Schönheit
„Schönheit“ begegnet uns überall. Sie zeigt sich in Gesichtern und Landschaften, in alltäglichen Dingen, in Gesten, Klängen, Materialien, Oberflächen, Momenten, Erinnerungen und Objekten etc.; manchmal nur flüchtig, widersprüchlich und versteckt. Kaum versuchen wir, sie zu fassen, entgleitet sie wieder, verändert sich, zeigt ein anderes Gesicht. Vielleicht gehört Schönheit deshalb zu den ältesten und zugleich unruhigsten Begriffen der Gestaltung: ein vertrautes Wort, das sich jeder endgültigen Fassung widersetzt und immer wieder neu verhandelt werden will.
Und hier und heute? In einer Zeit globaler Vernetzung, ökologischer Fragilität und technischer Beschleunigung gewinnt der erweiterte und ausdifferenzierte Blick neue Bedeutung. Vielleicht suchen wir Schönheit weniger in einer singulären Form als in der Beziehungen dazu, in Resonanz, in Momenten, in denen etwas stimmig ist. Schönheit wird so auch zu einer Frage der Verbundenheit und Gestaltung zur Suche nach Formen, die mit ihrer sozialen Umwelt „schwingen“, zur Praxis des Stimmens zwischen Objekt und Subjekt.
In diesem Semester wollen wir also auf die Suche nach Schönheit gehen, wir wollen ihr begegnen. Wir wollen sehen, hören, fühlen und denken, beobachten, irritieren, kombinieren, zerstören und wieder zusammensetzen. Nicht um Schönheit zu kanonisieren, sondern um zu erleben, wie sie sich zeigt. Wir untersuchen Formen, Materialien, Oberflächen, Geräusche und Gesten, um zu erfahren, wo und wie Schönheit geschieht. Vielleicht im Übergang, in Spannung, im Zufall, und vielleicht doch auch wieder in einer konkreten Proportion. Wir erforschen Schönheit als Maß und als Erfahrung: als das, was sich ereignet, wenn Form, Wahrnehmung und Empfindung für einen Augenblick in Einklang stehen.
Wir fragen dabei: Was ändert sich, wenn wir Schönheit nicht als festes Ideal, sondern als Haltung begreifen, als eine Art, Welt wahrzunehmen und mit ihr in Beziehung zu treten? Wo die von uns gestalteten Artefakte, Gesten, Rituale oder Momente, die Mittel sind, um Schönheit zu evozieren. Und wenn uns das gelingt, könnte Schönheit dann sogar die Welt retten?









































































