Zeit soll heute effizient und sinnvoll genutzt werden, Produktivität bestimmt zunehmend auch vermeintliche Ruhephasen: Haben wir verlernt, nichts zu tun? Der »Falter« setzt an dieser Stelle an. Als faltbarer Schaukelstuhl fügt er sich aufgeklappt flach an die Wand und wird selbst zum Objekt, das im Alltag präsent bleibt, als eine stille Erinnerung, um sich bewusst Zeit für Leerlauf zu nehmen. Zusammengefaltet löst er sich von der Wand und lädt zum Nichtstun ein. Mit wenigen Handgriffe und einem Zugmechanismus entsteht aus einem Wandobjekt ein Schaukelstuhl. Durch seine rhythmische Beewegung entsteht ein Ort der Entschleunigung, der dem Drang nach ständiger Produktivität bewusst etwas entgegensetzt. Statt Ruhephasen weiter zu optimieren, schafft der »Falter« einen Freiraum, in dem Innehalten wieder erlaubt ist. Ein leichtes Gesamtgewicht, extreme Faltungen, Weiche Prägungen in der Sitz- und Rückenflächen und stabile Ausformungen in den Kufen sind durch die vielseitigen Eigenschaften des thermisch verformbaren Vlies (PES) möglich, welches als Monomaterial eingesetzt wird. Konzeptuell verbindet das Projekt Fragen der Ergonomie, der räumlichen Nutzung und des Verhaltens: Wie kann ein Möbelstück nicht nur einer Funktion dienen, sondern eine Haltung fördern? Der »Falter« versteht sich so weniger als reines Sitzmöbel denn als Einladung, den Umgang mit Zeit neu zu befragen.