Transformator 100 Jahre Transformation Umnutzung von drei Transformatorenhäusern in der Hallenser Innenstadt

Entwurfsprojekt im Wintersemester 2025/2026 Vertretungsprofessor Andree Weissert und KM Jannis Block

Hintergrund

Der Stadtbaumeister Wilhelm Jost hat in der Zeit von 1912 bis 1939 in Halle gewirkt und hat neben dem Rathaus und dem Stadtbad eine Vielzahl von stadtbildprägenden Spuren hinterlassen. Neben repräsentativen Bauten sind in dieser Zeit auch bedeutende Infrastrukturbauwerke entstanden. Die Elektrifizierung der Haushalte und der Ausbau der Straßenbahn haben einen ganz neuen Layer in die Stadt gebracht – das öffentliche Stromnetz. Um die hohen Spannungen zu transformieren und in den Quartieren zu verteilen, waren Transformatoren nötig. Auch vor 100 Jahren waren technische Neuerungen nicht automatisch herzlich willkommen. Um die neue Technik nahbar und erfahrbar zu gestalten, wurden die Transformatorenhäuser als „Stadtmöbel“ gestaltet und durch öffentliche Toiletten, Kioske oder Tankstellen ergänzt. Knapp 100 Jahre später – also heute – sind wir in einer vergleichbaren Situation. Wir sprechen über die Transformation von Energieversorgung, Ernährung, Verkehr und des öffentlichen Raums, über die Bauwende und gesellschaftliche Teilhabe und brauchen Orte, an denen wir diese Themen erleben, erfahren und kommunizieren können.



Aufgabe

Drei ausgewählte Transformatorenhäuser sollen in ihrem stadträumlichen Kontext analysiert, baugeschichtlich eingeordnet und durch Umnutzungskonzepte zu Transformationsorten der Gegenwart gemacht werden. Jeder dieser Orte hat ein sehr spezifisches Umfeld, welches nahezu selbstverständlich einen thematischen Schwerpunkt setzt. Ziel des Entwurfs ist es, einen öffentlichen Ort zu schaffen, der den Bestand wahrt und durch eine bauliche Ergänzung zu neuer Bedeutung verhilft. Die Durchdringung der vorhandenen und neu entstehenden Räume ist dabei ebenso Thema wie die konstruktive Beschaffenheit der ergänzenden Bauten. Die Transformatorenhäuser sollen 100 Jahre nach ihrer Entstehung aufs Neue zu wichtigen Stadtbausteinen werden. An und in ihnen sollen die Themen der urbanen Transformation verhandelt, ausgestellt und erfahrbar gemacht werden. Sie sollen zu Inkubatoren für eine resiliente Stadt werden.