Publikation

Neuwerk #12

herausgegeben von Lena Beetz, Christian Dietz, Aaron Wunner und Miriam Zimmermann.

Interventionen prägen unsere Lebensrealitäten überall – in Stadträumen, Institutionen, Diskursen, Ökosystemen. Besonders Design möchte eingreifen. Es möchte ordnen, formen, Bedeutungen prägen und verschieben. Kaum ein Begriff scheint daher so anschlussfähig, so verheißungsvoll und zugleich so abgegriffen wie die „gestalterische Intervention“. Denn wer interveniert, verändert.

Diese Ausgabe des Neuwerk Magazins für Designwissenschaften erkundet die gestalterische Intervention als vielschichtige Praxis: Design, zugespitzt mit der Vorstellung der Intervention, oszilliert zwischen den Polen der emanzipatorischen Weltverbesserung und notwendiger Selbstkritik. In vier Dimensionen zeigen die Beiträge, wie gestalterische Eingriffe Machtverhältnisse sichtbar machen können, Beziehungen verändern und neue Formen des Wissens hervorbringen. Bei mangelnder Selbstreflexion aber auch Gefahr laufen, extraktivistisch vorzugehen und klassistische Strukturen zu reproduzieren. Die Intervention wird also nicht mehr (nur) als heroischen Eingriff verstanden, sondern als relationalen, politisch sensiblen Prozess, der Systeme befragen und alternative Handlungsmöglichkeiten öffnen kann.

Es war der Redaktion ein Anliegen dabei einen Raum für das Aufeinandertreffen verschiedener Wissenspraktiken zu öffnen: So lassen sich neben akademischen Texten auch künstlerisch-gestalterische Forschungen, Fotostrecken oder poetische Positionen im Heft finden. Die Unterstützung von Transdisziplinarität gehörte also gleichfalls zum Selbstverständnis der Redaktion, wie der Versuch, auch nicht-akademische Wege der Wissensproduktion aufzu­greifen.

Die Gestaltung der Website stammt von Gue Hyun Lee und Helen Hausdorf. 
Mit der aktuellen Ausgabe erscheint das Neuwerk erstmals zugleich als Print- und Onlinepublikation.