Stadtraum oder Natur. Der Kontext dient vor allem dazu, das Ausstellen von Textilien von Anfang an als kuratorische, räumliche und praktische Aufgabe zu untersuchen. Entscheidend ist die präzise Definition des Raumes und die daraus folgenden gestalterischen Konsequenzen im Textil: Materialverhalten, Farbe, Oberfläche, Haptik, Maßstab, Zeitlichkeit, Körper- und Raumbezug, Installation, Darstellung...
Ein aktueller Anlass für diesen kuratorischen Fokus sind zwei Ausstellungen in Halle, die im Herbst durch den Studiengang Textildesign bespielt werden: Eine Ausstellung wird in der Galerie im Volkspark unter dem Titel „Taking Space” die politischen Dimensionen des Textildesigns behandeln. Das Projekt aus dem vergangenen Wintersemester 25/26 „Befragung von Benita“ ist Teil der Ausstellung „Deine Otte“ in der Kunststiftung. Eine direkte Einbindung ist optional.
Im Rahmen der Recherche sind Besuche ausgewählter Ausstellungen geplant sowie die Analyse relevanter Ausstellungskataloge. In der ersten Kompaktwoche werden exemplarisch die Schritte von Ausstellungskonzeption hin zur -realisierung nachvollzogen. Zusätzlich begleiten Inputs aus kuratorischer Praxis und Gespräche mit Künstler:innen, die mit Textil arbeiten, den Prozess; eine Zwischenpräsentation erfolgt voraussichtlich mit der Museologin Susanne Weiß als Gastkritikerin.
Ergebnis des Projekts ist ein Ausstellungskonzept und eine daraus entwickelte textile Serie (aus mindestens 3 großformatigen oder mehreren kleinen Stücken), räumlich verortet und nachvollziehbar dokumentiert (Filme, Fotos, Musterproben, Archiv). Die Umsetzung der Ausstellung kann als Modell oder am gewählten Ort realisiert werden. Vorhandene oder begonnene Arbeiten können als Ausgangspunkt dienen, sofern sie im Sinne der kuratorischen Setzung räumlich und konzeptionell weiterentwickelt werden. Es kann sowohl individuell als auch in einer Gruppe gearbeitet werden.













