Studio Work: Lucky Punch
Training, Entscheidung und Zufall
Im kommenden Semester steht der bildhauerische Blick im Zentrum der gemeinsamen Arbeit. Wir beschäftigen uns mit grundlegenden und erweiterten bildhauerischen Strategien und schärfen die Wahrnehmung für Form, Volumen, Oberfläche und Material. Ausgangspunkt ist das genaue Sehen, das Denken in räumlichen Zusammenhängen und das Arbeiten aus dem Material heraus.
In unterschiedlichen Übungen arbeiten wir mit Ton: modellieren, abformen, abdrucken, aufbauen und verändern. Diese Prozesse werden durch das Collagieren von Formen, Fragmenten und Materialien erweitert und durch Einblicke in Gussverfahren ergänzt. Neben dem Aufbau spielt auch das Subtrahieren eine zentrale Rolle – das Wegnehmen, Reduzieren, Schneiden und Freilegen von Form.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Wechselspiel dieser Strategien. Form entsteht hier nicht als festgelegtes Ziel, sondern im Prozess – durch Entscheidungen, Reaktionen und das bewusste Arbeiten mit Widerständen des Materials, aber auch durch den „Lucky Punch". Aus dem Boxsport stammend, wird dieser sogenannte „Glücksschlag" nicht als Ausnahme betrachtet, sondern als etwas, das nur durch regelmäßiges Training, Wiederholung und Offenheit für Zufälle möglich ist.
Die Lehrveranstaltung lädt dazu ein, bildhauerische Prozesse als offene Systeme zu verstehen. Der bildhauerische Blick wird dabei als Haltung vermittelt: aufmerksam, experimentell und sensibel für das, was im Tun sichtbar wird.
Name des Lehrenden – Name of Teacher
Simon Kießler
Veranstaltungsart und –methodik – Teaching and working methods
Übung, materialbezogene Experimente
Bildhauerische Praxis – Addieren, Collagieren, Gießen, Subtrahieren
Verwendbarkeit
Kunst (Lehramt): Künstlerische Praxis / Modul Atelier 1-3
Zugangsvoraussetzung - Prerequisites
Keine
Umfang in SWS
3 SWS
Anmeldung
Anmeldung über klasseninterne Online-Liste bis 02.04.2026
Häufigkeit, Dauer und Termin / Ort des Angebots
Mittwoch, 12.30 - 14.45 Uhr, Hermes, 4. Etage
Beginn: 08.04.2026


















