Lehrangebot

Oberflächlichkeit

Oberflächlichkeit
Die Haut der Dinge

In der Regel wird Oberflächlichkeit als negative Eigenschaft von Menschen gesehen. Oberflächen dienen oft dekorativen Zwecken und sind deshalb potentielle Stiefkinder der Gestaltung. An Aspekte der Oberflächengestaltung wie Struktur, haptische Erscheinung oder Farbe wird meist zuletzt gedacht.

Im Gegensatz dazu ist die Haut des Menschen das größte Organ mit den meisten Aufgaben. Sie misst Temperatur und Druck und regelt als Membran den Stoff- und Wärmetransport des Körpers. Die Haut dient als großflächige Kommunikationsfläche mit unserer Umwelt und ist Träger nicht nur unserer äußeren Erscheinung, sondern spiegelt auch unsere emotionale Verfassung wieder. Nicht zuletzt schützt sie uns vor fast allen Widrigkeiten unserer Umwelt. Flexibel und selbstreparierend begrenzt und umhüllt sie dabei die Form unseres Körpers. In der Natur sind Oberflächen wichtige Schnittstellen mit der Umgebung und deshalb mit vielfältigen Funktionen belegt. In der unbelebten Objektwelt sind Grenzschichten und Oberflächen wichtige Forschungsbereiche, die noch am Anfang stehen und deren Potentiale noch nicht annähernd ausgereizt sind.

Ziel des Projektes ist es neuartige Objekte und Systeme zu gestalten, die aus der Oberfläche heraus neue Funktionen und Anwendungen erhalten. Dabei bewegen wir uns einerseits im Spannungsfeld zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos, andererseits aber auch von materiellen und immateriellen Oberflächen. 

In der Recherchephase des Projektes werden wir uns auf Exkursion in die Welt der Oberflächen begeben und uns an die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Häuten, Membranen, Schutzschichten, Grenzflächen, Hüllen, Fassaden, Überzügen - also des Äußeren - intensiv herantasten. Dazu zählen Besuche von Forschungsinstituten, Vorträgen, Ausstellung, Unternehmen, Gestaltern und anderen wichtigen Orten, die uns helfen werden, mehr über die Grenzflächen des Lebens zu erfahren.