Zu musizieren setzt normalerweise Übung und Instrumente voraus. Taktgefühl senkt diese Hürde. Das Projekt ist eine interaktive Sitzbank für den öffentlichen Raum, welche Berührungen in Klänge übersetzt. Eine zentrale Kugel und drei seitliche Handläufe reagieren auf den Hautwiderstand des Körpers: Wer sie berührt, schließt einen Stromkreis und erzeugt Töne, die aus dem Material der Bank erklingen und als Vibration spürbar werden. Schon eine einzelne Person kann sie spielen und findet dabei einen Moment der Ruhe. Kommen mehrere hinzu, verbinden sich ihre Körper über die Kontaktflächen zu einem gemeinsamen Klangsystem. Der Stromkreis lässt sich auch über Berührung untereinander schließen: Reicht eine Person der anderen die Hand, läuft das Signal durch beide Körper und erzeugt Klänge. Gebaut ist die Bank aus Lärchenholz und verzinktem Stahl, langlebige Materialien, die der Witterung standhaltenund sich in das vertraute Bild eines Stadtmöbels einfügen. Taktgefühl verbindet zwei Eigenschaften von Musik: ihre beruhigende Wirkung auf den Einzelnen und ihre verbindende Wirkung zwischen Menschen. Als dauerhaftes Stadtmöbel bringt es diese Wirkung dorthin, wo viele Menschen aufeinandertreffen,So entsteht im öffentlichen Raum ein niedrigschwelliger Zugang zum Musizieren und ein Anlass für unerwartete, geteilte Momente der Begegnung.