Lehrangebot

PostOst. Erinnerungspolitik und Strukturwandel in der Kunst der Nachwendegeneration + Besuch der Manifesta 16 Ruhr

Bei der Lehrveranstaltung handelt es sich um ein gemeinsames Seminar mit Exkursionen, ausgerichtet von der Ruhr-Universität Bochum und der BURG Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale). Im Zentrum steht der Dialog zwischen den Masterstudierenden aus Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften beider Hochschulen.

 

Ziel des Seminars ist es, die Komplexität der Nachwendezeit im Spannungsfeld von Kunst, Geschichte und Gegenwart zu beleuchten. Damit greifen wir einen Diskurs auf, der den Kunstbetrieb in Deutschland aktuell umtreibt. Der Beitrag für den Deutschen Pavillon der Venedig Biennale 2026 zeigt das deutlich. Sowohl die Kuratorin Kathleen Reinhardt als auch die beiden Künstlerinnen Henrike Naumann und Sung Tieu beschäftigen sich seit Jahren mit einer ostdeutschen Erinnerungspolitik.

 

In Auseinandersetzung mit den Standorten Bochum und Halle wird zu fragen sein: Wie unterschiedlich war die Nachwendezeit in Ost und West, welche Gemeinsamkeiten gab es und wie zeigt sich das in der Auseinandersetzung mit künstlerischen Positionen, die sich mit der Ära der Post-DDR auseinandersetzen? Dabei lässt sich kritisch reflektieren, warum es auch 35 Jahre nach der Wende kein Selbstverständnis von einer gesamtdeutschen Gesellschaft gibt.

 

Im Seminar werden wir ausgewählte künstlerische Positionen analysieren und diskutieren. Gespräche mit Künstler*innen bieten darüber hinaus die Möglichkeit, unterschiedliche Sichtweisen und Zugänge unmittelbar kennenzulernen. Die Studierenden aus Bochum sollen die Kunsthochschule in Halle kennenlernen und mit den Künstler*innen und Vertreter*innen verschiedener Institutionen vor Ort ins Gespräch kommen. Bei einer Exkursion der Studierenden aus Halle nach Bochum wird der Besuch der Ausstellung DIE KIDS SIND NICHT ALRIGHT! im Museum unter Tage im Zentrum stehen.

 

Des weiteren ist ein Besuch der MANIFESTA an den Standorten Bochum, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen geplant. Auch für die nomadische europäische Biennale steht der Strukturwandel des Ruhrgebiets im Fokus, allerdings bereits seit der Nachkriegszeit. Zentrum bilden dabei leerstehende (modernistische) Kirchenbauten und die Frage, wie diese „Gotteshäuser in verschiedenen Stadtvierteln zu gemeinschaftlich genutzten Zentren für künstlerische und soziale Praktiken transformiert werden können.“ (Hedwig Fijen, Direktorin der Manifesta 16 Ruhr zum konzeptionellen Rahmen, 2025.)

 

 

Infos:

https://www.manifesta16.org/de

 

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