Lehrangebot

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Ausstellen heißt zeigen, ordnen, rahmen, übersetzen. Es heißt, Dinge in Beziehung zu stellen, Bedeutungen zu verschieben und Öffentlichkeiten herzustellen.

Gestaltung vermittelt Inhalte, strukturiert Informationen und macht Komplexes zugänglich. Entsprechend beschäftigen wir uns im gestalterischen Alltag permanent mit Fragen von Sprache, Vermittlung und Präsentation, meist bezogen auf die Inhalte, für die wir gestalten. Ein ebenso zentraler Teil unserer Praxis ist jedoch die Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit: das Sichtbarmachen von Prozessen, Entscheidungen und Haltungen, die Präsentation gestalteter Artefakte sowie Fragen von Öffentlichkeit, Reichweite und Anschlussfähigkeit.

Im kommenden Semester arbeitet ihr an eigenen Themen und freien Projekten. Das inhaltliche Rahmenprogramm widmet sich dabei dem Ausstellen der eigenen Arbeit als Teil des gestalterischen Prozesses. Ausstellen verstehen wir hier als Methode und Werkzeug zum Denken, Fragenstellen, Überprüfen und Weiterentwickeln von Gestaltung. Wie lassen sich Gestaltung, Prozesse und Ergebnisse zeigen, erklären und vermitteln? Und was passiert, wenn das Zeigen selbst Teil der Arbeit wird?

Ausgehend von dem oft zitierten (und nur bedingt wahren) Satz „gutes Design ist unsichtbar“ stellen sich zentrale Fragen:  Wie lässt sich Gestaltung zeigen, wenn sie im Gebrauch aufgeht oder bewusst in den Hintergrund tritt? Oder wie kann die Präsentation bewusst nicht zurückhaltend, sondern laut, sperrig oder irritierend sein und dadurch neue Lesarten eröffnen?

Viele unserer Arbeiten sind Gebrauchsgegenstände, häufig digitaler Natur. Websites, Interfaces, Systeme oder visuelle Identitäten entfalten ihre Qualität erst im Kontext und im Zusammenspiel. Wie lassen sich solche Artefakte im analogen Raum ausstellen? Wie können sie vermittelt werden, ohne sie auf Oberflächen, Screenshots oder Endzustände zu reduzieren? Und wie erklärt man Gestaltung, wenn nicht das Objekt selbst, sondern eine Haltung, ein Prozess oder eine Entscheidung im Zentrum steht?

Im Laufe des Semesters beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Formen des Ausstellens: mit klassischen und experimentellen Formaten, Präsentationen im digitalen Raum sowie räumlichen, performativen und vermittelnden Ansätzen. Wir besuchen Gestalter:innen und Ausstellungen, sprechen mit Künstler:innen und denken gemeinsam über digitale und hybride Ausstellungsformate nach. Dabei verhandeln wir auch Fragen von Öffentlichkeit und Sichtbarkeit. Muss Präsenz zwangsläufig über Social Media funktionieren? Oder lassen sich andere Formen von Reichweite, Teilhabe und Anschluss denken?

Die Projektwochen nutzen wir gezielt, um diese Überlegungen praktisch zu erproben. Gemeinsam überlegen wir, wie die Jahresausstellung gestaltet sein kann und wie ihr eure Projekte dort inszeniert; als Momentaufnahme, Versuchsanordnung oder offenes Angebot. Das Spektrum reicht von der Entwicklung von Ausstellungsmöbel bis hin zu experimentellen Formaten wie Augmented-Reality.

Der Fokus liegt nicht auf der einen richtigen Lösung, sondern auf dem Erproben unterschiedlicher Strategien. Ausstellen wird dabei nicht als Abschluss verstanden, sondern als situative Praxis: als Anlass zum Gespräch, zur Irritation, zur Präzisierung. Wie kann Gestaltung kontextualisiert werden? Welche Rolle spielen Narration, Raum, Medium und Publikum? Und wie lässt sich die eigene Arbeit so zeigen, dass sie verständlich, zugänglich und zugleich offen bleibt?

In der Woche 0 starten wir mit einer Exkursion nach Berlin ins Semester. Nutzt die vorlesungsfreie Zeit, um euch Gedanken über Themen und Projekte zu machen, an denen ihr arbeiten möchtet und die ihr in Woche 1 vorstellt.

 

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Exhibiting means displaying, organizing, framing, translating. It means placing things in context, shifting meanings, and creating public spaces.

Design conveys content, structures information, and makes complex things accessible. Accordingly, in our everyday design work, we are constantly dealing with questions of language, communication, and presentation, usually in relation to the content we are designing for. However, an equally central part of our practice is the examination of our own work: making processes, decisions, and attitudes visible, presenting designed artifacts, and addressing questions of publicity, reach, and connectivity.

In the coming semester, you will work on your own topics and independent projects. The supporting program will focus on exhibiting your own work as part of the design process. We understand exhibiting as a method and tool for thinking, questioning, reviewing, and further developing design. How can design, processes, and results be shown, explained, and communicated? And what happens when the act of showing becomes part of the work itself?

Based on the often-quoted (and only partially true) statement “good design is invisible,” central questions arise: How can design be shown when it blends into use or deliberately recedes into the background? Or how can the presentation be deliberately not restrained, but loud, bulky, or irritating?

Much of our work involves functional objects, often of a digital nature. Websites, interfaces, systems, and visual identities only reveal their quality in context and in interaction. How can such artifacts be exhibited in analog space? How can they be communicated without reducing them to surfaces, screenshots, or final states? And how do you explain design when the focus is not on the object itself, but on an attitude, a process, or a decision?

Over the course of the semester, we will explore different forms of exhibition: classic and experimental formats, presentations in digital space, and spatial, performative, and communicative approaches. We will visit designers and exhibitions, talk to artists, and think together about digital and hybrid exhibition formats. In doing so, we will also negotiate questions of publicity and visibility. Does presence necessarily have to function via social media? Or are other forms of reach, participation, and connection conceivable?

We use the project weeks specifically to test these ideas in practice. Together, we consider how the annual exhibition can be designed and how you can stage your projects there; as a snapshot, an experimental arrangement, or an open offer. The spectrum ranges from the development of exhibition furniture to experimental formats such as augmented reality.

The focus is not on finding the one right solution, but on trying out different strategies. Exhibiting is not seen as a conclusion, but as a situational practice: as an opportunity for discussion, for provocation, for clarification. How can design be contextualized? What role do narration, space, medium, and audience play? And how can one's own work be presented in a way that remains understandable, accessible, and at the same time open?

In week 0, we will start the semester with an excursion to Berlin. Use the lecture-free period to think about topics and projects you would like to work on and present in week 1.