Lea Osenberg

Atelier 3 Modul – Abschlussprüfung der Klasse für bildhauerische und performative Praxis / Prof. Stella Geppert, SoSe 2026

Soweit die Arme reichen

Atelier 3 Modul – Abschlussprüfung der Klasse für bildhauerische und performative Praxis / Prof. Stella Geppert, SoSe 2026

 

Lea Osenberg – Soweit die Arme reichen

Eine Spur ist „ein Hinweis, in der Regel in Form von Materialablagerungen oder Abdrücken, dass ein Lebewesen oder Objekt an einem Ort gewesen ist“. Sie verweist auf etwas Abwesendes und macht eine Begegnung sichtbar. Die Arbeitsreihe versteht die Spur als Ergebnis einer Beziehung zwischen Vorstellung, Körper und Material.


Die Arbeiten knüpfen an meine Kindheitserfahrungen des Buddelns im Sand an, die ich während meiner Elternzeit erneut aufgriff. Am Beginn steht die Vorstellung einer Form oder eines Raumes. In der Begegnung von Körper und Material wird diese Vorstellung fortwährend überprüft, angepasst und neu verhandelt. Der Sand tritt dabei als Gegenüber auf. 

Spielerisches Suchen verbindet sich mit einem bewussten Ringen um Form. Das Strecken des Körpers wird zu einer formgebenden Handlung. Bis an die Grenzen seiner Reichweite greift der Körper in einen verborgenen Raum und versucht, ihn zu erschließen. Das Ausdehnen, das Bemühen und das Ausloten der eigenen Grenzen werden Teil der Formfindung. Wiederkehrende Motive sind Tunnel und Hohlräume, häufig so angelegt, dass sich die Bewegungen beider Hände unter der Oberfläche begegnen. Die Skulpturen sind die Negativformen dieser Grabungen. Sie kehren das Verhältnis von Innen und Außen um. Aus der Aushandlung von Vorstellung, Körper und Material enstehen Formen mit einer eigenen Logik und Eigenständigkeit.

Lea Osenberg, 2026